„Eine Schande für Deutschland“: Merz offenbart nach Wahl-Debakel, was ihn aktuell am meisten besorgt

Stand: 21.09.2026, 18:30 Uhr

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Bei der Nachschau auf die verpatzten Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gerät der CDU-Chef bei einem überraschenden Thema in Rage.

Berlin – Stetig wachsende Zustimmung für die AfD, die fast in der absoluten Mehrheit in Sachsen-Anhalt gipfelte. Eine CDU, die nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern in der Versenkung verschwindet, oder seine Zukunft als Kanzler: Es gäbe viele Punkte, über die Friedrich Merz besorgt sein könnte. Doch überraschenderweise bekümmert den CDU-Chef etwas anderes am meisten.

Auf einer Pressekonferenz in Berlin nahm der Kanzler Stellung zu den Wahlergebnissen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei zeigte er sich etwa glücklich, dass die SPD gewillt ist, die Koalition auf Bundesebene fortzusetzen. Bei einem Thema allerdings, das eher indirekt mit den Wahlen zu tun hat, redete sich Merz in Rage.

Friedrich Merz verlässt eine Pressekonferenz.

Friedrich Merz besorgt es am meisten, dass die Linke die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewann © Jens SCHLUETER / AFP

Auf die Frage eines Reporters, ob er anlässlich des Erstarkens radikaler Parteien um das Image Deutschlands bei Investoren fürchte, fand Merz deutliche Worte. Diese Zweifel erreichten ihn von mehreren Stellen, sagte der Kanzler. „Das, was mich am allermeisten besorgt, ist, dass wir, nicht nur in Berlin, aber vor allem in Berlin, seit einigen Monaten einen zunehmenden radikalen, offen vorgetragenen Antisemitismus erleben, der hier auch geradezu mit Beifall in Berlin begrüßt wird.“

Kanzler Merz teilt gegen Berliner Linke aus – „eine Schande für Deutschland“

Der Linken in Berlin wird israelbezogener Antisemitismus und Sympathie für Extremisten in Teilen der Parteibasis vorgeworfen. Auf der Wahl-Party soll Clan-Boss Issa Remmo anwesend gewesen sein. Zudem hält die Partei nach ihrem Wahlsieg an ihrer Forderung fest, große Immobilienkonzerne zu enteignen. Was ihn dabei „wirklich zutiefst verstört“, ist die Tatsache, „dass dies auch von Teilen der Gesellschaft unwidersprochen bleibt“. Er hoffe auf eine klare Antwort von SPD und Grünen, die in Berlin eine Koalition mit der Linken eingehen könnten.

„Dass jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr sicher ist, das ist die schwerste Hypothek der letzten Jahre. Das ist etwas, was alle demokratischen Parteien in Deutschland wirklich zutiefst besorgen muss“, fuhr Merz fort. Wo jüdisches Leben gefährdet ist, „werden wir uns mit allem, was wir zur Verfügung haben, dagegenstellen“, versprach er. „Was seit dem 7. Oktober 2023 auf Straßen und Plätzen, in Medien, öffentlich, nicht öffentlich, hier in Berlin möglich geworden ist, das ist eine Schande für Deutschland.“ (Quelle: Pressekonferenz mit dem Berliner CDU-Spitzenkandidaten Stefan Evers) (mt)