Eigenbedarf: Stadt kündigt FC Alemannia München das Vereinsheim
Stand: 20.07.2026, 12:47 Uhr
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Die Stadt München hat dem FC Alemannia das Vereinsheim im Keller eines Horts gekündigt. Ohne Umkleiden und sanitäre Anlagen droht nach Vereinsangaben das Ende der Jugendabteilung mit 300 Kindern.
München – Seit 114 Jahren ist der FC Alemannia München fester Bestandteil der Harlachinger Sportlandschaft. Gegründet im Jahr 1912 spielten Generationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Verein. Zunächst auf einem Sportplatz in der Rotbuchenstraße und nachdem dort eine Schulsportanlage gebaut wurde, zusätzlich an weiteren Orten. Seit 2011 ist das Vereinsheim im Keller eines Horts in der Rotbuchenstraße untergebracht. Das jedoch dürfte sich ändern, denn die Stadt hat den Mietvertrag des Vereins zum Jahresende gekündigt. „Eigenbedarf“ heißt es zur Begründung.

Für die Mitglieder und die Führung des Vereins war diese Nachricht ein schwerer Schlag: „Der Verein ist in Harlaching tief verwurzelt“, erklärten Vertreter des FC Alemannia kürzlich bei der Bürgerversammlung. „Er ist für uns weit mehr als nur ein Sportangebot; wir sind eine soziale Gemeinschaft und ein sicherer Ort für rund 300 Kinder und Jugendliche.“ Ohne Vereinsheim, Umkleiden und sanitäre Anlagen könne man den Spielbetrieb nicht aufrechterhalten, heißt es weiter. „Wenn die Kündigung ohne Alternative greift, bedeutet das nach 114 Jahren das Ende unserer Jugendabteilung.“
Verein kritisiert Ablauf der Kündigung
Mit dem Aus für das Vereinsheim hatte wohl niemand gerechnet, nachdem das Vereinsheim 2011 gemeinsam mit der Stadt geplant und gebaut wurde. Besonders den Ablauf der Kündigung kritisieren die Vereinsvertreter: „Die Stadt hat uns zum Jahresende gekündigt – ohne vorheriges Gespräch, ohne Nennung von Gründen und ohne jegliche Alternative.“
Dem widerspricht ein Sprecher des städtischen Referats für Bildung und Sport (RBS): Der Geschäftsbereich Sport hätte im Zuge der Kündigung sehr wohl Kontakt mit dem FC Alemannia München aufgenommen und seine Unterstützung angeboten. Der Verein nahm das Angebot jedoch nicht an. Abwenden hätte sich die Kündigung aber wohl nicht lassen, „da der Hort die Räumlichkeiten im Kontext des Ausbaus für den kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter selbst benötigt“, erklärte das RBS weiter.
OB bietet sich als Vermittler an
Wie es nun weitergeht mit dem FC Alemannia München, ist derzeit noch unklar. Das RBS hatte nach einer erneuten Kontaktaufnahme die Nutzung der Sportanlage in der Fehwiesenstraße ab Herbst 2027 in Aussicht gestellt. Auf der Bürgerversammlung dagegen wurde mit großer Unterstützung ein Antrag beschlossen, der den Verbleib in den jetzigen Räumen fordert, bis eine adäquate, fußläufig erreichbare Alternative gefunden ist. Unterstützung bekommt der Verein jetzt von oberster Stelle: Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne), der die Bürgerversammlung selbst leitete, bot sich als Vermittler an.