Trump will die Zeitumstellung für immer abschaffen – dem Senat bleiben jetzt nur noch 48 Tage

Ende der Zeitumstellung: Trump prescht vor – doch der Senat zögert

Stand: 17.08.2026, 14:06 Uhr

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Trump will Zeitumstellung für immer abschaffen und macht Druck auf den Senat. Ob November die letzte Umstellung wird, entscheidet sich bald.

Washington, D. C. – US-Präsident Donald Trump macht Druck auf den Senat, Amerikas halbjährliche Uhrenumstellungen zu beenden. Trump fordert die Abgeordneten auf, eine Gesetzgebung zu verabschieden, die die Sommerzeit dauerhaft machen würde. Er knüpft damit an frühere Forderungen an, den derzeitigen Wechsel zwischen Normal- und Sommerzeit abzuschaffen und eine einheitliche Regelung für das ganze Jahr einzuführen.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

In einem Truth-Social-Beitrag in der Nacht forderte Trump den Senat auf, den „NO MORE CHANGING THE CLOCKS ACT“ zu verabschieden. Er argumentierte, dass mehr Tageslicht am Abend helfen könne, Kriminalität zu bekämpfen, und kritisierte erneut die Praxis, die Uhren zweimal im Jahr umzustellen. Damit stellt er das Thema kurz vor der nächsten Zeitumstellung erneut in den Mittelpunkt der politischen Debatte.

US-Präsident Donald Trump hält im David Mack Center for Training and Intelligence in Garden City eine Rede.

US-Präsident Donald Trump will die Zeitumstellung abschaffen (Symbolbild). © picture alliance/dpa/AP | Yuki Iwamura

Der neue Vorstoß folgt, nachdem das Repräsentantenhaus den Sunshine Protection Act, H.R. 139, am 14. Juli mit einer überparteilichen Mehrheit von 308 zu 117 Stimmen verabschiedet hat. Der Gesetzentwurf würde die Sommerzeit in weiten Teilen der USA dauerhaft einführen und damit die regelmäßig wiederkehrende Rückkehr zur Normalzeit weitgehend abschaffen.

Dauerhafte Sommerzeit in den USA? So geht es mit Trumps Gesetz im Senat weiter

H.R. 139 wurde am 15. Juli an den Senat übermittelt und dem Handels-, Wissenschafts- und Verkehrsausschuss des Senats zugewiesen. Dort müssen die Senatoren das Vorhaben prüfen, Anhörungen durchführen und darüber entscheiden, ob der Entwurf dem Plenum zur Abstimmung empfohlen wird.

Der Senat befindet sich derzeit in der Sitzungspause und soll am 14. September zurückkehren. Erst dann können die Senatoren das Thema wieder offiziell aufgreifen und darüber beraten, ob der Gesetzentwurf zügig durchs Verfahren gebracht werden kann oder ob weitere Verhandlungen nötig sind.

H.R. 139 könnte per einstimmigem Beschluss verabschiedet werden, sofern kein Senator Einspruch erhebt. Sollte es jedoch Widerspruch geben, verlangen die Regeln des Senats in der Regel 60 Stimmen, um einen Filibuster zu überwinden und die Gesetzgebung zu einer endgültigen Abstimmung voranzubringen. Damit wäre eine breite parteiübergreifende Unterstützung erforderlich.

Dauerhafte Sommerzeit in den USA spaltet den Senat

Es gibt bereits Widerstand. Senator Tom Cotton, ein Republikaner aus Arkansas, hat sich gegen eine dauerhafte Sommerzeit ausgesprochen und gewarnt, dass Wintermorgen für Kinder und Berufstätige in Teilen des Landes deutlich dunkler würden. Cotton sprach im Oktober 2025 auf der Senatsbühne gegen den Sunshine Protection Act und verwies dabei auf Sicherheits- und Gesundheitsbedenken.

Weitere Senatoren, die gegen eine dauerhafte Sommerzeit gestimmt haben, sind auf republikanischer Seite Ted Budd, Deb Fischer, Jerry Moran, Tim Sheehy, Dan Sullivan, Roger Wicker und Todd Young sowie Lisa Blunt Rochester, Tammy Duckworth, Amy Klobuchar, Gary Peters und Jacky Rosen auf Seiten der Demokraten, wie von CBS News berichtet wurde. Diese Gegenstimmen verdeutlichen, dass die Debatte quer durch beide Parteien verläuft.

Newsweek hat Vertreter von Cotton am Sonntag per E-Mail um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort lag zunächst nicht vor, sodass unklar bleibt, ob der Senator seine Position angesichts des neuen Schwungs im Repräsentantenhaus überdenken könnte.

Zeitumstellung in den USA: Könnte der November die letzte Umstellung sein?

