EM-Medaille im Weitsprung? - Ehammer zwischen Topform und Rückschlag

Simon Ehammer setzt in diesem Jahr neue Massstäbe. Zwar wirft ihn eine Verletzung leicht zurück, dennoch strebt er in Birmingham die nächste EM-Medaille im Weitsprung an. Die Qualifikation findet am Montag statt.

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An der WM vor einem Jahr in Tokio verpasste Simon Ehammer im Weitsprung als Vierter eine Medaille um drei Zentimeter. Im Zehnkampf scheiterte er im Hochsprung, der vierten Disziplin, auf der Einstiegshöhe von 1,93 m und beendete danach den Wettkampf. Der zum Trainerteam gehörende Karl Wyler sagte danach zu ihm: «Vielleicht bin ich nicht mehr der richtige Coach für dich.» Doch Ehammer setzte die Zusammenarbeit fort.

Das zahlte sich aus. Ehammer ist in diesem Jahr so stark wie noch nie. An der Hallen-WM im März in Torun gewann er im Siebenkampf nicht nur Gold, der 26-jährige Appenzeller stellte auch einen Weltrekord auf. Ende Mai am prestigeträchtigen Mehrkampf-Meeting in Götzis siegte er im Zehnkampf und steigerte dabei den eigenen Schweizer Rekord um 203 auf die Weltjahresbestleistung von 8778 Punkten. Zugleich verbesserte er seine nationale Bestmarke im Weitsprung um sechs Zentimeter auf 8,51 m.

Sendehinweis

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Die Qualifikation der Weitspringer sehen Sie am Montag ab 12:30 Uhr live auf SRF zwei. Der Final steigt am Dienstag ab 21:16 Uhr.

SRF überträgt alle Sessions bei der Leichtathletik-EM in Birmingham vom 10. bis 16. August. Wir senden täglich live auf SRF zwei bzw. in der Sport App ab ca. 11:30 Uhr (Sonntag mit Marathon um 8:20 Uhr) sowie ab 20:10 Uhr.

Was sind für ihn die Hauptgründe für die absoluten Top-Leistungen? Einerseits die Kontinuität, andererseits habe das Jahr 2025 schon noch einmal viel gebracht. «Wir trainierten mit sehr viel Umfang. Bis auf die Highlight-Wettkämpfe haben wir nicht gross Wettkampfvorbereitungen gemacht. Ich habe mich bei wenigen Wettkämpfen wirklich knackig und fit gefühlt», sagt Ehammer. Von dieser Basis profitiert er nun.

Weitsprung schlägt Zehnkampf – wegen Götzis

Weil in Birmingham der Zehnkampf einen Tag nach dem Final im Weitsprung beginnt, musste sich Ehammer auf eine Disziplin festlegen. Als er Ende Juni den Entscheid zugunsten Weitsprung bekanntgab, führte er auch in dieser Disziplin die Jahresweltbestenliste an. Mittlerweile hat der zweifache griechische Olympiasieger Miltiadis Tentoglou zwei bessere Weiten (8,61 und 8,66 m) erreicht als Ehammer.

«Götzis war für mich mein grosses Highlight als Zehnkämpfer. Es hat für mich mehr Wert als ein EM-Titel im Zehnkampf.» Insofern habe er ja eigentlich seine EM-Goldmedaille im Zehnkampf schon gewonnen und im Weitsprung noch nicht, begründete Ehammer seinen Entscheid.

Rückschlag in Monaco

Allerdings erlitt Ehammer am 10. Juli beim Diamond-League-Meeting in Monaco einen Rückschlag. Beim dritten Sprung spürte er bei der Landung den rechten hinteren Oberschenkel und beendete daraufhin den Wettkampf. In der Folge stellte sich heraus, dass es nicht nur eine Muskelverhärtung war, sondern eine leichte Zerrung mit einem kleinen Muskelfasereinriss.

Nach Monaco pausierte er drei Tage. «Ich hätte es natürlich lieber anders gehabt, auf der anderen Seite muss ich aber sagen, es hätte fast keinen besseren Zeitpunkt dafür geben können, wenn es sein musste.» Denn bis zur Qualifikation am Montag im Weitsprung hatte er genau einen Monat Zeit, um die Geschwindigkeit kontinuierlich zu erhöhen und die Sprungformen zu optimieren. Deshalb ist Ehammer überzeugt, dass der Rückschlag keine grossen Folgen hat.

Radio SRF – Regionaljournal St. Gallen, Abendbulletin, 31.7.26, 17:30 Uhr ;  pro/sda