„Ein absolutes Erfolgsmodell“: Kommt der Energiepark bei Sindelsdorf inklusive öffentlich zugänglicher Ladepunkte für E-Autos?

Stand: 03.09.2026, 18:00 Uhr

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Unweit der A95 und nahe einer  PV-Freiflächen-Anlage befindet sich das gemeindliche Areal, auf dem vielleicht einen Energiepark realisiert wird.

Unweit der A95 und nahe einer PV-Freiflächen-Anlage befindet sich das gemeindliche Areal, auf dem vielleicht einen Energiepark realisiert wird. © Reindl

Unweit des ehemaligen Pendlerparkplatzes an der A95 befindet sich bereits eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage, und zwar von der actensys GmbH. In unmittelbarer Nachbarschaft kommen in naher Zukunft eventuell noch ein paar Module hinzu.

Sindelsdorf – Auf der grünen Fläche nebenan wird die Gemeinde Sindelsdorf gemeinsam mit der Vispiron Energy GmbH & Co. KG und der 17er Oberlandenergie vielleicht einen Energiepark realisieren. In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte Vispiron-Geschäftsführer Florian Schönberger den neuen Gemeinderat über das Unterfangen und lieferte Updates.

Vor fast genau einem Jahr war Schönberger schon einmal in eine Sindelsdorfer Gemeinderatssitzung gekommen, um das Konzept für eine Kombinationsanlage auf der gemeindlichen Wiesenfläche unweit der Autobahn vorzustellen. Erst wenige Wochen zuvor, im Juli 2025, war da ein ähnliches Projekt in Obersöchering in Betrieb gegangen: eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage in Kombination mit Speichern und öffentlich zugänglichen Ladepunkten für E-Autos. Die Ladeinfrastruktur ist nach dem Sonnenstand gesteuert. Regionale Wertschöpfung. Erzeugung, Zwischenspeicherung und Verbrauch an einem Ort. Auf diese Anlage kam Schönberger nun auch in der jüngsten Sindelsdorfer Gemeinderatssitzung zu sprechen. Anlagen dieser Art seien in der Umgebung „ein absolutes Erfolgsmodell“ und würden „sehr, sehr gut angenommen“ werden. Autofahrer würden dabei „dem Preis folgen“. Und damit quasi der Sonne. Um die Mittagszeit verzeichne man die höchsten Absätze. Am Abend sinke die Laderate dann. Das Modell trage sich „wirtschaftlich sehr schön“.

Einspeisezusage schon bekommen

Mit Blick auf Sindelsdorf meinte Schönberger, dass „wir was bekommen haben, was man sich, glaube ich, nur noch ganz selten rauskämpfen kann“, nämlich einen Netzanschluss. Solche Anschlüsse seien rar. Wenige Tage vor der Sitzung habe man ferner „die Einspeisezusage bekommen“, mit einer „Einspeiseleistung von 859,64 kVA“. Und „wir haben auch ein Zählkonzept genehmigt bekommen“. Wie in Obersöchering würden auch in Sindelsdorf im Zusammenhang mit der PV-Anlage öffentlich zugängliche Ladepunkte geschaffen werden, nicht weit von den Modulen entfernt – und nicht weit von der künftigen Tankstelle an der B472 entfernt. Wie Bürgermeister Andreas Obermaier im Nachgang der Sitzung berichtet, wären es fünf bis zehn HPC-Punkte.

Noch mehr Ladesäulen nötig?

In der Sitzung erkundigte sich Peter Gastager bei Schönberger, ob man sich darüber im Klaren sei, dass auch die Tankstelle über E-Ladeplätze verfügen wird. Der Vispiron-Geschäftsführer bejahte. Obermaier meinte, dass, wenn die Entwicklung so weitergehe und das Gros einmal auf Elektromobilität setzen sollte, in Zukunft noch viel mehr Ladesäulen vonnöten sein werden. Den Standort der Energiepark-Ladepunkte im Auge meinte Schönberger noch, dass „wir unbedingt eine gute Beschilderung brauchen“, das sei „ganz, ganz wichtig“, denn „es gibt nichts in dem Bereich, was eine vernünftige Beschilderung ersetzt“. Auch keine App. Ferner riet er der Gemeinde, zusätzlich Ladeoptionen für Nutzfahrzeuge zu schaffen. Seine „dringende Empfehlung“ wäre: „Macht Lkws, weil Lkws sind ziemlich gefragt.“ Deren Elektrifizierung sei stark im Kommen. Lademöglichkeiten für Elektro-Lkws aber noch „enorm begrenzt“.

Gemeindesolarpark wäre angedacht

Es wäre ein Gemeindesolarpark, kein Bürgersolarpark, betont Obermaier im Nachgang der Sitzung. Die Anlage wäre „ähnlich wie Söchering aufgebaut“. Das Projekt würde man als Gesellschaft realisieren wollen. Das Unternehmen Vispiron und die Kommune mit einem Anteil von jeweils knapp 50 Prozent und die 17er Oberlandenergie mit einem Anteil von vier bis acht Prozent, sagt der Rathauschef, der jedoch betont: „Das Ganze ist noch in der Schwebe.“ Man müsse als Gemeinde die Finanzierung abklären. Mit Blick auf mögliche Zuschüsse und deren Ablaufzeit meint der Bürgermeister, dass die Planungen am besten noch heuer angestoßen werden sollten. Einen Teil des Projektes, die PV-Anlage, würde er dann gerne im Sommer 2027 „über die Bühne gebracht haben“.