Die vom Repräsentantenhaus verabschiedete Fassung von H.R. 139 enthält kein verzögertes Inkrafttreten. Sollte der Senat den Gesetzentwurf unverändert verabschieden und Präsident Trump ihn vor dem 1. November unterzeichnen, könnte dies die geplante Rückkehr zur Normalzeit verhindern und die Sommerzeit dauerhaft machen. Der Zeitplan ist damit eng, aber grundsätzlich machbar.

Damit bleiben dem Senat nach der Rückkehr aus der Sitzungspause 48 Tage, um zu handeln. Jede Änderung am Text würde den Zeitrahmen zusätzlich verkürzen, da das Repräsentantenhaus dann die Änderungen des Senats erneut prüfen und darüber abstimmen müsste. Das erhöht den politischen Druck, eine möglichst einheitliche Linie zu finden.

Falls der Senat die Gesetzgebung nicht rechtzeitig verabschiedet, bleibt das geltende Recht in Kraft, und die Uhren werden am 1. November um eine Stunde zurückgestellt. In diesem Fall würde die Diskussion um eine dauerhafte Sommerzeit voraussichtlich ins kommende Jahr verschoben und erneut auf die politische Agenda rücken.

Längere Abende für die USA: Warum Trump gerade jetzt Druck macht

Trump hat wiederholt ein Ende der halbjährlichen Uhrenumstellung gefordert. Im April 2025 rief er beide Kammern des Kongresses dazu auf, für „mehr Tageslicht am Ende eines Tages“ zu sorgen und erklärte, die Abschaffung der Uhrenumstellung sei in der Bevölkerung beliebt. Er versucht damit, ein Thema zu besetzen, das viele Amerikaner im Alltag direkt betrifft.

Die Abstimmung im Repräsentantenhaus bietet ihm nun eine neue Gelegenheit, die Angelegenheit voranzutreiben, da die Vorlage Unterstützung sowohl von Republikanern als auch von Demokraten findet. Diese ungewöhnliche parteiübergreifende Einigkeit verleiht dem Projekt zusätzlichen Rückenwind und könnte den Druck auf zögerliche Senatoren erhöhen.

Darüber hinaus könnte die Initiative Trump die Chance geben, kurz vor den Zwischenwahlen bei einem populären Thema einen Erfolg zu präsentieren. Wie zuvor von Newsweek berichtet, hat Trump zudem behauptet, die Verabschiedung des Sunshine Protection Act könne dazu beitragen, Mord- und Raubraten zu senken. Kritiker bezweifeln allerdings, dass ein direkter Zusammenhang in diesem Ausmaß besteht.

Dauerhafte Sommerzeit oder Normalzeit? Der Streit in den USA

Der Vorschlag hat die Abgeordneten auch darüber gespalten, welche Zeit dauerhaft gelten soll. Befürworter argumentieren, eine permanente Sommerzeit biete mehr nutzbares Abendlicht und verbessere damit Lebensqualität, Freizeitmöglichkeiten und potenziell auch die Wirtschaft. Gegner wie Cotton warnen dagegen vor dunkleren Wintermorgen, die ihrer Ansicht nach das Unfallrisiko erhöhen und den Alltag für Familien erschweren könnten.

Es gibt zudem einen Präzedenzfall für ein rasches Vorgehen des Senats in dieser Frage. Im März 2022 verabschiedeten die Senatoren eine frühere Version des Sunshine Protection Act per einstimmigem Beschluss. Das Vorhaben wurde anschließend an das Repräsentantenhaus weitergeleitet, wo es ins Stocken geriet und keine abschließende Abstimmung mehr erhielt.

Diesmal hat das Repräsentantenhaus bereits gehandelt. Nun stellt sich die Frage, ob der Senat dasselbe tun wird, bevor die Amerikaner ihre Uhren erneut umstellen müssen. Das Ergebnis dieser Debatte könnte bestimmen, ob die kommende Zeitumstellung die letzte ihrer Art sein wird oder ob das Ritual noch Jahre weitergeht.

Sommerzeit in den USA erklärt: Beginn, Ende und Ausnahmen

In den meisten Teilen der Vereinigten Staaten beginnt die Sommerzeit am zweiten Sonntag im März, wenn die Uhren um 2 Uhr morgens um eine Stunde vorgestellt werden. Dadurch wird eine Stunde Tageslicht vom Morgen in den Abend verschoben, was längere helle Abende ermöglicht. Die Sommerzeit endet am ersten Sonntag im November, wenn die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden und die Normalzeit wieder einsetzt.

Die Praxis ist bundesgesetzlich geregelt, obwohl Bundesstaaten und Territorien nicht verpflichtet sind, die Sommerzeit zu beachten. Hawaii und große Teile Arizonas wenden sie nicht an, wobei die Navajo Nation in Arizona eine Ausnahme bildet. Mehrere US-Territorien, darunter Puerto Rico, Guam und die Amerikanischen Jungferninseln, verbleiben das ganze Jahr über in der Normalzeit und beteiligen sich nicht an den halbjährlichen Umstellungen.