Kurzvideos machen ADHS-Betroffenen zu schaffen
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Tiktok, Instragram Reels oder Youtube Shorts versuchen Nutzer:innen zu binden, indem sie ihnen ein Kurzvideo nach dem anderen in den Feed spielen. Forscher:innen der TU Graz nennen das „Engagement-Falle“. Besonders betroffen sind Personen mit ADHS.
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Etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie 2,5 bis 4,5 Prozent der Erwachsenen sind von ADHS betroffen. Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung macht sich unter anderem durch Einschränkungen bei der Impulskontrolle, dem Zeitmanagement oder der Selbstregulation bemerkbar.
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„Engagement-Falle“ trifft Personen mit ADHS
Und Personen mit ADHS sind besonders von der sogenannten „Engagement-Falle“ auf Kurzvideo-Plattformen betroffen, wie ein Forschungsteam der TU Graz herausgefunden hat. Die „Engagement-Falle“ bezeichnet laut den Forscher:innen „einen Zustand, in dem Algorithmen die Aufmerksamkeit so effektiv binden, dass die Fähigkeit zum absichtlichen Beenden der Nutzung systematisch untergraben wird“.
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Nutzer:innen nähmen dabei zum einen die Video-Empfehlungen als sehr relevant wahr, hätten andererseits aber große Schwierigkeiten, sich vom Bildschirm zu lösen und das eigene Verhalten bewusst zu steuern. „Sie verlieren die Kontrolle darüber, wann sie aufhören und das Handy weglegen – und ganz besonders betrifft das leider Personen mit ADHS“, so Elisabeth Lex von der TU Graz.
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Mit Kurzvideos Verweildauer maximieren
Problematisch sei insbesondere das Vorgehen von Kurzvideo-Plattformen wie Tiktok, Instagram Reels oder YouTube Shorts, mit dem sie die Verweildauer der Nutzer:innen maximieren wollten. „Sie spülen ein Video nach dem anderen in den algorithmisch generierten Feed“, so die Forscher:innen in ihrer Studie.
Beim Scrollen laden sich dabei automatisch neue Inhalte nach. Das führt zu einer Endlosschleife aus immer neuen Inhalten – ohne erkennbaren Abschluss. ADHS-Betroffene leiden dabei nicht nur unter Schwierigkeiten, die verstrichene Zeit während des Scrollens wahrzunehmen und den Konsum der Kurzvideos abzubrechen.
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Oft ziehe dies eine emotionale Belastung nach sich. Der Studie nach litten Menschen mit ADHS nach dem Konsum von Kurzvideos häufig unter starker Reue und Schuldgefühlen. Auch, weil sie wichtige geplante Aufgaben verdrängt hätten.
EU hat Infinite Scrolling und Co im Visier
„Unsere Erkenntnisse belegen, dass auf Engagement optimierte Empfehlungssysteme eine unverhältnismäßige emotionale und verhaltensbezogene Belastung für Menschen mit ADHS darstellen“, erklärt Lex. Die EU hat sogenanntes Infinite Scrolling, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und personalisierte Empfehlungssysteme von Betreibern wie Tiktok, Instagram und Facebook im Visier.
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Die österreichischen Forscher:innen haben aber auch Lösungsvorschläge parat. So sollten die Plattformen nur eine begrenzte Zahl von Videos pro Sitzungen erlauben und die Zeit permanent anzeigen. Solche und ähnliche Funktionen könnten helfen, die die negativen Auswirkungen der „Engagement-Falle“ nachhaltig abzufedern.
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