Villa mitten auf Wanderweg: Österreich-Dorf wütend auf deutschen Milliardär

Einwohner toben: Deutscher Milliardär baut seine neue Villa auf österreichischem Wanderweg

Stand: 19.07.2026, 21:01 Uhr

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Ein beliebter Aufstieg wird umgelegt – ohne klare Hinweise. Jetzt ringen Gemeinde und Eigentümer um den Verlauf, am Ende könnte ein Gericht entscheiden.

Lochau – Wer als Wanderer in Lochau Richtung des Pfänder-Gipfels startet, trifft auf einem Abschnitt des Panoramawanderwegs derzeit auf ein Hindernis: Eine Mauer versperrt den bisherigen Verlauf des 6500-Einwohner-Dorfes im Bundesland Vorarlberg. Hintergrund ist ein Neubau auf einem Grundstück, über das der Weg geführt hat.

Der Panoramaweg von Lochau zum Pfänder (Symbolfoto).

Der Panoramaweg von Lochau zum Pfänder (Symbolfoto). © google maps

Der Fall sorgt für Ärger in der Gemeinde. Bürgermeister Frank Matt sagt dem ORF Vorarlberg, dass der Weg ohne vorherige Absprache mit der Gemeinde verlegt worden sei. Er beschreibt die Stimmung im Ort so: „Wir Lochauer sind alle verärgert, so ein Vorgehen ist beispielslos und es wird dagegen vorgegangen.“

Streit um deutschen Milliardär in Österreich: Umleitung statt Sperre

Der Grundstückseigentümer ist laut dem Medium der deutsche Unternehmer Michael Wisser. Für ihn erklärt die Familiensprecherin Jana Lorena Eggert, dass es über das Grundstück ein öffentliches Wegerecht gebe. Gleichzeitig vertritt sie die Position, der Eigentümer dürfe festlegen, wo der Weg auf dem Grundstück konkret verlaufe.

Deshalb sei die Route geändert worden – „der Weg wurde auf dem Grundstück umgeleitet (er wurde nicht gesperrt)“ – und man habe eine Alternativstrecke geschaffen, die nur geringfügig vom bisherigen Verlauf abweiche und „eine sichere und ansprechende befestigte Wegstrecke“ ermöglichen solle.

Beim Lokalaugenschein des ORF Vorarlberg sei zwar eine alternative Passage zu finden gewesen, allerdings ohne Beschilderung. Wo der Wanderweg künftig genau verlaufen soll – rechts an der Villa vorbei, wie es die Gemeinde bevorzuge, oder links, wie es der Hausbesitzer wünsche –, könnte laut dem Medium am Ende ein Gericht entscheiden.

Der frühere Verlauf sei laut oe24.at mit Mauer und Zaun blockiert, stattdessen führe ein neu angelegter Weg um das Areal herum. Gleichzeitig verweist oe24.at darauf, die Gemeinde habe bereits erste rechtliche Schritte gesetzt und wolle die öffentliche Zugänglichkeit wiederherstellen. Praktisch relevant für Wanderer: Beim ORF-Lokalaugenschein sei zwar eine alternative Passage zu finden gewesen, aber ohne Beschilderung – genau daran dürfte sich kurzfristig entscheiden, wie „verständlich“ die Umleitung im Alltag tatsächlich ist. Auch in Langau gab es einen Grundstücksstreit. Ebenso gab es Ärger um einen Wanderweg an einem See an der bayerisch-österreichischen Grenze. (Quellen: ORF Vorarlberg, oe24.at) (cgsc)