Erdrutsch-Chaos in Südtirol: Wanderer gerettet, Flussbett komplett verlegt, Zufahrten abgeschnitten

Stand: 22.08.2026, 18:56 Uhr

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In Südtirol kommt es immer häufiger zu gefährlichen Murenabgängen. Das Problem hat einen tiefgreifenden Hintergrund – und wird so schnell nicht gelöst.

Südtirol – Seit 48 Stunden regnet es wieder in Südtirol, doch schon jetzt beginnt die Schadensbilanz. Betroffen ist nicht nur das Gadertal, wo ein Erdrutsch aus Schlamm und Felsblöcken die Zufahrtsstraße zur Capanna Alpina verschüttet und damit den Einsatz des Rettungshubschraubers Aiut Alpin Dolomites nötig gemacht hat, um sechs auf einer höher gelegenen Alm festgesessene Wanderer in Sicherheit zu bringen. Auch das Vinschgau, insbesondere Trafoi, eine Fraktion der Gemeinde Stilfs, hatte mit einer Mure von 20.000 bis 30.000 Kubikmetern Material zu kämpfen, die beinahe die Fußgängerbrücke zum Wallfahrtsort der Drei heiligen Brunnen weggerissen hätte.

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Dieser Artikel von Redazione Alto Adige entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.

Eine Mure, die den Vedretta-del-Circo-Bach verlegt hat, wie der Leiter des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West und stellvertretende Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung, Peter Egger, erklärt, der sich sofort gemeinsam mit dem Techniker Julius Staffler und dem Truppführer Florian Hofer vor Ort ein Bild der Lage gemacht hat. „Wenn am Donnerstag die Brückenkonstruktion nur knapp einer Überflutung entgangen ist“, erklärt Egger, „so war gestern das Flussbett nahezu vollständig verlegt. Die Techniker der Wildbachverbauung haben mit Hilfe von zwei Baggern mit den Räumungsarbeiten begonnen, doch das Material ist noch zu nass: Wir müssen abwarten, bis es abtrocknet, um die Räumung vollständig abschließen zu können.“

Im Gadertal kommt es immer wieder zu gefährlichen Muren-Abgängen. Hier zu sehen St. Leonard. (Archivfoto)

In Südtirol machen Unwetter die Lage für Wanderer gefährlich. © IMAGO / Newscom World

Wiederholte Muren am Vedretta-del-Circo-Bach

Der Vedretta-del-Circo-Bach ist mit Murenabgängen kein Neuling, der jüngste ereignete sich vor gerade einmal drei Wochen, nämlich am 1. August. „Das Phänomen wiederholt sich häufig“, so Egger weiter, „weil die Moränen unterhalb der Ortlergruppe, also die durch die Gleitbewegung des Gletschers transportierten Felstrümmer, sich bei jedem intensiven Regenereignis in Muren verwandeln. Und das wird durch das Abschmelzen der Permafrostschicht verursacht, bedingt durch die globale Erwärmung, die den Boden, der bis dahin gefroren geblieben war, instabil macht“.

Im Gadertal gehen unterdessen die Räumungs- und Reinigungsarbeiten an der Straße durch die freiwillige Feuerwehr von St. Kassian weiter. Gestern konnten die Eigentümer rund fünfzig Autos und Fahrzeuge zurückholen, die auf dem Parkplatz entlang der Straße zur Capanna Alpina festsaßen, der zugleich zu den wichtigsten Zufahrtswegen zum Naturpark Fanes-Sennes-Prags gehört.