Emmys 2026: Die besten, schlechtesten und WTF-Momente

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Hollywoods größte TV-Nacht lieferte Fansiege, peinliche Einlagen, tränenreiche Reden – und echte WTF-Momente.

von  Andy Greene, Ct Jones, Maria Fontoura 15.09.2026

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LOS ANGELES, CALIFORNIA - SEPTEMBER 05: (L-R) Maria Cuomo Cole, Kim A. Snyder, winners of the Exceptional Merit In Documen...

Foto: Amy Sussman. 2026 Getty Images. All rights reserved.

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Vor den Emmys 2026 hingen einige Fragen in der Luft: Würde Vince Gilligans Stammschauspielerin Rhea Seehorn endlich einen Emmy mit nach Hause nehmen? Würden die Produzenten einen Weg finden, die als Variety-Special nominierte Taylor Swift in die Sendung einzubauen? Würde „Widow’s Bay“ nach 19 Nominierungen abräumen? Und hätten die Autoren ihre Entscheidung hinterfragen sollen, die Show mit einer ausgedehnten Parodie auf „I Love Rock ’n‘ Roll“ zu eröffnen – inklusive Tänzern mit Fernsehern auf dem Kopf? Die Antworten: ja, ja, ja und ja.

Das „Widow’s Bay“-Team nahm tatsächlich einen Haufen Emmys mit nach Hause: sechs an diesem Abend, die zusammen mit den acht bereits bei den Creative Arts Emmys gewonnenen Trophäen eine Gesamtzahl von 14 ergaben – eine mehr als der Rekord für eine Comedyserie, den „The Studio“ im vergangenen Jahr aufgestellt hatte. Jean Smart, Noah Wyle und Stephen Colbert wurden zu Recht geehrt, und Michael J. Fox hielt eine bewegende Rede, als er den Bob Hope Humanitarian Award für seinen Einsatz für Menschen mit Parkinson entgegennahm. Doch wie bei den meisten Preisverleihungen gab es neben den Höhepunkten auch reichlich Tiefpunkte. Hier unsere Liste der Glanzmomente, Totalausfälle und Kopfschüttler des Abends.

Best: Kate O’Flynn Gives Patricia Some Heavy Metal to Bring to Sunset Cocktails

Best: Kate O’Flynn Gives Patricia Some Heavy Metal to Bring to Sunset Cocktails

Foto: Trae Patton/NBC/Getty Image. All rights reserved.

Nur eine Geweihkrone fehlt Kate O’Flynn noch. Die „Widow’s Bay“-Schauspielerin und gebürtige Engländerin – „ein Lancashire-Mädchen“, wie sie sich selbst am Mikrofon bezeichnete – gewann den Emmy für die herausragende Nebenrolle in einer Comedyserie für ihre Darstellung von Patricia Moyer: die neurotische, sozial unbeholfene Assistentin von Matthew Rhys‘ Bürgermeister Tom Loftis in der Apple-TV-Comedy-Horror-Mischung. Flynns Verkörperung der durchgeknallten Außenseiterin wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert – und machte ihren Sieg zum perfekten Auftakt des Abends. „Ich möchte unserem Bürgermeister und allen Bewohnern von Widow’s Bay danken“, sagte O’Flynn auf der Bühne. „Das hier ist für alle Patricias da draußen.“ —CT Jones

Worst: The Opening Number Set the Tone, and the Tone Was Awkward

Worst: The Opening Number Set the Tone, and the Tone Was Awkward

Foto: Trae Patton/NBC via Getty. All rights reserved.

Die Emmys wählten dieses Jahr einen ziemlich unorthodoxen Ansatz, indem sie „Law & Order“-Star und Nicht-Komikerin Mariska Hargitay als Gastgeberin engagierten. Sie ist eine großartige Schauspielerin, aber die Autoren erwiesen ihr einen Bärendienst, indem sie sie mit einer Parodie auf „I Love Rock ’n‘ Roll“ der Arrows eröffnen ließen – betitelt „I Love TV Screens“. Das Ganze war trotz Cameos von Jalen Brunson und Jennifer Coolidge schmerzhaft witztfrei (Beispielzeile: „I got six hours so I should probably snooze / Memorize this script or read the news“), und Tänzer mit Fernsehern auf dem Kopf machten es auch nicht besser. Es fühlte sich an wie ein bizarrer Fiebertraum einer Award-Show-Eröffnung – war aber leider bittere Realität. Um das klarzustellen: Wir lieben Mariska Hargitay, die Arrows, Joan Jett und viele der in diesem Jahr nominierten Shows und Stars. Sie alle hätten Besseres verdient. —Andy Greene

WTF: This Isn't the 'Buffy' Reunion We Were Hoping For

WTF: This Isn’t the ‘Buffy’ Reunion We Were Hoping For

Foto: Trae Patton/NBC/Getty Images. All rights reserved.

