Elias Mayer schießt Korbach zum 2:1-Derbysieg
Stand: 02.08.2026, 19:48 Uhr
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Der Außenverteidiger erzielt beim Derby gegen den SC Willingen das Siegtor und legt das 1:0 auf. Rund 500 Zuschauer sehen ein spannendes Spiel zum Saisonstart der Fußball-Gruppenliga 1.
Korbach – Der Spieler des Tages suchte den Schatten und die Familie, nachdem er mit der Mannschaft den „Dreier“ direkt nach dem Abpfiff ausgiebig bejubelt hatte. Danach, das darf man annehmen, hat Elias Mayer eine Menge Glückwünsche bekommen. Mit einer Vorlage und dem Siegtreffer hatte der 29-Jährige gestern entscheidenden Anteil am Derbyerfolg des TSV/FC Korbach über den SC Willingen. 2:1 (1:0) endete der Klassiker zum Saisonstart der Fußball-Gruppenliga 1. Rund 500 Zuschauer erlebten vielleicht kein spielerisch ganz hochklassiges, aber doch ausnehmend spannendes Spiel.
„Ich habe versucht, mich als Außenverteidiger, wie geplant, nach vorn einzuschalten“, sagte Mayer. Das Resultat davon freue ihn „natürlich riesig“. Seinen ersten klasse Auftritt im Willinger Strafraum hatte er in der 45. Minute. Dynamisch setzte er sich über links bis zur Grundlinie durch, passte nach innen, wo Bjarne Deselaers den Fuß hinhielt. 1:0. Beim 2:1 in der 87. Minute nahm Mayer einen Pass auf, drang mit Tempo in den Strafraum ein, ließ Jonah Schilling stehen und hämmerte den Ball aus 16 Metern unhaltbar ins lange Eck. „Heute hat er die goldrichtigen Entscheidungen getroffen“, feierte ihn Trainer Martin Wagner.
Kesper: Nicht an unsere beste Leistung herangekommen
Womöglich war Mayer der Unterschiedsspieler. Den Erfolg reklamierte er aber fürs Team. „Wir hatten einen ganz starken Willen. Die ganze Mannschaft hat es auf den Platz gebracht“, sagte er. Beim Verlierer war nach Abpfiff die Enttäuschung greifbar. Die Upländer hatten ebenfalls alles an Einsatz abgerufen. „Wir sind heute nicht an unsere beste Leistung herangekommen“, wusste Trainer Sebastian Kesper jedoch. Die entscheidende Diskrepanz lag in der Defensive.
Der SCW, mit Neuzugang Maurcie Böhmecke in der Spitze, schien zu Beginn pass- und spielsicherer zu sein. Dagegen wirkte Korbach ein wenig nervös und fand mit seinen Zuspielen nicht immer den Adressaten. Das Bild änderte sich, und von Anfang an war die rechte Abwehrseite der Gäste Einfallstor für Angriffe des TSV/FC. Der schnelle Laurin Lange verstrickte sich sogar in ein Privatduell mit Jakob Schäfer. Weder in der 1. noch der 7. und der 38. Minute brachte der Linksaußen den Ball am Willinger Torwart im eins gegen eins vorbei.
Dazu legte Lange einmal klasse für Deselaers auf; dessen Direktversuch landete nur Zentimeter neben dem Pfosten (17.). Kesper wollte diese Szenen, einschließlich derer vor dem 1:0, nicht allein an Rechtsverteidiger Lasse Winkler, für den später Sebastian Müller kam, festmachen, zumal der die ganze Woche krank gewesen sei. „Wir müssen das im Verbund besser lösen.“
Korbach überzeugt in der Defensive mehr
Im Angriff taten sich Jonathan Vach nach seiner langen Leidensgeschichte und Florian Heine schwer, die Korbacher Abwehr gefährlich zu bespielen. Doch der SCW kam zu seinen Chancen. Als erster schickte Max-Till Saure den Ball aufs Tor. Knapp vorbei (11.). Winklers guter Versuch flog abgefälscht über die Latte (31.), Vach schoss nach Zuspiel von Heine Korbachs Torhüter Yannik Ziesmann in die Arme (43.). Der hatte den Vorzug vor Sören Beckmann erhalten. Von den Neuzugängen beim TSV/FC stand als einziger Kevin Walger in der Startelf; er steigerte sich im Verlauf der Partie.
Martin Wagner zog als Erklärung für den für ihn verdienten Sieg die nicht nachlassende Dynamik seines Teams heran. Dazu markierte er den „Defensivzweikampf als wesentlichen Schlüssel: Das haben wir über 90 Minuten richtig gut gemacht.“ Und doch war der Ausgleich des SCW nicht unverdient. Vach zeigte alte Klasse, spielte den Ball an Lukas Beil vorbei – und wurde vom Abwehrchef des TSV/FC gelegt. Den unstrittigen Strafstoß verwandelte Vach selbst (58.).
Bei Vachs zweitem starken Antritt landete der Ball am Außennetz (65.). Danach ging er. „90 Minuten sind noch nicht im Tank“, sagte Trainer Kesper. Das Pendel hätte nun in beide Richtungen ausschlagen können. Für den SCW scheiterte Heine an Ziesmann (78.). Das Zuspiel kam von Matthias Bott, der wie Niklas Nowotny auf der anderen Seite Dreh- und Angelpunkt im Aufbauspiel war. Am Ende wollten die Gastgeber den Erfolg unbedingter. Und bekamen ihn. „Nicht ganz unverdient“, fand Kesper. Der SCW-Trainer tröstete sich ein wenig damit, dass man sich schon bald zum Rückspiel sieht. „Wir müssen jetzt zwei Wochen leiden und können enttäuscht sein, dann können wir die Derbyscharte wieder auswetzen.“