Erste Ernüchterung für Klopp

Stand: 27.09.2026, 22:43 Uhr

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert in der Nations League beim Heimdebüt von Jürgen Klopp mit 0:1 gegen Griechenland.

Augsburg – Es ist nur ein Tagesausflug gewesen, den sich die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag nach Augsburg gönnte. Morgens hin und spät abends wieder zurück ins Stammquartier nach Herzogenaurach. Zwischendrin lag das gründlich missratene Heimdebüt des Bundestrainers Jürgen Klopp. Sein zweiter Auftritt in der Nations League gegen Griechenland endete für die DFB-Auswahl mit einer ernüchternden 0:1 (0:0)-Niederlage. Mit einem abgefälschten Schuss traf Dimitris Kourbelis das deutsche Team im Mark (74.).

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Karim Adeyemi (rechts) versucht, sich gegen den Griechen Georgios Vagiannidis durchzusetzen. © Eduard Martin/Jan Hübner

Damit liegt Deutschland nach zwei Spieltagen hinter Niederlande und Griechenland mit einem mageren Pünktchen nur auf dem dritten Platz und würde nach aktuellem Stand die Viertelfinals im März 2027 verpassen. Ein Sieg in der nächsten Begegnung gegen Serbien (Donnerstag 20.45 Uhr/ARD) ist fast schon Pflicht, um den Neustart unter dem Hoffnungsträger mit der positiven Attitüde nicht zu gefährden. Es zeigt sich, dass der 59-Jährige trotz großem Optimismus die tiefer liegenden Probleme auch nicht so schnell lösen kann.

Klopps Heim-Debüt gegen Griechenland misslingt

Klopp kehrte einst als Trainer des FC Liverpool im Dezember 2015 zu einem Europa-League-Spiel beim FC Augsburg erstmals zurück nach Deutschland. Unter seiner Regie rückten in der Fuggerstadt fünf frische Gesichter gegenüber der Premiere gegen die Niederlande (1:1) in die Startelf: Torwart Alexander Nübel, die Verteidiger Josha Vagnoman und Yann Aurel Bisseck, Debütant Bambasé Conté sowie erstmals Younes Ebnoutalib begannen vor einer erwartungsfrohen Kulisse.

Das Bemühen war dieser neuen Formation nie abzusprechen, doch ein Kardinalproblem zog sich wie ein roter Faden durch die erste Halbzeit: Trotz klarer Dominanz mit 79 Prozent Ballbesitz hatte die Klopp-Elf größte Schwierigkeiten, sich gegen den tiefen Block klare Chancen herauszuspielen. Einmal zielte Karim Adeyemi nach einem furiosen Alleingang zu hoch (27.), dann scheiterte der Flügelmann vom FC Barcelona mit einem strammen Schuss an Torwart Kostas Tzolakis (32.). Ansonsten hatten die Hellenen recht wenig Mühe, sich auf die zu schablonenartigen Ballpassagen einzustellen. Klopps Offensivbesetzung stieß an Grenzen: Ebnoutalib kam als Spitze kaum zur Geltung, Kevin Schade brach fast nie bis an die Grundlinie durch und Conté wirkte als Spielmacher überfordert.

„Super Deutschland“, sangen die Fans trotzig in dieser Phase, wobei wirklich lobenswert vor allem die Darbietung gegen den Ball war. Die Griechen kamen lange zu keinem einzigen zwingenden Abschluss. Doch mit dem Ball fehlten den Deutschen die eingespielten Abläufe, zumal der Bundestrainer kein ganz hohes Pressing verordnet hatte. Zuvor hatte Klopp vor der „goldenen Generation“ des griechischen Fußballs gewarnt: „Wir respektieren Griechenland sehr, wir müssen wirklich hart arbeiten, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ Wohl wahr.

Die Stadionregie versuchte zur Pause das Publikum mit dem Udo-Jürgens-Klassiker „Griechischer Wein“ in beträchtlicher Phonstärke zu unterhalten. Immerhin sorgte Conté mit einem Distanzschuss, den sich Tzolakis sicher packte, gleich für ein Lebenszeichen (49.). Es folgte ein Freistoß von Kapitän Joshua Kimmich, den der für Hull City spielende Gästekeeper ebenfalls stark parierte (53.). Mit der Einwechslung der vorzeitig angereisten Florian Wirtz und Jonathan Burkardt für die blassen Conté und Schade versuchte Klopp vergleichsweise spät, einen Impuls zu setzen (64.).

Doch erstmal war Glück gefragt, dass der eingewechselte Fotis Ioannidis nach einem Kimmich-Ballverlust die Kugel freistehend am Tor vorbeischob (67.). Der Fifa-Weltranglisten-46. witterte nun seine Möglichkeit – und belohnte sich unvermittelt: Der vor zehn Jahren auch bei der SG Rosenhöhe in Offenbach spielende und inzwischen für den FC Arsenal auflaufende Christos Tzolis seinen Gegenspieler Vagnoman alt aussehen, dann bestrafte Kourbelis das zögerliche Eingreifen des ansonsten fleißigen Felix Nmecha, zudem lenkte Kimmich den Ball in letzter Instanz unhaltbar für Nübel ab. Eine fatale schwarz-rot-goldene Fehlerkette, die auf diesem Niveau nicht vorkommen darf.

Auf den roten Sesseln im Businessbereich saßen an diesem milden Herbstabend bereits die Spieler aus Klopps zweitem Kader, die am Sonntag in Herzogenaurach eingetroffen waren. Sechs Spieler bleiben auch bis zum Rückspiel gegen Griechenland in Thessaloniki (4. Oktober) bei der deutschen Nationalmannschaft, die nun ziemlich unvermittelt in Zugzwang geraten ist.