In einer gerechten Welt hätte die erste Staffel der „Buffy the Vampire Slayer“-Fortsetzungsserie in diesem Jahr begonnen und wäre vielleicht sogar irgendwann für einen Emmy nominiert worden. In dieser grausamen, gefallenen Welt hat Hulu die neue „Buffy“-Serie nach dem Dreh des Piloten abgesetzt. Und wir durften nicht einmal den sehen. Stattdessen mussten ausgehungerte Fans sich damit begnügen, wie die ehemaligen Kolleginnen Sarah Michelle Gellar und David Boreanaz den Emmy für die Hauptrolle in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm überreichten. „Ich dachte immer, Buffy und Angel würden am Ende zusammenkommen“, sagte Boreanaz und legte Gellar damit den perfekten Konter in den Mund: „Ich schätze, das werden wir nie erfahren.“ Falls Hulu-Führungskräfte im Publikum saßen, hoffen wir, dass sie sich in Grund und Boden geschämt haben. Tief, tief geschämt. —A.G.

Best: Rhea Seehorn Finally Gets Recognized

Best: Rhea Seehorn Finally Gets Recognized

Foto: Trae Patton/NBC/Getty Images. All rights reserved.

Die Emmys haben sich immer wieder selbst blamiert, indem sie Rhea Seehorn für ihre Arbeit über sechs Staffeln „Better Call Saul“ leer ausgehen ließen. (Zweimal war sie für die Nebenrolle nominiert.) Zum Glück gab ihr „Saul“-Schöpfer Vince Gilligan eine neue Chance, indem er sie als Hauptdarstellerin seiner brillanten Apple-TV-Serie „Pluribus“ besetzte. Als Carol, eine der wenigen Menschen auf dem Planeten, die nicht von einem mysteriösen außerirdischen Gedankenvirus infiziert ist, war Seehorn wütend und sarkastisch, zärtlich und verbittert, komisch und verzweifelt, hoffnungsvoll und alles dazwischen. Die Konkurrenz um die Hauptdarstellerin in einer Dramaserie war stark – Zendaya, Kerri Russell, Chase Infiniti und Carrie Coon standen auf der Liste –, aber dieser Moment gehörte endlich Seehorn. „Das hier bin ich unter Betablocker“, sagte sie am Podium und wirkte aufrichtig fassungslos. „Danke, Vince Gilligan, dass du mir nicht nur die Rolle meines Lebens gegeben hast, sondern auch einen Raum geschaffen hast, in dem wir alle zusammenarbeiten und als Künstler Risiken eingehen können.“ Bleibt zu hoffen, dass das Gilligan anspornt, Staffel zwei von „Pluribus“ endlich auf den Weg zu bringen. Das Warten zermürbt uns. Und Seehorn braucht einen zweiten Emmy. —A.G.

Best: John Mulaney Turns a Presenting Spot Into a Mini Comedy Special

Best: John Mulaney Turns a Presenting Spot Into a Mini Comedy Special

Foto: Trae Patton/NBC/Getty Images. All rights reserved.

Ja, billige Witze gehören bei Preisverleihungen quasi zur Pflichtausstattung – man kann es allen vergeben, die sie bei solchen Sendungen abliefern müssen. Aber John Mulaney dabei zuzuschauen, wie er zwei Minuten Presenter-Geplänkel für die Hauptdarsteller-Kategorie in einer Dramaserie in einen Lacher-pro-Sekunde-Rant darüber verwandelte, dass der Abend endlich Männer anerkenne, machte überdeutlich, wie viel Können es braucht, um Award-Show-Material leicht aussehen zu lassen. Nur ein Komiker der Weltklasse schafft es, eine Abrechnung mit milliardenschweren Streamingdiensten, einen Auszug aus Frank Vincents Ratgeber „A Guy’s Guide to Being a Man’s Man“ und einen sofort zensierten Witz über DJ Khaleds feste Überzeugung zur weiblichen Befriedigung in eine einzige, vollkommen runde Rede zu packen. Television Academy: Das klingt für uns wie eine gelungene Bewerbung. John Mulaney als Emmys-Moderator 2027? —CTJ

Best: Tom Pelphrey Masters the 'Task'

Best: Tom Pelphrey Masters the ‘Task’

Foto: Trae Patton/NBC/Getty Images. All rights reserved.

Tom Pelphrey hat eine Karriere hinter sich, die ein bisschen nach Wandergeselle klingt. Seit 20 Jahren ist er in Hollywood unterwegs und liefert solide Arbeit in Serien wie „Iron Fist“ und „Ozark“. Trotzdem deutete wenig darauf hin, dass in ihm eine Performance steckte wie die, die er in Staffel eins von „Task“ ablieferte. Als zum Scheitern verurteilter Müllmann Robbie aus Delco – ein Mann, der das Richtige für seine Familie wollte, aber den falschen Weg dorthin wählte – war er verletzlich und von Schatten verfolgt, leichtsinnig und verängstigt, hoffnungslos und hoffnungsvoll zugleich. Mag sein, dass drei „Pitt“-Schauspieler in seiner Kategorie die Stimmen unter sich aufteilten – aber Pelphrey hat die Trophäe für die beste Nebenrolle in einer Dramaserie nicht gestohlen. Er hat sie sich mehr als verdient. —Maria Fontoura

WTF: Taylor Does TV

WTF: Taylor Does TV

Foto: Patrick T. Fallon/AFP/Getty Images. All rights reserved.

