Ein DNA-Test sorgt für Chaos: Turbulentes Sommerkino mit „Monsieur Claude“-Star Christian Clavier

Stand: 18.07.2026, 00:00 Uhr

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Oh la la: Wer ahnt denn sowas? - Der Beginn einer guten Freundschaft? Das sieht nur kurz nach ihrem ersten Treffen so aus, denn schon bald werden Autohändler Gérard Martin (Didier Bourdon, links) und Weingutbesitzer Frédéric Bouvier-Sauvage (Christian Clavier) aufgrund unterschiedlicher nationaler und sozialer Herkunft aneinandergeraten.

Oh la la: Wer ahnt denn sowas? - Der Beginn einer guten Freundschaft? Das sieht nur kurz nach ihrem ersten Treffen so aus, denn schon bald werden Autohändler Gérard Martin (Didier Bourdon, links) und Weingutbesitzer Frédéric Bouvier-Sauvage (Christian Clavier) aufgrund unterschiedlicher nationaler und sozialer Herkunft aneinandergeraten. © 2023 White and Yellow Films/M6Films/Besideproduction

Was folgt, wenn stolze Französinnen und Franzosen erfahren, dass sie gar nicht so französisch sind, wie sie dachten? Ein chaotischer Schlagabtausch aufgewärmter Klischees über fremde Nationen und Ethnien. 1,9 Millionen Menschen sahen die Komödie 2024 in Frankreich im Kino, Teil zwei folgt im August.

Es ist schon interessant, welch „originelle“ Titel ausländische Filme hierzulande zuweilen verpasst bekommen. So wie die französisch-belgische Komödie „Oh La La: Wer ahnt denn sowas?“ von 2024, die am Montagabend im Rahmen des ARD SommerKinos als Free-TV-Premiere zu sehen ist. Im Original heißt sie schlicht „Cocorico“ - das französische Äquivalent zu „Kikeriki“ und eine Anspielung auf den gallischen Hahn, das Wappentier der Franzosen und Symbol für ihren Nationalstolz. Genau dieser ist bei dem reichen Weingutbesitzer Frédéric Bouvier-Sauvage (Star-Komiker Christian Clavier) besonders ausgeprägt.

Oh la la: Wer ahnt denn sowas? - Ist Weingut- und Schlossbesitzer Frédéric Bouvier-Sauvage (Christian Clavier) wirklich so aristokratisch und französisch, wie er voller Stolz denkt? Als sein "Gegenspieler" Gérard, der zukünftige Schwiegervater seiner Tochter, sich als halber Deutscher entpuppt, teilt er schadenfroh gegen ihn aus. Bis er sein eigenes DNA-Ergebnis liest ...

Oh la la: Wer ahnt denn sowas? - Ist Weingut- und Schlossbesitzer Frédéric Bouvier-Sauvage (Christian Clavier) wirklich so aristokratisch und französisch, wie er voller Stolz denkt? Als sein „Gegenspieler“ Gérard, der zukünftige Schwiegervater seiner Tochter, sich als halber Deutscher entpuppt, teilt er schadenfroh gegen ihn aus. Bis er sein eigenes DNA-Ergebnis liest ... © 2023 White and Yellow Films/M6Films/Besideproduction

Nicht nur die Hektik, die schon kurz nach Filmbeginn ausbricht, erinnert an Claviers „Monsieur Claude“-Erfolgskomödien, sondern auch seine Figur. Wie Claude ist Frédéric voller Vorurteile gegenüber Menschen niederen Standes und fremder Herkunft. Wobei: Urlaube auf Barbados und deutsche Luxusautos schätzen er und seine Frau Catherine (Marianne Denicourt), angeblich vom italienischen Adel abstammend, durchaus.

Wie Monsieur Claude wird auch Frédéric mit den Heiratsplänen seiner Tochter (Chloé Coulloud) konfrontiert. Alice möchte den bürgerlichen François Martin (Julien Pestel) ehelichen. Das Kennenlernen der beiden Familien verläuft erwartungsgemäß nicht reibungslos. Auf der einen Seite die wohlhabenden Bouvier-Sauvages, auf der anderen die Martins. Deren Familienoberhaupt Gérard (Didier Bourdon) handelt mit Autos, ausschließlich französischen. Deutsche Wagen lehnt er ebenso ab wie deren Herkunftsland, in dem seiner Meinung nach nicht einmal die Deutschen leben wollen. Doch eines verbindet Frédéric und Gérard: ihr Stolz darauf, Franzosen zu sein. Aber sind sie das überhaupt?

Wenn Gérard zum Gerhard wird

Alice und François überreichen ihren Eltern ein besonderes Geschenk: Umschläge mit den Ergebnissen ihrer DNA-Tests, die mehr über ihre Herkunft verraten sollen. Und oh la la, wer ahnt denn so was - nun ergibt der deutsche Titel plötzlich Sinn. Ausgerechnet Gérard entpuppt sich als deutscher Gerhard und seine Frau Nicole (Sylvie Testud) als womöglich royale Engländerin. Noch größere Überraschungen erwarten allerdings Monsieur Frédéric und seine Catherine ...

Aus dieser Ausgangslage hätte eine spaßige Satire über Vorurteile und Identitätsfindung entstehen können. Doch Drehbuchautor und Regisseur Julien Hervé lässt kaum ein aufgewärmtes Klischee über andere Nationen aus, mit dem die Beteiligten nun um sich werfen und übereinander lustig machen. Von vorgehaltenem Spiegel wenig zu sehen, die Figuren bleiben mit ihrer engstirnigen Besserwisserei und ihren als lustig verkauften Vorurteilen wenig sympathisch. Die spärlichen versöhnlichen Momente am Ende ändern daran wenig.

In Frankreich scheint man diese Art Humor aber zu schätzen. 1,9 Millionen Menschen strömten 2024 in die Kinos, um „Oh la la: Wer ahnt denn sowas?“ zu sehen, hierzulande waren es knapp 380.000. Nach dem französischen Kinostart im April ist die Fortsetzung „Oh la la 2 - Neue Tests, neues Chaos“ ab 27. August auch bei uns auf der großen Leinwand zu sehen. Und wer weiß: Am Ende sind die beiden Familien ja sogar miteinander verwandt? Mon Dieu, nicht auszudenken! (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)