Elf Ordnungswidrigkeiten-Verfahren: 2026 bereits 140 Fälle illegaler Müllentsorgung

Elf Ordnungswidrigkeiten-Verfahren 2026 bereits 140 Fälle illegaler Müllentsorgung

Zweibrücken · Es ist keine Besserung in Sicht, was das Thema illegale Müllablagerungen in Zweibrücken anbelangt, beklagt der UBZ. Hin und wieder wird ein Täter ermittelt: 2026 waren es bislang elf Ordnungswidrigkeiten-Verfahren.

16.10.2026 , 20:48 Uhr

Zwei gravierende Fälle von illegalem Müll gab es in der jüngeren Vergangenheit (der Merkur berichtete ausführlich) in Wattweiler: Jeweils rund 50 Autoreifen luden offenbar Gewerbetreibende im Wattweiler Wald ab. Nach dem Motto: „Soll es doch die Allgemeinheit bezahlen.“ Die Wut in Wattweiler über die Müll-Sünder war groß. Aber nicht nur in großem Stil wird im Wattweiler Wald immer wieder Müll entsorgt. Gerne nutzen Umweltferkel oft gut versteckte Stellen, um sich von Unrat, der im Haushalt anfällt, zu trennen (Foto unten rechts).

Foto: Thomas Körner

Es ist ein Ärgernis, das wohl jedem aufstößt, der ein Gefühl für anständiges Verhalten hat. Irgendwo im Wald, auf einem Parkplatz in der Innenstadt oder irgendwo hinter einem Gebüsch hat ein Ferkel sich seines Unrates entledigt. Es ist hässlich anzusehen.

Die Botschaft; die damit einhergeht, ist im Grunde genommen nicht weniger hässlich: „Soll es doch die Allgemeinheit bezahlten. Schaut, wie Ihr damit zurechtkommt.“ Würden sich alle so verhalten – Zweibrücken wäre nur noch eine einzige Müllhalde.

Glücklicherweise ist es eine Minderheit, die sich so verhält. Aber diese Minderheit ist nicht unbedingt klein. Im Gegenteil: Dieses Jahr wurden – Stand Ende September – bereits rund 140 Fälle von illegalem Müll in Zweibrücken vom UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) verzeichnet. Das erklären Vorstandschefin Nicole Hartfelder und Abfall-Sachbearbeiterin Katja Flickinger auf Anfrage unserer Zeitung.

Damit bleibe dieses Problem auf konstant hohem Niveau: Im gesamten vergangenen Jahr 2025 registrierte der Umweltbetrieb insgesamt 162 Fälle illegalen Mülls in der Stadt. „Es wird sich Ende 2026 sicher wieder auf dem Niveau des Vorjahres bewegen“, schätzt Flickinger.

Es gebe neuralgische Stellen: etwa den Wanderparkplatz an der Mertelstraße (die von Mittelbach aus Richtung Wattweiler führt). „Das ist ein ,beliebter‘ Punkt“, so die Abfallexpertin. Auch das Guldental, die Guldenschlucht, ist ,sehr beliebt‘ bei allen, die illegalen Müll loswerden wollen“, nennt sie einen weiteren Ort.

Gelegentlich könne eines der Umweltferkel ermittelt werden, freut sich Hartfelder. Das ist dann begründet in der Dummheit der Täter. „Manchmal steckt noch ein Brief in dem Müll, Post mit Anschrift. Das geben wir weiter ans Ordnungsamt“, so die UBZ-Chefin – denn ihr Unternehmen sei nicht legitimiert, sanktionsmäßig dem Täter gegenüberzutreten.

Immerhin: In elf Fällen konnte ein Täter ermittelt und ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet werden.

Entsorgt werde meist „klassischer Sperrmüll, Hausmüll und alte Reifen“, zählt Flickinger auf.

Die Entsorgung des Mülls gehe auf die Allgemeinheit über. Die Stadt muss es für die städtische Tochter zahlen – und die Stadt wird finanziert vom Steuern entrichtenden Bürger.

Flickinger wundert sich, welchen Aufwand die Täter teilweise betrieben. „Da fährt jemand in den Wald, um dort seinen Kühlschrank abzuladen – während er das problemlos in unserem Wertstoffhof entsorgen könnte.“

Abschließend schildert UBZ-Leiterin Hartfelder einen Fall aus der Vergangenheit, über den sie heute noch schmunzeln muss. Ein Bürger habe gemeint, er könne seine alte Couch in einem Winkel in der Stadt abladen. Dabei wurde er allerdings von Anwohnern beobachtet; diese informierten den UBZ. Nachdem der Halter ermittelt war, rief der UBZ dort an. „Seine Frau ging dran. Als diese gehörte hatte, was ihr Mann sich erlaubt hatte, muss es ordentlich Pfeffer gegeben haben. Der Mann musste sich zuerst bei uns entschuldigen, dann fuhr er schnell raus und sammelte die Couch wieder ein.“ Lachend ergänzt sie: „So etwas leistet der sich wahrscheinlich sein ganzes Leben lang nicht mehr.“