„Ein Alarmsignal“: Immer mehr Menschen verlassen NRW in Richtung Ausland

Stand: 04.08.2026, 07:02 Uhr

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Fast 70 000 deutsche Staatsangehörige sind 2025 aus Nordrhein-Westfalen ins Ausland fortgezogen. Die Landesregierung weiß nicht, warum sie gehen.

Düsseldorf – Immer mehr Deutsche verlassen Nordrhein-Westfalen ins Ausland. Im vergangenen Jahr sind insgesamt 67 480 deutsche Staatsangehörige aus NRW ins Ausland fortgezogen. 2010 waren es laut IT.NRW „nur“ 26 486, zehn Jahre später bereits 52 193. Die Hauptzielländer waren die Schweiz (2914), Spanien (2058), Österreich (1732), Türkei (1563) und die USA (1345). Der Großteil der Fortzüge (39 403) wurde mit unbekanntem Zielgebiet erfasst. Die FDP ist besorgt.

Flüchtlingsministerin Verena Schäffer

Familienministerin Verena Schäffer (Bündnis 90/Die Grünen) hat die Anfrage der FDP zum Thema Auswanderungen für die Landesregierung beantwortet. © Rolf Vennenbernd

„Dass 2025 fast 70 000 deutsche Staatsbürger Nordrhein-Westfalen verlassen haben, ist ein Alarmsignal. Die steigende Zahl von Auswanderern führt zu dramatischen Fachkräfteverlusten in unseren Unternehmen und bringt die Demografie weiter in Schieflage“, erklärte Marcel Hafke, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion. Zunächst hatte die WAZ über die Antwort der Landesregierung durch Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) auf die Anfrage der FDP berichtet.

Schweizer Alpen (zu dpa: „Außergewöhnliche Lage in den Alpen: Welche Gefahren drohen“)

Die Schweiz gehört zu den beliebtesten Zielen für Auswanderer. © Peter Schneider/dpa

Immer mehr Menschen verlassen NRW in Richtung Ausland

Hafke kritisierte, dass die schwarz-grüne Landesregierung weder einen vollständigen Überblick über die Abwanderung noch einen Plan habe, wie die Trendumkehr gelingen kann. So liegen der Landesregierung zu den Gründen für die Fortzüge keine Infos vor. Passen muss sie auch bei der Frage nach Erkenntnissen über den Bildungs- und Qualifikationsstand deutscher Staatsangehöriger, die NRW verlassen.

Die Landesregierung verweist auf eine „auf Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und attraktive Rahmenbedingungen ausgerichtete Wirtschafts-, Bildungs- und Standortpolitik“. Diese trage dazu bei, NRW als Arbeits- und Lebensmittelpunkt für qualifizierte Menschen attraktiv zu halten.

FDP-Mann Hafke hat eine Meinung zur möglichen Motivation der Auswanderer: „Die Gründe liegen auf der Hand: Deutschland und Nordrhein-Westfalen sind gerade für viele Leistungsträger schlicht nicht mehr attraktiv genug. Das Preis-Leistungs-Verhältnis unseres Staates ist für viele aus der Balance geraten. In Deutschland zahlen Leistungsträger hohe Steuern und Abgaben und bekommen dafür eine schlechtere Gegenleistung bei Bildung, Infrastruktur und Bürokratie als woanders.“ 

Im Ausland kann es ohne Vorbereitung für Rentner Probleme geben. Die DRV gibt wichtige Hinweise für einen reibungslosen Umzug.