Nächster Rückschlag für Hamburgs Eissportler

Hamburg

Eisbahn-Pläne geplatzt: Sportverband ist „geschockt“ – und wirft Hamburg Wortbruch vor

Die Rad- und Eishalle in Stellingen wurde im Herbst 2025 geschlossen. (Archivbild)
Florian Quandt

Hamburgs Eissportler stehen vor einer schwierigen Wintersaison: Der Plan einer mobilen Eisanlage in Eidelstedt ist offenbar geplatzt. Nun wurde sogar eine Petition gestartet.

Die Freude unter den Hamburger Eishockey-Clubs war groß, als im April die Nachricht kam: Nach der Schließung der Eishalle Stellingen im vergangenen Jahr sollte auch in der kommenden Saison eine mobile Eisbahn als Ersatz her – dieses Jahr sogar mit Überdachung. Doch aus diesen Plänen wird offenbar vorerst nichts.

Der Grund: Es hatten sich keine Firmen auf die Ausschreibung für den Bau einer neuen mobilen Anlage am Steinwiesenweg (Eidelstedt) beworben. Das geht aus einem Mitgliederschreiben des Hamburger Eis- und Rollsportverbands (HERV) vom Freitag hervor.

Darin berichtet HERV-Präsidentin Irmelin Svensson von einem Gespräch der Eissportvereine mit unter anderem Sportstaatsrat Christoph Holstein (SPD), bei dem das Aus für die mobile Eisbahn mitgeteilt wurde.

Pläne für mobile Eisbahn sollen geplatzt sein

„Jeder kann sich vorstellen, dass die Teilnehmer des Treffens geschockt sowie sprach- und fassungslos waren“, schreibt Svensson in der Mitteilung. Sie spricht von einem „Wortbruch“ der Stadt Hamburg, die zugesagt hatte, für die kommende Saison eine zweite überdachte Eisfläche sicherzustellen.

„Was sich jetzt abzeichnet, ist definitiv eine erneute Saison im Übergang mit vielen Einschränkungen und Erschwernissen.“ Und davon sind nicht nur die Eishockey-Teams betroffen: Auch Eiskunstlauf und Eisschnelllauf sind schließlich auf ausreichend Zeit auf dem Eis angewiesen.

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Als Ausweichmöglichkeit bleibt jetzt nur die Eishalle in Farmsen. Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, sollen die dortigen Eiszeiten möglichst vollständig dem Vereinssport zur Verfügung gestellt werden, so Svensson. Auch die Spiele, die ursprünglich auf der geplanten  Ersatzfläche stattfinden sollten, sollen nach Farmsen verlegt werden. 

Fläche am Steinwiesenweg soll für mobile Anlage vorgehalten werden

Immerhin: Auch in den kommenden Jahren soll die Fläche am Steinwiesenweg für eine mobile Eisbahn vorgehalten werden. An der Zusage, eine solche Anlage anzuschaffen, halte die Stadt fest – sofern ein Generalunternehmer gefunden wird.

Es ist bereits die zweite Saison, in der die Sportler nicht in der Eishalle in Stellingen trainieren können. Ein Gutachten eines Ingenieurbüros hatte im Herbst 2025 ergeben, dass das Dach der Anlage einsturzgefährdet ist. Aus ersten Sanierungsplänen wurden schnell Abrisspläne. Von Dezember 2025 bis März 2026 wurde schließlich auf der mobilen Anlage in Eidelstedt trainiert.

Petition gestartet

Die geplatzten Pläne für eine mobile Anlage haben inzwischen auch eine Onlinepetition ausgelöst. Mit dem Appell „Es lohnt sich, den Eissport zu erhalten!“ richtet sich ein privater Initiator an die Stadt Hamburg und fordert sie dazu auf, sich an Absprachen zu halten.

„Eissport hat eine Tradition in Hamburg, für die sich der Einsatz lohnt!“, heißt es abschließend. Die Petition findet bereits großen Zuspruch: Innerhalb weniger Stunden kamen bis zum frühen Sonntagabend bereits mehr als 1000 Unterschriften zusammen.