Wer soll Gianni Infantino aufhalten? FIFA-Boss wird mit harten Anschuldigungen konfrontiert
„Er denkt, über ihm ist nur Gott“: FIFA-Insider packt über Infantino aus
Stand: 13.07.2026, 17:35 Uhr
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FIFA-Präsident Gianni Infantino gibt gerade nicht das beste Bild ab. Ein Insider des Weltverbands teilt jetzt brisante Worte.
Zürich – Gianni Infantino hat große Pläne. Während die größte WM aller Zeiten (hier der komplette Spielplan) gerade in die heiße Phase geht, denkt der FIFA-Präsident bereits über eine Ausweitung auf 64 Mannschaften nach. In den letzten Wochen prasselte ordentlich Kritik auf den Schweizer ein, nicht zuletzt wegen des Falls Balogun. Nun packt FIFA-Insider Mark Pieth über Infantino aus.

Der Schweizer Strafrechtsexperte arbeitete einst als Vorsitzender der FIFA-Kommission, kennt die Machtspielchen des Fußball-Weltverbands daher ganz genau. Dem Tagesspiegel sagte er: Es gäbe Möglichkeiten, Infantino aus seinem Amt zu entheben. „Die FIFA ist ein institutioneller Verein; jedes Vereinsmitglied kann wählen, absetzen oder sogar jemanden vor Gericht zitieren. Diese Möglichkeit hat jedes FIFA-Mitglied.“
FIFA-Insider macht Infantino während WM große Vorwürfe
Für Infantino hat Pieth keine freundlichen Worte übrig. „Im Grunde hat er das System Blatter perfektioniert: Mehr noch als Blatter geht es Infantino um Macht und um Geld“, sagt er. Der FIFA-Boss würde als „unantastbar“ gelten, den niemand angreifen möchte. „Er denkt, über ihm ist nur noch Gott. Und in seinem Verband ist das auch so.“
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Pieth sieht auch die UEFA in der Verantwortung. Nachdem der US-Amerikaner Folarin Balogun vor dem WM-Achtelfinale gegen Belgien eine Rote Karte kassiert hatte, schaltete sich plötzlich Präsident Donald Trump ein und suchte den Kontakt zu Infantino. Die Konsequenz: Plötzlich wurde die Sperre zurückgenommen bzw. auf ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt.
„Die UEFA könnte sagen: Wir machen das alleine, wir gehen raus aus der FIFA und organisieren eine riesige Fußball-EM. Klar, viele Länder würden fehlen, aber diese WM zeigt: Europa ist der mächtigste Kontinent im Fußball. Ohne Europa geht im Grunde nichts, diese Macht sollten die Verbände einsetzen“, so der frühere FIFA-Vorsitzende.
Die Hoffnung auf eine wegweisende Veränderung – sie ist gering. „Dabei könnte die UEFA die FIFA auch kartellrechtlich hart angehen. Aber offenbar gab es bislang nicht die Bestrebungen im europäischen Fußball, sich zusammenzutun und gegen Infantino etwas zu unternehmen.“ Auch nach dem Ende der WM dürften die kritischen Stimmen gegen Infantino nicht leiser werden. (is)