„Ein Schock“: Sascha Jäger ist nicht mehr Trainer des SV Bruchhausen-Vilsen – „Co“ Jan Lehmkuhl übernimmt

Stand: 13.10.2026, 14:07 Uhr

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Sascha Jäger (Trainer des TuS Sudweyhe)

Die Zeit auf dem Trainerstuhl des SV Bruchhausen-Vilsen ist für Sascha Jäger (li.) nach nur zehn Spieltagen schon wieder vorbei. Sein bisheriger „Co“, Jan Lehmkuhl (re.), übernimmt den Fußball-Bezirksligisten. © Julian Diekmann

Das ist eine echte Überraschung: Nach nur zehn Spieltagen endet die Zeit von Sascha Jäger als Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Bruchhausen-Vilsen. Der 42-jährige Coach tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Alle Reaktionen und Hintergründe zum Trainerwechsel.

Bruchhausen-Vilsen – Paukenschlag in Bruchhausen-Vilsen: Sascha Jäger ist ab sofort nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten. Der 42-jährige Coach, der erst zu dieser Saison den Chefposten bei den „Lilahemden“ übernommen hatte, ist von sich aus zurückgetreten. Das teilte der Verein am frühen Dienstagmorgen auf seinem Instagram-Kanal mit. Co-Trainer Jan Lehmkuhl übernimmt die Mannschaft bis auf Weiteres.

„Es gab keine Warnzeichen, keine Vorwarnung. Das erwischt uns völlig kalt“, erklärt Vorsitzender Thomas Warnke auf Nachfrage. Ex-Coach Jäger habe am Montag nach der krachenden 0:4‑Heimpleite gegen den SV B-E Steimbke Vorstand und Mannschaft zu einem Gespräch ins Vereinsheim eingeladen. „Wir haben gedacht, dass das ein Grundsatzgespräch über die aktuelle Lage sein wird“, so Warnke, „aber dass Saschas Entscheidung dann so final ist. Wir haben das erst gar nicht glauben können“. Der Verein habe dem Trainer keinerlei Druck gemacht, versichert der 1. Vorsitzende. „Wahrscheinlich hat sich Sascha selbst zu sehr unter Druck gesetzt.“

Es gab keine Warnzeichen, keine Vorwarnung. Das erwischt uns völlig kalt.

Ein Eindruck, den Sascha Jäger bestätigt: „Wahrscheinlich wollte ich mehr, als möglich war“, formuliert der jetzige Ex-Trainer den Grund für seinen sofortigen Rücktritt. Er habe schon länger kein gutes Gefühl mehr gehabt, die Heimniederlage am Sonntag sei dann das „i-Tüpfelchen“ gewesen: „Da habe ich schon gedacht: So geht es nicht weiter“, sagt Jäger und meint: „Wenn das Orchester nicht gut spielt, muss der Dirigent halt gehen.“

Wenn das Orchester nicht gut spielt, muss der Dirigent halt gehen.

Doch sportlich läuft es für den SVBV nicht schlecht. Nach zehn Spieltagen steht der Absteiger aus der Landesliga auf einem respektablen fünften Tabellenplatz – mit Kontakt zu den Top drei. Und auch die Stabilisierung der Defensive, vor der Saison von Jäger als Vorhaben formuliert, ist mit erst 15 Gegentreffern auf einem guten Weg.

„Krasse“ Entscheidung

Warum also dieser drastische Schritt? „Ich weiß schon, dass das komisch aussieht“, sagt Sascha Jäger, der selbst von einer „krassen, aber konsequenten Entscheidung“ spricht. Die drei Monate in Vilsen hätten jedoch „schon viel Energie gekostet. Ich wollte immer ganz viel, und war dann nicht immer mit allem einverstanden“, so Jäger.

Im Groll geht der Oberschul-Lehrer aber nicht: „Das ist eine tolle Mannschaft und ein super Verein“, meint der scheidende Chefcoach. Dass mit seinem bisherigen Co-Trainer Jan Lehmkuhl direkt ein Nachfolger bereitsteht, gibt Jäger ein besseres Gefühl: „Das war natürlich eine Hilfe, dass da ein Trainerteam um Jan ist, das das überragend gut macht.“

„Jan hat sofort gesagt, dass er weitermacht“, berichtet Thomas Warnke von den Gesprächen mit dem übrigen Trainerteam. Unterstützt wird er weiter von Philipp Witschke und Nico Uhde. „Ich hoffe, dass Jan auch die finale Lösung sein wird. Ich traue ihm das auf jeden Fall zu“, blickt der Vereinsvorsitzende voraus. „Mindestens bis zum Winter“ aber erhält Lehmkuhl das Vertrauen.

Mannschaft hat um Jäger-Verbleib gekämpft

Und auch wenn Warnke Jägers Entscheidung „natürlich akzeptieren muss. Verstehen kann ich sie nicht.“ Besonders leid tut es ihm für die Spieler: „Alle waren begeistert von Sascha und seinem Training, niemand war unzufrieden.“ Die Mannschaft habe während des eineinhalbstündigen Gesprächs am Montagabend „so für ihn gekämpft“, berichtet Thomas Warnke. Vergebens.

Kapitän Nick Brockmann spricht von einem „richtigen Schock“ und bestätigt: „Das war ziemlich surreal in dem Moment. Wir haben alle gesagt, dass wir gerne mit ihm weitermachen wollen.“ Der Stürmer und seine Teamkollegen seien „sehr zufrieden“ mit ihrem Trainer gewesen: „Ich hatte das Gefühl, dass es immer besser gefunkt hat die letzten Wochen“, so Brockmann.

Nick Brockmann (SV Bruchhausen-Vilsen)

Für Vilsens Kapitän Nick Brockmann und seine Teamkollegen war die Nachricht „ein richtiger Schock“. © Julian Diekmann

Dementsprechend gedrückt sei die Stimmung in der Mannschaft: „Ich habe von einigen gehört, dass sie nicht so gut geschlafen haben“, berichtet der Kapitän, aber: „Jetzt muss sich der Blick wieder nach vorne richten.“