Elizabeth Holmes: Doku-Trailer ist zutiefst verstörend – und deswegen genial
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Der Clip mag nur 77 Sekunden lang sein, und trotzdem reagieren viele Zuschauer in den sozialen Medien mit Verstörung. Man sieht nur zwei Personen, die sich tief in die Augen schauen. Der eine ist Nathan Fielder, Filmemacher und Comedian. Die andere ist Elizabeth Holmes – eine Frau, die als Senkrechtstarterin des Silicon Valley gehandelt wurde und jetzt im Gefängnis sitzt.
Im Jahr 2003 gründete Holmes mit 19 Jahren das Biotechnologieunternehmen „Theranos“, welches medizinische Express-Blutanalysen, die mit einer sehr geringen Blutmenge auskommen, angeboten hatte. Das Unternehmen erhielt eine Bewertung von 10 Milliarden US‑Dollar. Holmes wurde zum Superstar des Silicon Valley. Als 2015 herauskam, dass die Technologie von „Theranos“ größtenteils unwirksam war, wurde Holmes wegen Betrugs angeklagt und zu elf Jahren Haft verurteilt. Etwa einen Monat, bevor Holmes 2023 ihre Haftstrafe antrat, lud sie die Filmemacher Nathan Fiedler und Lance Oppenheim ein, sie bis zum Haftantritt zu begleiten.
Daraus entstand der drei Jahre lang geheimgehaltene Dokumentarfilm „You Can See Everything“, der im Oktober 2026 in die Kinos kommt. Zumindest in den USA, für Deutschland gibt es bislang noch keinen Verleiher und damit: keinen Kinostart.
Szene aus dem Trailer erzeugt extreme Spannung
Der Trailer zeigt Fielder und Holmes, die sich tief in die Augen sehen, während Holmes ihm versichert, die Wahrheit zu sagen – mit weit aufgerissenen Augen und ohne zu blinzeln. „Warum würde ich dich in die Irre führen? Es gibt keinen Grund für mich, das zu tun“, versichert Holmes und lächelt. Fielder starrt ihr förmlich in die Augen, nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt.

In der Totalen sieht man schließlich, dass Holmes’ Baby hinter ihr in einer Wippe sitzt. Was an einen Thriller erinnert, irritierte viele Zuschauer und stellte sie vor die Frage: Wer ist die echte Elizabeth Holmes? Die Nähe zwischen den Beiden, die ungewöhnlich langen Kameraeinstellungen, gleichmäßige Musik im Hintergrund – zusammen erzeugt das ein schier unerträgliches Unbehagen beim Zuschauer.
Gleichzeitig dauerte es nicht lange, bis Screenshots aus dem Trailer genutzt wurden, um Witze zu machen. Unter den Bildern finden sich meistens neue Untertitel, die auf das Offensichtliche zu verweisen scheinen: Holmes lügt Fielder kalt ins Gesicht. Eines dieser Memes hebt etwa auf Flunkereien in einem Vorstellungsgespräch ab: „Wenn der Personaler dich fragt, ob du Deutsch sprechen kannst“, steht über einem der Posts.