Deutschland Topfavorit für WM 2042? Bundesliga-Boss spricht von „sehr guten Chancen“ für DFB-Bewerbung
Eintracht-Boss sieht Deutschland im Rennen um WM-Bewerbung weit vorne
Stand: 28.07.2026, 21:12 Uhr
Der DFB plant eine Bewerbung für die Weltmeisterschaften 2038 oder 2042. Eintracht-Boss Axel Hellmann glaubt, dass Deutschland dabei gute Karten hat.
Frankfurt – Als CEO des Vereins beschäftigt sich Axel Hellmann in seinem Alltag vornehmlich mit Eintracht Frankfurt. Gleichzeitig ist der Funktionär Mitglied im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes. Als solches gehört auch die Planung der deutschen Bewerbung für die Ausrichtung der Fußball-WM in den Jahren 2038 oder 2042 zu seinem erweiterten Aufgabenbereich.

Noch ist eine solche nicht offiziell, die Chancen stünden im Fall der Fälle laut Hellmann aber besonders bei einer Kandidatur für die Ausgabe 2042 gut. „Deutschland hat die Stadioninfrastruktur, die Mobilitätsinfrastruktur und die Hotelinfrastruktur. Jedes einzelne Spiel wird ausverkauft sein. Es wird ein Erfolg“, sagte Hellmann gegenüber The Athletic. „Es gibt Spielraum für eine Bewerbung für 2038, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir für 2042 sehr gute Chancen haben.“
Axel Hellmann über mögliche WM-Bewerbung 2042: „Es wird ein Erfolg“
Die kommende Weltmeisterschaft 2030 findet in Spanien, Portugal und Marokko statt, während anlässlich des 100. WM-Jubiläums jeweils ein Spiel in Argentinien, Paraguay und Uruguay stattfinden wird. Vier Jahre später ist dann Saudi-Arabien als alleiniger Gastgeber an der Reihe. Die strengen Rotationsregeln der FIFA hinsichtlich der gastgebenden Kontinentalverbände lassen eine WM in Europa schon 2038 zumindest fraglich erscheinen.
Deutschland richtete in der Vergangenheit die Weltmeisterschaften 1974 und 2006 aus. „Die Wahrnehmung Deutschlands als Land hat sich 2006 völlig gewandelt – von ‚die Deutschen, die sind zu ernst‘ zu ‚Deutschland ist ein großartiges Land mit großer Gastfreundschaft‘“, resümierte Hellmann das „Sommermärchen“ und schwärmte: „Die Türen, die wir auf dem globalen Markt öffnen konnten, waren gewaltig. Ich habe gesagt, das war die beste Marketing- und Branding-Kampagne, die wir je durchgeführt haben.“
Für eine mögliche kommende WM in Deutschland kann der 54-Jährige sich ähnliche Effekte vorstellen, auch wenn „massive Investitionen“ nötig wären. „Eines ist klar: Deutschland hat die vollständige Infrastruktur für alles, was gebraucht wird. Die Anzahl der Stadien einer bestimmten Größe, sowie die Trainingsplätze, die wir benötigen. Die Infrastruktur ist vorhanden, aber wir brauchen, sagen wir mal, irgendwie moderne oder erneuerte Stadien.“
Während Hellmann die WM in den USA, Kanada und Mexiko als Erfolg bewertete, kritisierte er die exorbitanten Ticketpreise, die die FIFA für viele Tickets aufgerufen hatte. Er habe „ein bisschen Angst vor der Zukunft des modernen Fußballs“, wenn nur „bestimmte Gruppen“ die WM-Spiele besuchen könnten.
Hellmann schlägt Stehplätze für günstigere Tickets vor
Als einen Lösungsansatz für bezahlbare Preise nennt Hellmann die Wiedereinführung von Stehplätzen bei der Weltmeisterschaft. „Wir haben in Deutschland große Erfahrung mit Stehplätzen, weil das günstige Preise ermöglicht, die sich jeder leisten kann“, argumentierte der Eintracht-Boss. In der Bundesliga haben Stehplätze eine lange Tradition und machen teilweise – etwa bei Union Berlin – einen Großteil der Zuschauerplätze aus.
Zuletzt hatte sich auch die Bundesregierung deutlich hinter die Pläne für eine WM-Bewerbung von Deutschland gestellt. „Grundsätzlich freuen wir uns über diesen Schritt. Wir sind ein Land, welches stark darin ist, große Sportveranstaltungen zu organisieren“, sagt Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein bei ntv. (mbo)