Die Emmys hatten dieses Jahr ein heikles Taylor-Swift-Problem: Ihr Konzertspecial „Taylor Swift: The Eras Tour: The Final Show“ war für fünf Awards nominiert, aber keine dieser Kategorien gehörte zur Primetime-Sendung. Dazu fiel die Verleihung ausgerechnet auf ein Spiel der Kansas City Chiefs, und die frisch Verheiratete wollte ihren NFL-Star-Mann natürlich unterstützen. Es war also kaum realistisch, dass Swift persönlich erscheinen würde – obwohl sie ein derart großer Mariska-Hargitay-Fan ist, dass sie ihre Katze Olivia Benson genannt hat. Die Lösung: Swift tauchte in einem vorab aufgezeichneten Einspieler auf, in dem die Detectives aus „Law & Order: SVU“ versuchen herauszufinden, ob Taylor Swift tatsächlich bei den Emmys auftauchen würde. Swift erschien auf halber Strecke des Segments als eine der Beamtinnen und kuschelte dabei Olivia Benson die Katze in den Armen. Sie ratterte sogar einen Code herunter – „saccharide, Aries, from the vineyard, north or south“ –, den Swifties derzeit sicher eifrig zu entschlüsseln versuchen. —A.G.

Best: All Matthew Rhys Does Is Win

Best: All Matthew Rhys Does Is Win

Foto: Trae Patton/NBC/Getty Images. All rights reserved.

Matthew Rhys feiert heute Abend nicht nur zwei Emmy-Siege – er schreibt Geschichte. Der Star aus „Widow’s Bay“ und „The Beast in Me“ nahm die Trophäen für die herausragende Hauptrolle in einer Comedyserie und die herausragende Hauptrolle in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm mit nach Hause und ist damit der erste Schauspieler überhaupt, der in derselben Nacht zwei Hauptrollen-Emmys gewann – und der erste männliche Darsteller, der alle drei Hauptrollen-Kategorien abgeräumt hat. (Rhys gewann 2018 den Emmy für die Hauptrolle in einer Dramaserie für seine Arbeit in „The Americans“.) Und als „Widow’s Bay“ am Ende des Abends auch noch den Emmy für die beste Comedyserie holte, kassierte Rhys als ausführender Produzent eine weitere Trophäe obendrauf. Wenn es schon ein männlicher Schauspieler sein musste, der all diese Auszeichnungen einstreicht, dann zum Glück dieser bezaubernde Waliser, dem wir so unvergessliche Figuren wie Widow’s-Bay-Bürgermeister Tom Loftis, den mörderischen Immobilienmogul Nile Jarvis und den sowjetischen KGB-Schläfer Philip Jennings verdanken. Da passt es, dass seine ersten Worte auf der Bühne genauso stark waren wie sein Filmografie. „Wenn ihr versucht, mich wegzuspielen, stech ich euch mit dem hier in die Augen“, witzelte Rhys mit Blick auf das Orchester und hielt seine zackig-geflügelte Trophäe in die Höhe. —CTJ

Best: Noah Kahan Gets the Tears Flowing

Wir wurden schon ziemlich gerührt, als Macaulay Culkin, Dan Levy und Annie Murphy der großartigen Catherine O’Hara huldigten. Dann trat Noah Kahan ans Mikrofon, um Simon and Garfunkels „Bridge Over Troubled Water“ für das In-Memoriam-Segment zu singen – begleitet von einem Streichquartett –, und alle Dämme brachen. Es ist ein schwieriges Stück mit einigen recht hohen Tönen, aber Kahan traf jeden einzelnen davon, während Bilder von Hayden Panettiere, Robert Carradine, Robert Duvall, Vincent Pastore, Gene Shalit, Sam Neill, Tim Curry, James Burrows und sogar Bob Mackie – der wenige Stunden vor der Sendung gestorben war – über die Leinwand flimmerten. Als Jamie Lee Curtis die Bühne betrat, um Rob Reiner zu ehren, war im Saal kein Auge mehr trocken. —A.G.

Mit „Timeless“ erscheinen 10 neue Songs aus dem Prince-Vault. Wir haben zwei dieser Lieder weltexklusiv auf 7-Inch-Vinyl der September-Ausgabe beigelegt. Außerdem klären wir im Interview mit dem Estate die vielleicht letzten Geheimnisse des Vault: Hier ROLLING STONE 09/26 bestellen!

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