Eintracht Frankfurt setzt auf Doan und Uzun wie einst auf Kamada und Younes
Stand: 03.08.2026, 14:16 Uhr
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Trainer Adi Hütter stellt die Eintracht auf ein 4-2-2-2-System um. Can Uzun und Ritsu Doan sollen auf den offensiven Halbpositionen das Spiel prägen.
Der ursprüngliche Eintracht-Plan sah mal vor, dass der senegalesische Innenverteidiger Nobel Mendy am Samstag im Freundschaftskick in Dreieich gegen Hull City auf dem Platz stehen wird. Es könnte durchaus so kommen, allerdings nicht so, wie die Frankfurter Sportlichführung es sich ausgemalt hat: Mendy könnte nämlich in den falschen Farben vorstellig werden. Denn der 21-Jährige steht kurz vor einem Wechsel zum Premier-League-Aufsteiger, dem Testspielpartner der Eintracht.

Noch ist der Deal nicht fix, und er bewegt sich in einem Umfang, der für die Hessen zu massiv ist. Um die 25 Millionen macht Hull für den Mann von Rayo Vallecano locker. Viel zu viel für die Eintracht. „Ein interessanter Spieler“, sagt Trainer Adi Hütter. „Aber wenn für einen Innenverteidiger so eine Ablöse aufgerufen wird, dann können und wollen wir nicht mithalten.“ Verständlich. Ändert gleichwohl nichts daran, dass Adi Hütter noch mindestens einen zusätzlichen Verteidiger der Marke „robust, groß, schnell“ benötigt. Und den wird er bekommen. „Wir werden schon was finden“, sagt er lachend.
Eintracht Frankfurt: Warten auf Mister X?
In der zentralen Deckung herrscht aktuell nicht gerade Konjunktur. Nur Kapitän Robin Koch hat seinen Platz felsenfest sicher. Ansonsten verfügbar: Nnamdi Collins, Wackelkandidat in der abgelaufenen Runde. Und: Neuzugang Otavio aus Brasilien, 20 Jahre jung, Referenz: 22 Ligaspiele für Estrela Amadora, Tabellenfünfzehnter in Portugal. Der Bursche wird ein bisschen Zeit brauchen.
Leitfigur Koch, auch eher schwer schwächelnd in der jüngsten Rumpelsaison, ist die einzige Konstante im gesamten Deckungsverbund. Auch hinter den Außenbahnen stehen noch ein paar Fragezeichen. Elias Baum erhielt zwar jetzt einen Vertrauensbooster von Adi Hütter, der allen Abwerbeversuchen einen Riegel vorschob. Doch ob der 20-Jährige tatsächlich das Niveau mitbringt, um in der Bundesliga seinen Mann zu stehen, wird er beweisen müssen. In der zurückliegenden Spielzeit trauten ihm das zwei Cheftrainer nicht zu.
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Auf links sieht es nicht anders aus. Dort entpuppte sich Keita Kosugi zwar als ausgesprochene Giftnudel, bissig ohne Ende. Aber ob das reicht? Eigentlich würden beide als Backups durchgehen. Immerhin: Zur Not könnte Collins auf rechts und Otavio links verteidigen. Oder Sportvorstand Markus Krösche bessert noch mal nach. Das könnte auch auf der Torwartposition passieren. Zwar betont der Manager, an der Konstellation nichts ändern zu wollen. Aber das könnte man mit dem Zusatz versehen: Stand jetzt.
Adi Hütter rotiert bisher im Kasten, Kaua Santos und Michael Zetterer wechseln sich pro Halbzeit ab. Beim 1:0-Erfolg in Mannheim konnte sich Zetterer auszeichnen, obwohl er eigentlich als Nummer zwei eingeplant ist, wenn überhaupt. „Er hat ein, zwei tolle Bälle gehalten, eine gute Partie gemacht“, lobte der Chefcoach. Kaua Santos hingegen genießt generell das Vertrauen der Sportlichen Leitung. „Zu 100 Prozent“, wie Markus Krösche sagt. Und doch scheint nicht ausgeschlossen, dass Mister X wie Kai aus der Kiste hüpft.
Auf der anderen Seite des Spielfelds ist ein Spieler gesetzt, der sich auch ums Kapitänsamt bewirbt: Jonathan Burkardt, Mister Zuverlässig im Sturm. Der 26-Jährige trifft verlässlich, gilt überdies als Prototyp für Hütters Spielstil. Burkardt ist nicht nur ein klassischer Torjäger, sondern auch ein Malocher. Das passt.
Doppelspitze geplant
An seiner Seite zurzeit übrigens ganz klar: Ansgar Knauff. Der eigentliche Flügelspieler hat Younes Ebnoutalib als Stürmer Nummer zwei den Rang abgelaufen. Der gebürtige Frankfurter Ebnoutalib ist zwar nicht gänzlich ins Hintertreffen geraten, hat aber merklich an Boden verloren. Der 22-Jährige konnte Adi Hütter bisher nicht vollumfänglich überzeugen. Nicht nur deshalb ist die Eintracht auf der Suche nach einem weiteren Angreifer. Die Spur zu Nottinghams Anraud Kalimuendo, zuletzt ausgeliehen, ist aktuell erkaltet.
Adi Hütter hat sich momentan auf einen Doppelsturm festgelegt. „Es ist immer gut, mit zwei Spitzen zu spielen. Das ist für die gegnerische Abwehr schwieriger.“ Der Fußballlehrer präferiert ein 4-2-2-2, darauf sei man erst einmal „festgenagelt“, wie er sagt, betont aber gleichzeitig, dass „wir in der Systematik sehr flexibel sind“. Die Zeit wird es zeigen. Klar ist, dass es eine Abkehr vom 4-3-3 (oder Rieras schiefem 4-1-4-1) aus der Vorsaison geben soll.
Entscheidenden Einfluss auf die neue Taktik werden neben den zentralen Mittelfeldspielern, derzeit wohl Neuzugang Raphael Onyedika und Dauerbrenner Hugo Larsson, auch die offensiven Akteure auf den Halbpositionen haben. Adi Hütter schwebt eine ähnliche Konstellation wie zu seiner ersten Amtszeit vor, als er Daichi Kamada und Amin Younes mit kreativen Aufgaben im Achter-, Zehnerraum betraute.
Sein Duo im Jahr 2026 besteht aus Can Uzun und Ritsu Doan. Beide sollen das Offensivspiel prägen, mit ihren fußballerischen Fähigkeiten, ihrem Esprit und Spielwitz für die besonderen Momente sorgen. Gerade Doan päppelt der Österreicher nach einem insgesamt eher enttäuschenden Premierenjahr auf. „Er macht es sehr gut auf dieser Position.“ Auch das ist im Ernstfall noch zu hinterlegen. Wie alles andere auch.