Einrichtungshaus schließt nach 31 Jahren: „Es ist eine Schande, der Laden läuft gut"

Stand: 24.10.2026, 20:00 Uhr

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Garden Art schließt nach 31 Jahren, im Bild Peter und Jane Schotters mit ihrer Pointer Hündin Paca

Peter und Jane Schotters mit ihrer Pointer-Hündin Paca. Nach 31 erfolgreichen Jahren schließen sie ihr Geschäft „Garden Art“ zum Jahresende. © Carolina Ludwig

Das Einrichtungshaus Garden Art in Schalksmühle schließt zum Jahresende. Für Jane und Peter Schotters endet damit eine 31-jährige Erfolgsgeschichte.

Schalksmühle – „Lieblingsplatz“ steht vor dem Eingang an der Asenbach. Seit zwölf Jahren ist das Garden Art hier beheimatet, 31 Jahre gibt es das Geschäft insgesamt. Ein Lieblingsplatz ist das Einrichtungshaus mit Café in den vergangenen Jahrzehnten sicher auch für einige Kunden geworden. Zum Jahresende müssen sich diese von dem Geschäft und dem Inhaberpaar Jane und Peter Schotters verabschieden, denn die beiden gehen in den Ruhestand.

Garden Art schließt nach 31 Jahren: „Es ist eine Schande, der Laden läuft gut"

Dass das Garden Art überhaupt entstanden ist, ergab sich durch eine Idee an einem Sommertag in Brügge, wie Peter Schotters erzählt. Jane Schotters Brüder verkauften damals auf dem alten Bahnhofsgelände Gartenhütten und -zäune und alles, was mit dem Garten zu tun hat. „Wir saßen im Sommer da mal draußen und haben das Gebäude gesehen“, erinnert sich Peter Schotters. Das Gebäude – damit ist die alte Schmiede gemeint, die mittlerweile für den Edeka weichen musste. Man müsste damit doch irgendetwas machen, habe Jane Schotters gesagt und zu ihrem Mann: „Kümmer dich mal drum.“

Nach vielen zunächst erfolglosen Gesprächen mit der Eigentümerin Deutsche Bahn habe man sich auf ein Mietverhältnis einigen können und die Schotters steckten in den kommenden Monaten gemeinsam mit ihren beiden Söhnen viel Arbeit, Herzblut und Geld in das alte Gebäude. 1995 eröffneten sie ihr „kleines aber feines Einrichtungshaus“, wie es Peter Schotters nennt – und gingen bereits vor der Eröffnung auf Kundensuche. „Ich habe mir eine Adress-CD aus Lüdenscheid besorgt und die Meinungsbildner rausgesucht“, erzählt er. Ärzte, Anwälte und andere Berufsgruppen mit viel Kundenkontakt und Einfluss habe man mit einer Klappkarte angeschrieben und so persönlich über die Eröffnung informiert. Die Strategie zahlte sich aus: „Die Bude war rammelvoll, das haben wir nicht erwartet“, sagt Peter Schotters.

Das Konzept der persönlichen Ansprache behielten die beiden bei. Kunden des Garden Arts waren nicht einfach nur Kunden, sie wurden zu Bekannten, manche zu Freunden. Drei- bis viermal im Jahr erhielten sie eine Karte von den Schotters, mit einem persönlichen Foto – vom Gebäude, den Hunden, Weihnachtsbäumen oder aus dem Urlaub – um an die wechselnden saisonalen Ausstellungen im Garden Art erinnert zu werden. Einige der Kundinnen und Kunden sammelten die Karten, wie Schotters über die Jahrzehnte erfahren sollten.

Garden Art (r.) weicht der neuen Bebauung und verabschiedet sich nach Schalksmühle.

Das alte Garden Art auf dem ehemaligen Bahngelände in Brügge. Die Gebäude mussten für das neue Zentrum rund um den Edeka weichen. © Florian Hesse

Mit dem Umzug nach Schalksmühle – das Bahngelände sollte umgebaut werden und die kleinen Verkaufsräume platzten ohnehin aus allen Nähten – kam eine wichtige Ergänzung hinzu: Statt des Kaffees auf die Hand konnten die Schotters nun in ihrem eigenen Café Getränke und Mahlzeiten anbieten – und damit auch die Männer anlocken, die in Brügge in ihren Autos warteten, bis ihre Frauen mit dem Einkauf fertig waren. Ganze Grüppchen nisteten sich im Garden Art ein und machten den Concept Store zu einem Treffpunkt – mit Vollkonzession, da die Schalksmühler Damen dafür bekannt gewesen seien, gerne mal einen Prosecco zu trinken, wie Peter Schotters erzählt.

Garden Art schließt nach 31 Jahren

Mit dem Umzug nach Schalksmühle wurde das Geschäft um ein Café ergänzt. © Carolina Ludwig

Über die Jahrzehnte begleitete das Ehepaar seine Kundschaft und andersherum. Viele der älteren Damen hätten sich bei ihren Besuchen regelmäßig nach dem Sohn der Schotters erkundigt. Andere fragten explizit, ob denn der Hund im Haus sei. So sei der Sohn einer Kundin regelmäßig zum Gassigehen oder Hunde streicheln ins Garden Art gekommen. Nach schwierigen Tagen in der Schule oder Problemen vor dem Abitur habe er sich vorab erkundigt und den Hund eine Runde ausgeführt. Eine andere Kundin habe das ruhige Tier ganz unbewusst im Gespräch gestreichelt und plötzlich berichtet, dass sie eigentlich panische Angst vor Hunden habe. „Sie hatte dann auch Tränen in den Augen. Unsere Kunden hatten hier immer Raum“, betont Jane Schotters.

Garden Art schließt nach 31 Jahren

Bis zur Schließung läuft der Abverkauf. Ende Oktober kommt allerdings auch noch frische Weihnachtsware dazu. © Carolina Ludwig

Die Marketingkenntnisse ihres Mannes – Peter Schotters war lange für verschiedene Unternehmen im Vertrieb tätig – und der persönliche Umgang mit den Kundinnen und Kunden machten das Garden Art über drei Jahrzehnte zu einer Erfolgsgeschichte. „Es ist eine Schande, der Laden läuft gut“, sagt Peter Schotters. 2026 sei bisher das zweitbeste Jahr der Unternehmensgeschichte gewesen. Doch mit 67 und 69 Jahren, drei Kindern und fünf Enkeln, die sie zu selten sehen, wollen Jane und Peter Schotters ein neues Kapitel beginnen. „Wir haben noch so vieles vor“, freut sich Peter Schotters. Der Abschied wird dennoch ein emotionaler werden. Denn während er erst vor ein paar Jahren in den „Ruhestand“ und damit zu seiner Frau in den Laden wechselte, spielte sich ihr Leben mehr als 30 Jahre lang im Geschäft ab. „Ich muss mich erst mal finden, wie man so schön sagt“, glaubt Jane Schotters.

Für die Kundschaft wird es jedenfalls noch einen gewohnten Abschluss geben: Ab Ende Oktober zieht die Weihnachtsstimmung in das Garden Art ein. Wer sich die oft einzigartigen Einrichtungsstücke, Kleidung oder sogar das Mobiliar des Garden Arts sichern, oder bei einem Kaffee Abschied nehmen möchte, hat bis zum Jahresende noch Gelegenheit dazu.