ZDF stellt Kult-Krimi aus Frankfurt ein: Hauptdarsteller äußert sich – „Natürlich bin ich darüber total traurig“
Stand: 20.07.2026, 13:00 Uhr
Kommentare

Nach 46 Jahren ist Schluss: Das ZDF beendet „Ein Fall für zwei“. Der Frankfurt-Krimi prägte jahrzehntelang das Bild der Stadt im deutschen Fernsehen.
Frankfurt – Nach fast fünf Jahrzehnten ist Schluss: Das ZDF beendet seine Freitagskrimi-Serie „Ein Fall für zwei“, die seit 1981 in Frankfurt spielt und die Stadt zu einer festen Fernsehkulisse gemacht hat. Wie der Sender mitteilte, soll 2027 zunächst eine letzte Staffel mit vier Episoden ausgestrahlt werden, ehe ein 90-minütiger Spielfilm die Reihe endgültig beschließt.
Am 11. September 1981 flimmerte die erste Folge „Die große Schwester“ über die Bildschirme. Darin war der spätere Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner) noch als Frankfurter Polizeibeamter zu sehen, der vor Gericht auf seinen künftigen Partner, Rechtsanwalt Dieter Renz (Günter Strack), trifft . Über mehr als drei Jahrzehnte prägte Gärtner als Matula – mit Lederjacke, markanter Stimme und Zigarettennebel – die Reihe wie kein anderer, während die Anwaltsfiguren an seiner Seite mehrfach wechselten: Auf Günter Strack folgten Rainer Hunold, Mathias Herrmann und Paul Frielinghaus .
Nach fast 50 Jahren ist Schluss: ZDF beendet Frankfurter Kultserie „Ein Fall für zwei“
2013 verabschiedete sich Gärtner nach 300 Folgen aus der Rolle, das ZDF setzte die Serie zunächst aus. Ein Jahr später kam der Neustart: Aus dem Hochhausbüro wurde ein Hausboot am Main, die Charaktere wurden verjüngt. Seit Mai 2014 ermitteln Wanja Mues als Privatdetektiv Leo Oswald und Antoine Monot als Rechtsanwalt Benni Hornberg – zur Überraschung von Staatsanwältin Claudia Strauss, gespielt von Bettina Zimmermann. Bis heute sind so 46 Folgen des aktuellen Teams entstanden.
Die Serie hat über Jahrzehnte das bundesweite Bild Frankfurts mitgeprägt – bis zu Auftritten mitten im politischen Zentrum der Stadt: Selbst im Plenarsaal des Römers wurden schon Folgen gezeigt und vorgestellt.
Das ZDF teilte mit: „‚Ein Fall für zwei‘ hat den ZDF-Freitagskrimi mehr als vier Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet. Umso schwerer fällt nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, die Reihe zu beenden.“ Der Sender dankte dem gesamten Team sowie insbesondere Antoine Monot, Wanja Mues und Bettina Zimmermann für ihre langjährige Arbeit und Verbundenheit mit der Marke.
Den Freitagskrimi als Sendeplatz plant das ZDF trotz des Ausstiegs beizubehalten – künftig jedoch mit einer „stärkeren Fokussierung auf wenige Formate“. Dazu zählen etwa „Der Alte“, „Die Chefin“ und die neue, am Bodensee spielende Reihe „Mordufer“. Bereits im September läuft im ZDF die vorletzte, zwölfte Staffel des aktuellen Teams. 2027 folgt dann Staffel 13 als letzte reguläre Staffel, ehe der abschließende Spielfilm gedreht wird. Im Frühjahr 2025 drehte der Sender außerdem den zweiten Film der „Polizistin“ in Frankfurt und im Taunus.
Wanja Mues zeigte sich bewegt: „Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuer Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben. Jetzt ist Zeit für neue Abenteuer, und ich freue mich schon auf alles, was da kommt.“

Abonnieren Sie HIER Ihr News-Update für Frankfurt
Kompakt und aktuell: Erhalten Sie immer werktags die wichtigsten Nachrichten aus Frankfurt als E-Mail direkt in Ihr Postfach.
Letzte Staffel 2027, dann Spielfilm: ZDF verabschiedet „Ein Fall für zwei“
Auch Antoine Monot blickt trotz der Nachricht nach vorn: „Unser ganz persönlicher ‚Fall für Mues und Monot‘ ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel ‚Pater Brown‘ auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter ‚Ein Fall für zwei‘, der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns.“
Gegenüber der „Bild“ äußerte sich Monot offener über die persönlichen und finanziellen Folgen des Serienendes: „Natürlich bin ich darüber total traurig. Ich habe meine Rolle wahnsinnig gern gespielt und es hat mir großen Spaß gemacht, die Figur Benni Hornberg in 13 Jahren immer weiterzuentwickeln.“ Die Nachricht vom Aus habe er einige Tage vor der offiziellen Bekanntgabe telefonisch erhalten. Er räumte zudem ein: „Natürlich war ‚Ein Fall für zwei‘ seit 2013 auch immer eine sichere Einnahmequelle für mich, die nun wegfällt. Da macht man sich schon Gedanken, wie man das entstandene Loch füllt.“ Überraschend kam das Ende für ihn dennoch nicht: „Ich hatte immer im Hinterkopf, dass dieser Anruf vom Sender irgendwann kommen wird.“ Auf der Bühne und vor der Kamera bleiben Mues und Monot einander verbunden – etwa durch das Live-Hörspiel „Pater Brown“; zudem läuft laut Monot seine Krimireihe „Behringer und die Toten“ weiter.
ARD zeigt Kinofilm „Wochenendrebellen“: Hinter der Story stecken Vater und Sohn aus Hessen.
Mit dem Ende von „Ein Fall für zwei“ verliert nicht nur das ZDF einen seiner traditionsreichsten Sendeplätze, sondern auch Frankfurt eine seiner bekanntesten Fernsehkulissen. Über 46 Jahre hinweg – von Matulas Lederjacke bis zum Hausboot am Main – hat die Serie das Bild der Stadt bundesweit mitgeprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern an den Main geholt, ohne dass sie dafür reisen mussten. Mit der letzten Staffel 2027 und dem abschließenden Spielfilm endet nun endgültig eine der langlebigsten Krimireihen des deutschen Fernsehens.