Elversberg pfeift Karl aus: Harry Kane bewahrt FC Bayern knapp vor der "Dorf"-Blamage
Elversberg pfeift Karl aus
Harry Kane bewahrt FC Bayern knapp vor der "Dorf"-Blamage
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13.09.2026 | 19:27 Uhr
Trainer Vincent Kompany rotiert den FC Bayern gegen die SV Elversberg kräftig durch. Das Team tut sich gegen den Aufsteiger schwer, kassiert durch ein Traumtor sogar den Ausgleich. Aber es gibt ja noch Harry Kane.
Als der mächtige Rekordmeister das tapfere Wunderdorf mit größter Mühe erobert hatte, da war die Erleichterung deutlich zu spüren. "Krieger" Harry Kane fuhr sich mit der Hand durchs Haar und atmete tief durch, Joshua Kimmich zeigte seine Faust: Goliath hatte David besiegt, der FC Bayern München bei der SV Elversberg gewonnen - aber überzeugend war das alles schon wieder nicht.
Im Gegenteil: Beim 2:1 (1:0) im 13.000-Seelen-Ort fehlten nur wenige Zentimeter bis zu einer seltenen Mini-Krise, denn nach Kanes Siegtor (72.) hätte der Aufsteiger beinahe noch ein zweites Mal ausgeglichen. Am Ende war es dann ein erstaunlich knapper Arbeitssieg, der die Bayern wieder bis auf zwei Punkte an die Tabellenspitze heranschob.
Lennarts Karls Tor (26.) hatte Maurice Krattenmacher (61.) mit einem traumhaften Schuss in den Winkel beantwortet. "Wir haben gut gespielt, aber es hat leider nicht gereicht", sagte Krattenmacher bei DAZN, das war die perfekte Zusammenfassung. Trainer Vincent Wagner vermutete: "Bayern hätte wohl noch einmal hochschalten können. Aber wir waren dran."
Bayern rotiert kräftig durch
Überraschend gingen die Saarländer nach ihrem Traumstart mit zwei Punkten mehr als der Branchenprimus ins Duell der Extreme, Trainer Vincent Wagner durfte nach der Aufhebung seiner Gelb-Rot-Sperre am Spielfeldrand dabei sein. Auf dem Rasen standen sich zu Beginn Marktwerte von 35 Millionen und 680 Millionen Euro gegenüber, wobei Kompany nach dem 5:0 zum Champions-League-Auftakt sogar noch Topstars wie Joshua Kimmich, Jamal Musiala oder Manuel Neuer auf der Bank ließ. Er brachte gleich sieben neue Spieler.
Die Bayern drückten den Aufsteiger auch ohne einige Stammspieler von Beginn an tief hinten rein, zunächst war aber kein Durchkommen. Die erste gefährliche Aktion hatte stattdessen Elversberg, weil Minjae Kim eine gefährliche Hereingabe fast ins eigene Tor lenkte (17.). Der Außenseiter schöpfte daraus Mut, wagte auch dank Münchner Ungenauigkeiten im Aufbau vermehrt offensive Ausflüge. Einmal kam Noah Darvich nicht heran (19.), zudem fehlte bei einer Überzahlsituation der letzte Pass (21.).
Keine Souveränität im Spiel
Die Bayern hatten in dieser Phase Probleme - und sie schlugen doch im Stile eines Spitzenteams mit der ersten Chance zu. Karl musste nach perfekter Hereingabe von Neuzugang Ismael Saibari am zweiten Pfosten nur noch die Innenseite hinhalten. Sein provokanter Jubel sorgte für Ärger. Nach einer Finger-vor-den-Mund-Geste wurde er von den Elversberger fortwährend heftig ausgebuht. Doch die gewohnte Souveränität kehrte damit immer noch nicht zurück, die Münchner agierten ähnlich fahrig wie auf Schalke. Fast wäre das bestraft worden, doch der Treffer von Cole Campbell zählte wegen einer Abseitsposition im Vorfeld nicht (43.).
SV Elversberg - Bayern München 1:2 (0:1)
Elversberg: Kristof - Gyamerah, Pinckert, Rohr, Günther - Keidel (73. Conde), Poręba - Petkov (83. Schnellbacher), Onyeka (11. Darvich), Campbell (46. Krattenmacher) - Ntusu (73. Futkeu). - Trainer: Wagner
München: Urbig - Stanisic, Upamecano, Kim, Brown (65. Davies) - Pavlović, Bischof (65. Kimmich) - Karl (65. Musiala), Olise, Saibari (65. Diaz) - Kane. - Trainer: Kompany
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Tore: 0:1 Karl (26.), 1:1 Krattenmacher (61.), 1:2 Kane (72.)
Gelbe Karten: Onyeka, Keidel - /
Zuschauer: 9307 (ausverkauft)
Auch nach der Pause hielten die Saarländer gut mit, kamen sogar zu einigen längeren Ballstafetten. Als Lohn traf der aus München gekommene Krattenmacher mit einem traumhaften Schlenzer in den Winkel. Kompany reagierte sofort mit einem Vierfach-Wechsel, brachte unter anderem Kimmich und Musiala - es begann ein Sturmlauf. Joker Luis Díaz (67.) scheiterte nach einem Arroganzanfall mit der Hacke, Michael Olise (69.) erst an Maximilian Rohr auf der Linie und dann an der Latte (70.). Dann machte es Kane im Fallen besser und setzte den Ball perfekt ins rechte obere Eck. Danach geriet der Sieg sogar noch in Gefahr.
"Wir haben unser höchstes Niveau noch nicht erreicht. Das war nicht einfach, sie sind eine gute Mannschaft", sagte Kane im Interview. "Wir sind alle fit, und es ist wichtig, frische Spieler nachlegen zu können. Wir hätten einige Tore mehr erzielen können." SVE-Trainer Vincent Wagner wollte derweil keine Glückwünsche für die gute Leistung entgegennehmen. "Um Gottes willen, wir haben verloren, da gibt's nichts zu beglückwünschen. Nah' dran ist die Schwester von Scheiße, habe ich mal gehört", sagte er.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa