Electronic Arts: Saudi-Übernahme eine „echte Verschwendung“? Helldivers-2-CEO äußert große Bedenken

Die 55-Milliarden-Dollar-Übernahme von Electronic Arts steht unmittelbar vor dem Abschluss. Doch während die Finanzwelt feiert, schlägt Shams Jorjani, CEO von „Helldivers 2“-Entwickler Arrowhead Studios, kritische Töne an.

Am heutigen 4. August 2026 soll der Verkauf von Electronic Arts an ein Investoren-Konsortium rund um den saudi-arabischen Staatsfonds PIF sowie die beiden US-Investmentfirmen Silver Lake und Affinity Partners final über die Bühne gehen. Für 55 Milliarden US-Dollar verschwindet EA nach Jahrzehnten von der Börse und wird privatisiert.

Doch während der Deal nach den letzten Freigaben durch die EU-Kommission nun grünes Licht hat, blickt die Branche nach wie vor mit Sorge auf die Zukunft des Publishers. So äußerte jetzt auch Shams Jorjani, seines Zeichens CEO von „Helldivers 2“-Entwickler Arrowhead Games, seine Bedenken.

Arrowhead-Chef warnt vor Verlust der kreativen Vielfalt

Wie Jorjani in einem Statement gegenüber Kotaku deutlich machte, sei das Fundament einer gesunden Gaming-Landschaft für ihn die Balance zwischen risikoreichen Nischenprojekten und sicheren Kassenschlagern.

„Die Branche braucht wirtschaftliche Vielfalt genauso wie kreative Vielfalt – je mehr Studios und Publisher auf unterschiedlichen Ebenen agieren und unterschiedliche Risiken eingehen, desto gesünder werden Videospiele“, so Jorjani.

Und genau diese Mischung war in seinen Augen jahrelang die größte Stärke von EA. Denn neben den großen und etablierten Marken wagte der Publisher auch immer wieder kleinere Experimente.



Dazu führte er aus: „Das Portfolio von EA hatte schon immer diese Bandbreite: Battlefield, Die Sims und Mass Effect gehören zu meinen Lieblings-Blockbustern der letzten 15 Jahre, aber das gilt genauso für Split Fiction und Unravel oder Klassiker wie [Command & Conquer] Generäle und SimCity 2000 (ja, 2000), die bis heute stark sind.“

Wird EA zur Fortsetzungs-Fabrik?

Durch die bevorstehende Übernahme sieht der Arrowhead-Chef nun aber eine große Gefahr für die zukünftige Ausrichtung von Electronic Arts. Der enorme Finanzdruck – um den Deal zu stemmen, nimmt der Publisher rund 19 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden auf – könnte dazu führen, dass EA künftig nur noch auf Nummer sicher geht.

Jorjani weiter: „Dieser Deal ist ohne Frage eine Konsolidierung – und ich frage mich, ob der neue Eigentümer auf die sichere Karte, mehr Fortsetzungen und mehr Mega-Franchises setzt, anstatt auf diese Vielfalt.“

Sollte EA seine Experimentierfreudigkeit also komplett einbüßen und kleinere Projekte streichen, wäre das laut Jorjani ein harter Schlag für die gesamte Branche: „Ich hoffe, dass dieser Schritt zu mehr Vielfalt führt und nicht zu weniger. Sollte EA dadurch jedoch zu einer reinen Maschine für Sequels und Mega-Franchises verkommen, wäre das eine echte Verschwendung eines der besten Spiele-Kataloge der gesamten Industrie.“



Ob der saudi-arabische PIF, der künftig rund 93,4 Prozent der Anteile halten wird, EA weiterhin kreativen Freiraum lässt oder ob sich Jorjanis Befürchtungen bewahrheiten, wird letztlich erst die Zukunft zeigen. Fest steht: Electronic Arts steigt durch die Übernahme in Kürze zum größten privatisierten Spieleunternehmen der Welt auf.

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