Operation «Statewide Shield»: Florida findet 163 vermisste Kinder – doch die Hintergründe sind vielfältig

Publiziert2. September 2026, 07:43

PolizeiaktionEntführt, vernachlässigt, ausgebüxt: Florida rettet 163 Kinder

Eine Grossaktion in Florida brachte 163 vermisste Kinder in Sicherheit. Was zunächst wie ein Schlag gegen Menschenhandel wirkte, hat unterschiedliche Hintergründe.

Karin Leuthold

Darum gehts

  • Bei einer Grossrazzia in Florida wurden 163 vermisste Kinder im Alter von zwei Monaten bis 17 Jahren aufgefunden.
  • Die Operation «Statewide Shield» führte zu Festnahmen in mehreren Regionen.
  • Die Fälle reichen von Sorgerechtskonflikten über Vernachlässigung bis hin zu Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Bei einer gross angelegten Rettungsaktion seien in Florida 163 vermisste Kinder gefunden worden, teilte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats, James Uthmeier, vor wenigen Tagen an einer Pressekonferenz mit. Die Operation «Statewide Shield» habe Kinder im Alter von zwei Monaten bis 17 Jahren in Sicherheit gebracht. Es handle sich um einen der grössten Einsätze dieser Art in der Geschichte Floridas.

Eine interdisziplinäre Taskforce führte dazu Teiloperationen an mehreren Orten im «Sunshine State» durch. Diese mündeten in zahlreiche Festnahmen in verschiedenen Regionen. Laut Uthmeier wurden Kinder in sechs US-Bundesstaaten sowie in zwölf Ländern gefunden, darunter Brasilien, Kanada, Kolumbien, die Dominikanische Republik, Finnland, Ghana, Guatemala, Italien, Jamaika, Mexiko, Spanien und Taiwan.

«Viele dieser Kinder wurden Opfer von Menschen, die die Schwächsten ausnutzen», sagte Uthmeier. «Sie sind nicht länger in den Händen des Bösen.»

Das steckt hinter den Fällen

Die Rettungsaktion mit 163 vermissten Kindern wurde kurz darauf in den US-Medien prominent vermeldet. Die Schlagzeilen erweckten zunächst den Eindruck, es handle sich um einen spektakulären Schlag gegen ein internationales Netzwerk des Menschenhandels.

Auf Nachfrage eines Journalisten erläuterte Uthmeier jedoch, dass die Hintergründe der einzelnen Fälle sehr unterschiedlich seien. Dazu zählten etwa Sorgerechtskonflikte, bei denen Verwandte oder entfernte Angehörige ein Kind entführten. Weitere Fälle beträfen misshandelte Kinder in Pflegefamilien, vernachlässigte Jugendliche, die von zu Hause wegliefen und mit Drogen in Kontakt kamen, sowie Minderjährige, die ausgebeutet oder zur Prostitution gezwungen wurden. Die Fälle stünden somit in unterschiedlichem Zusammenhang mit kriminellen Aktivitäten, stellte der Staatsanwalt klar.

Die betroffenen Kinder wurden in spezialisierte Einrichtungen gebracht, wo sie medizinisch und psychologisch betreut werden.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Clickandstop.ch, Online-Meldestelle der Stiftung Kinderschutz Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio, Beforemore und bei den UPK Basel.

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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