„Von der Eitelkeit zum Wahnsinn“: Trump lässt Rennwägen für 35 Millionen Dollar durch Washington donnern – und dreht eine Extrarunde

Ehrenrunde im „Beast“: Trump lässt Rennwagen für 35 Millionen Dollar durch Washington donnern

Stand: 23.08.2026, 21:39 Uhr

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Die Maga-Feier zum 250. Geburtstag der USA kommt zu einem Abschluss. In Washington wird es noch einmal laut – und richtig teuer.

Washington, DC – Updatre vom 23. August, 21:18 Uhr: Bei einem IndyCar-Rennen zum 250. Jubiläum der USA hat Präsident Donald Trump eine Ehrenrunde auf der Strecke mitten in Washington gedreht. Gemeinsam mit seiner Frau Melania wurde Trump in seiner Präsidentenlimousine über die rund 2,7 Kilometer lange Rennstrecke gefahren, die an Wahrzeichen wie dem Kapitol oder dem Washington Monument vorbeiführt.

Anschließend gab er mit der grünen Fahne das Rennen der nordamerikanischen IndyCar-Rennserie frei. Die Rennwagen fahren dabei mit über 250 Kilometern pro Stunde über die Straßen der Hauptstadt. Auch Mick Schumacher, Sohn von Formel-1-Rekordchampion Michael Schumacher, ging in Washington an den Start. Zuvor waren mehrere Kampfjets in Formation über Washington zu sehen.

Trumps IndyCar-Rennserie: Mick Schumacher ebenfalls dabei

Die Veranstaltung knüpft an die Feiern zur 250-jährigen Unabhängigkeit der USA an, die bereits vor Monaten begannen. Dazu zählten etwa ein Kampfsportevent der UFC, das an Trumps 80. Geburtstag ausgetragen wurde, offiziell aber nicht damit im Zusammenhang stand. Auch um den Unabhängigkeitstag am 4. Juli fanden in Washington Feierlichkeiten statt. Etliche Künstler hatten ihre Konzerte allerdings mit der Begründung abgesagt, die Veranstaltungsreihe sei ihnen zu politisch aufgeladen.

Erstmeldung: Die 250-Jahr-Feier der USA dürfte ganz nach dem Geschmack von US-Präsident Donald Trump verlaufen. Vor dem Weißen Haus ließ der bekennende Kampfsportfan sogar einen eigenen Ring für MMA-Kämpfe errichten. MMA steht für Mixed Martial Arts. Dabei treten zwei Kampfsportler meist in einer achteckigen Arena gegeneinander an.

Donald Trump vor einem Autorennen in Washington

Ein Abschluss nach Trumps Geschmack. Die 250-Jahr-Feier endet laut, schnell und richtig teuer. © SAUL LOEB/ROBERTO SCHMIDT/AFP (Montage)

Nun soll ein krönender Abschluss folgen. Und ganz in Trump-Manier wird es noch einmal laut, schnell und vermutlich ziemlich teuer. Denn zum Ende der Feierlichkeiten wird im Herzen von Washington ein Autorennen abgehalten. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, laufen die Vorbereitungen und Qualifizierungsrunden bereits seit diesem Samstag (22. August). Die Strecke führe demnach an verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie dem Kapitol oder den Smithsonian-Museen vorbei. Trump selbst lässt sich einen pompösen Auftritt wohl ebenfalls nicht nehmen.

Kostenpunkt 35 Millionen: Trump lässt Rennwagen mitten durch Washington donnern

Laut der Nachrichtenagentur Reuters werden zum sogenannten „Freedom 250 Grand Prix“ rund 200.000 Besucherinnen und Besucher für das Rennen erwartet. Spezielle Tickets in sogenannten exklusiven Streckenclubs wurden für rund 5.000 US-Dollar angeboten. Die Kosten für das Event belaufen sich laut Informationen von CNN auf 35 Millionen US-Dollar. Dafür soll vor allem der Veranstalter Penske aufkommen. Wie hoch die Kosten für den amerikanischen Steuerzahler sein werden, ist noch nicht klar. Für das Event müssen auch Sicherheitsbeamte am gesamten Wochenende im Dienst sein.

Trump selbst zeigte sich enthusiastisch. „Ich weiß nicht, ob jemals etwas das übertreffen wird, was wir hier haben werden“, wird der US-Präsident von Reuters im Juli zitiert. Damals sprach er mit Fahrern, die an diesem Wochenende in Washington antreten. Trump wird das Rennen zudem selbst eröffnen. Dazu soll er nach einer Ehrenrunde in seinem gepanzerten Fahrzeug namens „The Beast“ eine grüne Flagge schwenken.

Kritik an Trumps pompöser 250-Jahr-Feier: „Von der Eitelkeit zum Wahnsinn“

Längst nicht alle halten die ausschweifenden Feierlichkeiten zur 250-Jahr-Feier der USA für angemessen. Das dürfte sich auch in den schlechten Umfragewerten für Trump zeigen. Die deutlichste öffentliche Kritik kommt allerdings von den Demokraten. Einige demokratische Abgeordnete aus dem US-Kongressausschuss für natürliche Ressourcen haben sogar einen ganzen Report zu den teuren Feierlichkeiten veröffentlicht. Unter dem Titel „Von der Eitelkeit zum Wahnsinn – wie das Weiße Haus das amerikanische Volk um seinen 250. Geburtstag betrogen hat“ werfen die Beteiligten der Regierung vor, die Feierlichkeiten zu übernehmen und sie teils für Gewinne auszunutzen.

So seien etwa teure Treffen mit Trump verkauft worden. Auch der Vorwurf der Vetternwirtschaft wurde geäußert. Zudem habe das Weiße Haus immer wieder versucht, die Planung des Events von der überparteilichen Kommission „America250“ zu übernehmen. Dazu sei sogar eigens eine Schattenorganisation mit dem Namen „Freedom250 LLC“ gegründet worden. Die Autoren des Berichts sprechen eine deutliche Warnung aus: „Das 250-jährige Jubiläum sollte die Amerikaner daran erinnern, was sie verbindet. Möge die Aufzeichnung darüber, wie es missbraucht wurde, sie daran erinnern, was sie niemals aufgeben dürfen.“

Die Organisation Freedom250 selbst hat die Vorwürfe zurückgewiesen. In einem Statement sagte die Sprecherin Danielle Alvarez, die Behauptungen seien „kategorisch falsch“, berichtete NPR. „Die Kongressmitglieder sollten sich schämen, dass sie unzählige Stunden damit verbringen, einen Bericht zu fälschen, anstatt sich den Amerikanern anzuschließen und ein absolut wunderschönes Fest zu feiern.“ (Quellen: AFP, Reuters, CNN, NPR) (nhi)