Ein Jahr nach Trumps Tylenol-Warnung: Große Analyse findet keinen Beleg für Zusammenhang mit Autismus
Stand: 24.09.2026, 18:37 Uhr
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Eine Auswertung von sieben Metaanalysen mit insgesamt mehr als drei Millionen Teilnehmenden findet keine belastbaren Hinweise darauf, dass Paracetamol in der Schwangerschaft Autismus oder ADHS verursacht. Bei methodisch besseren Untersuchungen verschwanden zuvor beobachtete Zusammenhänge weitgehend.
Eine neue große wissenschaftliche Auswertung findet laut EurekAlert! Keine belastbaren Belege dafür, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft Autismus oder ADHS bei Kindern verursacht. Die Übersichtsarbeit umfasst sieben Metaanalysen mit Daten von insgesamt mehr als drei Millionen Teilnehmenden und wurde in der Fachzeitschrift Developmental Medicine & Child Neurology veröffentlicht.

Die Ergebnisse erscheinen rund ein Jahr nach einer viel beachteten Warnung von US-Präsident Donald Trump vor dem Schmerzmittel. Im September 2025 hatte seine Regierung einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme des in den USA als Acetaminophen bezeichneten Wirkstoffs und Autismus beziehungsweise ADHS thematisiert. Die US-Arzneimittelbehörde FDA leitete damals ein Verfahren zur Änderung der Warnhinweise ein, betonte jedoch selbst, dass ein ursächlicher Zusammenhang nicht nachgewiesen sei.
Qualität verändert Ergebnis
Die neue Untersuchung fasste bereits vorhandene Metaanalysen zusammen. Wurden alle verfügbaren Untersuchungen ohne Einschränkung nach ihrer Qualität berücksichtigt, zeigte sich ein kleiner statistischer Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus beziehungsweise ADHS.
Dieses Signal wurde jedoch deutlich schwächer, sobald die Forschenden nur methodisch hochwertigere Metaanalysen und Studien mit einem geringen Risiko für Verzerrungen berücksichtigten. Die Ergebnisse näherten sich dann einem Wert an, bei dem kein statistischer Zusammenhang mehr besteht. Insgesamt fanden die Forschenden laut International Business Times UK keine belastbaren epidemiologischen Belege für einen ursächlichen Zusammenhang.
„Eine weithin debattierte Frage verdient mehr als Schlagzeilen – sie verdient belastbare Evidenz. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die scheinbare Assoziation zwischen pränataler Paracetamol-Exposition und Autismus oder ADHS schwächer wird, wenn die methodische Qualität steigt", sagte Erstautorin Hoda Tayebi Hillali von der Universität Santiago de Compostela in Spanien laut EurekAlert.
Weitere Studien kommen zu ähnlichem Ergebnis
Die neue Analyse steht nicht allein. Eine im Juni veröffentlichte Studie untersuchte Geschwister derselben Mutter und fand ebenfalls keine Hinweise darauf, dass Paracetamol während der Schwangerschaft das Risiko für Autismus oder ADHS erhöht. Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass Zusammenhänge aus früheren Untersuchungen wahrscheinlich zumindest teilweise durch familiäre Faktoren erklärt werden können.
Bereits im Januar hatte eine weitere große Auswertung von 43 Studien keine Hinweise darauf gefunden, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft das Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Beeinträchtigungen erhöht. Besonders aussagekräftige Untersuchungen mit Geschwistervergleichen sprachen gegen einen ursächlichen Zusammenhang. (Redaktion)