Eine Oper für Kids in Köln

Eine neugebaute Oper nur für Kinder - das ist weltweit einmalig. Und fast alle, die schon mal drin waren, sagen: Es ist ein wunderschöner Ort mit familiärer Atmosphäre und toller Akustik. Die neue Kinderoper liegt am Kölner Dirk-Bach-Platz unter Schauspiel und Oper. Eine Treppe führt acht Meter in die Tiefe, in einen mattgold glänzenden Raum mit halbrunden Sitzbänken. Die "Westdeutsche Zeitung" fühlt sich an einen goldenen Zylinder erinnert. Und das Kulturmagazin "kulturwest" schreibt, die strukturierte, geschwungene Wand sehe aus wie eine Reptilienhaut.

"Es ist großartig zu erleben, wie sich dieser schöne Raum mit Klang füllt." Rainer Mühlbach, musikalischer Leiter der Kinderoper

Am Samstag wurde die neue Kinderoper eröffnet. Und die kleinen Zuschauer, viele von ihnen in Begleitung von Oma und Opa, waren begeistert. Gezeigt wurde die Uraufführung des Stücks "Der König verschenkt was". Geschrieben hat es Martin Baltscheit, in Anlehnung an Lessings Ringparabel. Die Musik hat Philipp Matthias Kaufmann komponiert. Zu hören sind Walzer, Trauer- und Kriegsmärsche - manches erinnert an Broadway-Musicals oder Kurt Weill. Eine zerbrochene Riesenkrone auf der Bühne, das Gürzenich-Orchester im Orchestergraben und der mit prachtvollem Märchengewand ausgestattete König: Es gab viel zu bewundern und staunen für die jungen Zuschauer, von denen viele zum ersten Mal in einer Oper waren.

"Diese Oper ist ein zeitloses Märchen, das Werte wie Demokratie und Toleranz vermittelt." Brigitta Gillessen, Leiterin der Kinderoper

Am Ende wurde es ziemlich didaktisch: Das Team der Kinderoper versammelt sich zu einer Demo und hält auf der Bühne Pappschilder hoch. Da sind Parolen zu lesen wie: "Miteinander, tolerant, respektvoll" oder "Demokratie gehört uns allen." Das Stück richtet sich eigentlich an Zuschauer ab sechs Jahren - die Botschaften sind aber wahrscheinlich doch eher für die etwas Älteren verständlich.

Kindertaugliche Oper? Das klappt!

Auf jeden Fall hat diese Uraufführung schon die Richtung für die Zukunft vorgegeben: Das Stück dauert nur eine Stunde, ist sehr verständlich aufgebaut und auch die gesprochenen und gesungenen Texte sind kindertauglich. Der "Kölner Stadtanzeiger" jedenfalls wird angesichts der Wiedereröffnung regelrecht euphorisch: "Dieses neue Haus ist ein Juwel. Möge die Kölner Oper es allzeit zum Funkeln bringen!"