Ein echter Allrounder: An diesem Ort in NRW steht Erholung an erster Stelle
Stand: 11.09.2026, 20:30 Uhr
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Bellersen ist ein echter Geheimtipp und ein Allrounder noch dazu. Egal, wofür man sich interessiert, man wird hier fündig.
Bellersen – Wer durch das Bruchttal fährt, dorthin, wo der Teutoburger Wald noch dicht und dunkel an die Wiesen grenzt, kommt irgendwann durch Bellersen. Ein Ortsteil von Brakel, staatlich anerkannter Erholungsort, aber vor allem: ein Dorf, das sich Mühe gegeben hat, seine eigene Geschichte sichtbar zu halten, statt sie einfach verschwinden zu lassen.

Das merkt man schon beim Spazierengehen. Da ist der Erlebnispfad nach Hugo Kückelhaus, bei dem es weniger um Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn geht als darum, die eigenen Sinne mal wieder bewusst einzusetzen – Hören, Fühlen, Riechen. Wer sich mehr für die Landwirtschaft früherer Generationen interessiert, findet auf dem Agrarhistorischen Rundwanderweg Spuren davon, wie hier über Jahrhunderte gewirtschaftet wurde. Im Werkhaus, das gleichzeitig als Tourist-Information dient, und im Kreativhof nebenan kann man selbst etwas gestalten, statt nur zuzuschauen.
In Bellersen kommt vieles zusammen: Landwirtschaft, Kultur und Natur
Ein Stück weiter liegt das Dorfmuseum mit seiner Dauerausstellung – kein großes Haus, aber eines, das die Alltagsgeschichte des Ortes greifbar macht. Auf den Weiden davor grasen Wildpferde und alte Rinder- und Schweinerassen, die man anderswo kaum noch findet. Wer Lust hat, lässt sich mit der Kutsche durch die Landschaft fahren. Und der Wohnmobilhafen „Mühlengrund“ wird von Kennern tatsächlich zu den schönsten Plätzen des Landes gezählt – kein Wunder, wenn man einmal dort übernachtet hat.
Interessant wird es auch, wenn man sich für Handwerk interessiert: Eine der größten Imkereien Deutschlands lässt sich hier besichtigen, und in zwei kleinen Brennanlagen wird Obst aus der Umgebung zu Obstbränden verarbeitet – nichts Großes, aber ehrlich gemacht.
Und dann ist da noch die literarische Spur: Bellersen taucht als „Dorf B.“ in Annette von Droste-Hülshoffs Novelle „Die Judenbuche“ auf. Wer das Buch kennt, geht hier mit anderen Augen durch die Straßen – manchmal führen auch Wanderungen entlang dieser Geschichte.
Der Ortskern selbst ist frei zugänglich, nichts kostet Eintritt. Parkplätze gibt es vor der Kirche und am Werkhaus. Wer Fragen hat oder mehr wissen möchte, findet dort auch jemanden zum Reden. Bellersen ist kein Ort für die große Show. Aber wer sich Zeit nimmt, entdeckt hier einiges – Natur, Geschichte, Handwerk und ein Stück Literatur, das man sonst kaum an einem so kleinen Fleck findet.
Um ein Schloss ranken sich reichlich Geschichten.