Ein Platz zum Toben: Im Gewerbepark an der A1 entsteht auf 2.500 Quadratmetern eine Hundefreilauffläche

Stand: 23.07.2026, 06:30 Uhr

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Nach dem ganzen Regen der vergangenen Tage zeigt sich der Pfingstmontag freundlich. Ein Hund, Australian Shepherd rennt über einen Trampelpfad durch eine Wiese bei Siegen-Oberschelden und hat sehr viel Freude. Fruehling (Frühling) im Siegerland am 09.06.2025 in Siegen Deutschland.

Freie Bahn für Vierbeiner: Eine Hundefreilauffläche soll Hunden ermöglichen, in Sottrum auch ohne Leine zu rennen und zu toben. © IMAGO/Rene Traut

In Sottrum entsteht eine Hundefreilauffläche. Wie Sarah Mania die Idee anstieß und warum das Projekt innerhalb weniger Monate Realität wird.

Sottrum – Noch wachsen die Pflanzen auf der Wiese im Gewerbepark an der A1 kniehoch. Zwischen dem Rewe-Kühllager und der Stolzenbach AG ist an diesem Vormittag kaum etwas los. Sarah Mania geht über das Gelände, ihre Hündin immer an ihrer Seite. An der Leine. „Die wäre sonst sofort weg“, sagt sie und lacht. Der Jagdtrieb sei einfach zu stark. Aber genau aus diesem Grund stehen sie heute hier. Denn wenn alles nach Plan läuft, wird auf diesem rund 2.500 Quadratmeter großen Grundstück schon bald eine Hundefreilauffläche entstehen. Ein Ort, an dem Vierbeiner unbeschwert rennen und toben dürfen.

Für Mania ist das „Gold wert“, wie sie sagt. Und das nicht nur während der Brut- und Setzzeit, in der Hunde ohnehin angeleint bleiben müssen. Denn auch sonst fehle ihr und vielen weiteren Hundehaltern bislang eine sichere Möglichkeit, ihre Tiere frei laufen zu lassen. Wer das möchte, „muss nach Lauenbrück oder Bremen fahren“, überlegt sie. Irgendwann beschloss Mania deshalb, das Thema konkret anzusprechen. Im Rathaus. „So eine Hundefreilauffläche in Sottrum wäre doch mal was“, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin vor einigen Monaten zu Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg. Der griff die Idee auf. Wenig später kam er mit einer Nachricht zurück: „Ich habe eine Fläche für dich. Ich glaube, das könnte klappen.“

Andreas Romundt, Holger Bahrenburg, Sarah Mania

Eine Idee nimmt Gestalt an: Sarah Mania (r.), Andreas Romundt (l.) und Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg (2.v.r.) bringen das Projekt voran. © Ina Hagemann

Heute zeigt Mania über die Wiese, erklärt, wo der Zaun verlaufen soll und wo später das große Tor eingebaut wird. Fünf Meter breit soll es sein, damit bei Bedarf auch ein Trecker zum Mähen auf das Gelände fahren kann. Viel mehr braucht es zunächst nicht: einen sicheren Zaun, weiches Gras und ein paar einfache Regeln für die Nutzerinnen und Nutzer. „Das ist eine richtig gute Fläche“, sagt sie erfreut. Abseits der Wohnhäuser störe ein bellender Hund hier nicht. Parkplätze seien im Gewerbegebiet ebenfalls vorhanden. „Hier entsteht jetzt endlich etwas direkt vor der Haustür“, so Mania.

Am 22. Juni gab der Rat der Gemeinde Sottrum grünes Licht für das Vorhaben. Die Gemeinde stellt das Grundstück zunächst für ein Jahr kostenfrei zur Verfügung. Pflege und Organisation übernehmen die engagierten Hundehalter selbst. Zusätzliche Kosten entstehen der Gemeinde nicht. „Innerhalb von vier Monaten sind wir praktisch von der Idee bis zur Umsetzung gekommen“, sagt Mania. Dass es so schnell ging, habe sie selbst überrascht.

Hier entsteht jetzt endlich etwas direkt vor der Haustür.

Mindestens genauso beeindruckt ist sie von der Unterstützung aus der Region. Über eine Spendenaktion waren die Materialkosten für den Zaun bereits nach wenigen Tagen gedeckt. Auch Unternehmen aus dem Ort wie Highland Stall & Weide sagten Unterstützung zu. Sie montieren den Zaun kostenlos. „Es ist echt toll, wie die Leute hier zusammenhalten“, sagt Mania. Genau darin sieht auch Andreas Romundt, der das Projekt unterstützt, einen der Gründe, warum sie in der Praxis so schnell vorankommen. „Man vermisst selbst etwas. Und wenn man dann feststellt, dass man längst nicht allein ist und viele Menschen das auch so sehen, dann kann man sich zusammentun.“

Während das Grundstück also nach und nach hergerichtet wird, entstehen schon die nächsten Ideen. Vielleicht kommt später noch eine Sitzbank für die Zweibeiner dazu, wenn sich weitere Unterstützer finden. Und der Erdhügel auf dem Gelände könnte als Buddelmöglichkeit für die Hunde erhalten bleiben. „Da gibt es immer Luft nach oben“, sagt Mania. „Aber erst einmal wollen wir einfach anfangen.“ Denn genauso wichtig wie der Auslauf für die Hunde an sich ist ihr ein weiterer Gedanke: „Man kommt mit dem Hund her, trifft andere Hundehalter und kommt ins Gespräch. Das kann doch total nett sein.“

Hundefreilauffläche Sottrum im A1 Gewerbepark 21.7.2026

Noch sieht die Fläche im Gewerbegebiet unscheinbar aus. Doch bald soll hier auf rund 2.500 Quadratmetern ein Platz für Hunde entstehen. © Ina Hagemann

Damit das Projekt langfristig funktioniert, hofft sie auf weitere Mitstreiter. Im Raum steht deshalb auch die Gründung eines Vereins, der sich künftig um Organisation, Versicherungsfragen und die Unterhaltung der Fläche kümmern könnte. „Ich unterstütze das sehr gern“, sagt Mania. „Aber ich würde mich freuen, wenn jemand sagt: Ich nehme das in die Hand.“ Denn ihr sei wichtig, dass das Projekt von einer Gemeinschaft getragen werde.

Noch ist etwas Geduld gefragt. Der Zaun muss fertiggestellt, die Fläche vorbereitet werden, das Gras muss wachsen. Wie die Hundefreilauffläche dann von den Sottrumern angenommen wird, wird sich zeigen. „Es muss sich ja auch erst mal rumsprechen“, weiß Sarah Mania. Die Voraussetzungen für einen guten Start sind jedenfalls geschaffen: Platz ist da, Unterstützung ebenfalls. Wenn alles nach Plan läuft, könnten bald die ersten Hunde über die Fläche toben.