Aus Kriegslücke wird Hamburgs Bauwerk des Jahres

Hamburg

Dieses architektonische Schmuckstück ist jetzt Hamburgs „Bauwerk des Jahres“

Die ehemalige Maschinenzentralstation in der Hamburger Speicherstadt ist „Bauwerk des Jahres 2025“.
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Aus einer Kriegslücke wurde ein architektonisches Schmuckstück: Ein ehemaliges Kraftwerk in der Hamburger Speicherstadt ist zum „Bauwerk des Jahres“ gekürt worden. 

Aus einer Kriegsruine ist eine architektonische Perle geworden: Die ehemalige Maschinenzentralstation in der Hamburger Speicherstadt ist zum „Bauwerk des Jahres 2025“ gekürt worden. Das Besondere: Hier treffen mehr als 100 Jahre alte Industriearchitektur und moderne Baukunst aufeinander.

Einst versorgte sie die gesamte Speicherstadt mit Strom und hydraulischer Energie. Die ehemalige Maschinenzentralstation in Hamburgs historischem Lagerhausviertel hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

Doch der Zweite Weltkrieg brachte diese Geschichte zu einem abrupten Ende. 1943 wurde ein Teil des Gebäudekomplexes zerstört. Anschließend klaffte dort jahrzehntelang eine Lücke.

Speicherstadt in Hamburg: Neubau schließt Kriegslücke

Dann ließ die Immobiliengesellschaft der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) den erhaltenen Teil sanieren und durch einen modernen Kopfbau ergänzen. Eine besondere Herausforderung, denn: Die Speicherstadt gehört seit 2015 zum UNESCO-Welterbe. Die Anforderungen an den Neubau waren hoch.

Bei einem Architekturwettbewerb hatte sich das Hamburger Architekturbüro BIWERMAU durchgesetzt. Dessen Entwurf griff die charakteristische Backsteinarchitektur der Speicherstadt auf und interpretierte sie neu und modern.

Jetzt wurde das denkmalgerecht sanierte und um einen Neubau ergänzte Gebäude vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg (AIV) zum „Bauwerk des Jahres 2025“ gewählt.

Weite Industriehalle der Maschinenzentralstation mit Stahlstützen, Betonboden und Foyer im Hintergrund
Loft-Atmosphäre: Die ehemalige Maschinenzentralstation im Inneren des Gebäudes.
Jochen Stueber/hhla

„Ziel war es, wieder ein gemeinsames Haus aus Alt- und Neubau zu schaffen, welches die unterschiedlichen Zeitschichten des Gebäudes sichtbar macht“, erklärt Architektin Annina Mielck von BIWERMAU.

Auf rund 4000 Quadratmetern entstanden drei Mieteinheiten, die sich jeweils über den Neubau und die historischen, loftartigen Gebäudeteile erstrecken. Auch im Keller ist die Vergangenheit noch sichtbar: Dort wurden die alten Fundamente freigelegt und saniert.

Ausgezeichnetes Gebäude beherbergt Restaurant „Chefs Warehouse“

Bei der Preisverleihung würdigte Alexander Steffens von „WTM Engineers“ die Idee, nicht nur die historische Bausubstanz zu erhalten, sondern auch den im Krieg zerstörten Kopfbau wieder zu ergänzen.

Seit dem Frühjahr ist in das einstige Industriegebäude neues Leben eingezogen: In der früheren Maschinenhalle eröffnete im Februar das Restaurant „Chefs Warehouse“ – der erste deutsche Standort des Gastronomiekonzepts aus dem südafrikanischen Kapstadt.

Wo einst Maschinen die Speicherstadt mit Energie versorgten, kommen heute Hungrige zu neuer Energie. Und Hamburg ist um ein preisgekröntes Bauwerk reicher.