Philippe überrascht beim HSV – und sagte anderen ab

HSV

Er sagte im Sommer mehreren Vereinen ab: Dieser Profi startet beim HSV jetzt durch

Glücksgefühle beim HSV: Rayan Philippe (2.v.l.) wird von seinen Teamkollegen nach seinem Treffer zum 1:1 gegen Lille gefeiert.
IMAGO/Eibner

Auch beim 2:2 im Test gegen Lille zählte Rayan Philippe zu den auffälligsten HSV-Profis. Dabei hätte der Franzose im Sommer sogar einen Klubwechsel anstreben können, lehnte aber alle Anfragen ab.

Er nutzt die Vorbereitung, um sich wie nur wenige andere HSV-Profis in den Vordergrund zu spielen. Auch beim 2:2 im Test gegen Lille fiel Rayan Philippe positiv auf. Höhepunkt seiner Darbietung war sein direkt verwandelter Freistoß zum zwischenzeitlichen 1:1. Der Franzose zählt fraglos zu den Gewinnern dieses Sommers und bringt sich für den Saisonstart mächtig in Position. Ein Weg, der bereits kurz nach dem Ende der vergangenen Spielzeit begann – denn Philippe sagte gleich mehreren Vereinen ab und möchte sich unbedingt beim HSV durchbeißen.

Merlin Polzin war die Freude über die nächste Glanztat des 25-Jährigen anzumerken. „Mein einziges Wort nach dem Tor war dreimal hintereinander: beautiful!“, ließ der Trainer grinsend wissen und fügte an: „Ich habe mich sehr für ihn gefreut.“ Nicht zum ersten Mal: Bereits beim 3:1 gegen Heidenheim traf der gebürtige Nizzarder, zuletzt gegen Everton (1:2) hatte er Patson Dakas Treffer vorbereitet.

Philippe traf in der vergangenen HSV-Saison fünfmal

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„Er hat sich viel vorgenommen“, erkennt Polzin und sieht die Ursache auch in den Gesprächen, die er in den vergangenen Monaten mit Philippe führte. „Es zeichnet ihn als Charakter aus, dass er an den Dingen arbeitet, die uns vergangene Saison nicht so gefallen haben.“ Da durchlief der Offensivmann trotz seiner fünf Treffer in 28 Bundesligaspielen auch schwere Zeiten und verlor zwischenzeitlich sogar seinen Kaderplatz.

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Mit der Aufarbeitung der Saison begann der Franzose bereits kurz nach dem Saisonende. Philippe blieb trotz des für ihn schwierigen Saisonverlaufs gelassen. Auch, weil er in seiner Karriere die Erfahrung sammelte, nach Vereinswechseln immer ein wenig Anlaufzeit zu brauchen. Deshalb dachte er in keinem Moment daran, den Verein verlassen zu wollen – obwohl es Möglichkeiten gab. Nach MOPO-Informationen sollen zumindest zwei französische Erstligisten ihr Interesse bei Philippe hinterlegt haben. Zu konkreten Gesprächen aber war der Angreifer nie bereit.

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Rayan Philippe schießt per Freistoß das 1:1 für den Hamburger SV gegen OSC Lille in Hamburg.
Volltreffer: Rayan Philippe trifft per Freistoß zum 1:1 des HSV gegen Lille.
IMAGO/Eibner

Stattdessen ackerte er in seiner Heimatstadt schon früh in diesem Sommer mit einem Privattrainer für die neue HSV-Saison. Im Volkspark angekommen, setzte Philippe diesen Weg fort. „Er ist auch wieder aktiver, was das Gym angeht“, bemerkte Kapitän Nicolai Remberg. „Dort sehe ich ihn jetzt öfter. Er ist immer der Erste, der da ist.“ Polzin bezeichnet Philippe gar als „absoluten Musterprofi, was seine Professionalität auf und neben dem Platz angeht. Das zahlt sich aus. Er zählt zu den Jungs, die in der Sommerpause gut gearbeitet haben und jetzt auch in der Vorbereitung bereit sind, mehr zu machen.“

Philippe startet den nächsten Versuch, sich nachhaltig beim HSV durchzusetzen. In leicht veränderter Rolle: Statt vorwiegend auf dem Flügel kommt er nun in zentralerer Rolle zum Einsatz. Leicht wird es angesichts der Konkurrenz von Albert Grønbæk, der sich gegen Lille am Knie verletzte, und Zugang Martin Adeline nicht. Philippe aber offenbart, dass er bereit für mehr ist.