Eine Nacht wie in Italien: Gianna Nannini feiert 50. Jubiläum in der Waldbühne

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Ein spätsommerlicher Abend in Berlin. Das letzte Konzert der Open-Air-Saison in der ehrwürdigen Berliner Waldbühne im Westend. An diesem Samstag wird Goldene Hochzeit gefeiert: 50 Jahre ist Gianna Nannini nun mit ihrer Karriere verheiratet – GiannaGold. 50 Jahre sind vergangen, seit ihr Debüt­album „Gianna Nannini“ erschien.

Es ist das einzige Konzert, das sie 2026 gibt, bevor im März 2027 die „GiannaGold Celebration Tour“ startet.

In Berlin möchte sie gebührend feiern – und Berlin wird sie feiern. Schließt man die Augen und hört nur auf das Stimmengewirr, verliert sich schnell das Gefühl dafür, in welcher Stadt man sich eigentlich befindet. Ein lebendiger Mix aus Italienisch und Deutsch liegt in der Luft, irgendwo zwischen Rom, Neapel und Berlin. Die Berliner Waldbühne wird für eine Nacht zum Kolosseum.

50 Jahre, eine Karriere

Viel hat sich die mittlerweile 72-jährige Künstlerin vorgenommen: eine orchestrale Rockshow. Ihre Band wird vom Bohemian Symphony Orchestra Prague begleitet. Perfekt aufeinander eingespielt und inszeniert, trägt das Orchester die Band und Nanninis unverkennbare Reibeisenstimme durch fünf Jahrzehnte ihrer Karriere. Passend zum Motto Gold steht die Künstlerin überpünktlich im goldenen Mantel auf der Bühne und setzt mit „America“ gleich zu Beginn ein kräftiges Ausrufezeichen. Es folgen mehr als zwei Stunden einer großen Werkschau: von „I Maschi“ und „Fotoromanza“ bis zu „Bello e impossibile“.

Die leise Seite der Künstlerin

Im Mittelteil des Konzerts zeigt sich dann eine andere Gianna. Nur am Klavier, teilweise mit Partner vierhändig spielend, erlebt das Publikum die emotionale Seite der Künstlerin. Auf den großen Screens lässt sich sogar eine Träne erahnen. „Donne in amore“, „Notti senza cuore“, „Ragazzo dell’Europa“, „Profumo“ und „La differenza“ nehmen für einen Moment die große Geste aus der Show und rücken Stimme und Songs in den Mittelpunkt.

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Nannini scheint kaum gealtert. Noch immer in Topform, mit ihren unverkennbaren Gesten und dieser einzigartigen Stimme, unterhält sie die Waldbühne wie schon bei ihrem letzten Auftritt an gleicher Stelle im Jahr 1988 – vor 38 Jahren.

Für eine Nacht in Italien

Mit „Volare“, der italienischen Musikhymne schlechthin, und den anschließenden „Olé, Gianna, olé, olé“-Rufen verschmelzen schließlich Popkultur und italienisches Lebensgefühl. Spätestens jetzt könnte die Berliner Waldbühne genauso gut in Rom stehen.

Und zum Ende bringt Nannini dem Berliner Publikum noch einmal den Sommer 1990 zurück. „Un’estate italiana“, der offizielle Song jener Fußball-WM, an deren Ende Deutschland in Rom Weltmeister wurde, bildet den krönenden Abschluss einer italienischen Spätsommernacht, in der Berlin für eine Nacht in Italien war.