Linke gewinnt drei Direktmandate in Sachsen-Anhalt – einer überflügelt sogar Siegmund

Linke gewinnt drei Direktmandate

Das sind die Direktsieger in Sachsen-Anhalt


Aktualisiert am 07.09.2026 - 07:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Die AfD gewinnt fast alle Direktwahlkreise in Sachsen-Anhalt. Nur in drei Bezirken landet die Partei auf Platz 2. Und einer ist bei den Erststimmen noch stärker als Siegmund.

Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kein einziges Direktmandat gewonnen. In allen 41 Wahlkreisen mussten sich die Kandidaten der bisherigen Regierungspartei nach vorläufigen Zahlen der Landeswahlleitung geschlagen geben. Auch Sven Schulze selbst konnte sich in seinem Wahlbezirk in Magdeburg nicht durchsetzen.

In 38 Wahlkreisen setzten sich Kandidatinnen und Kandidaten der AfD durch, darunter auch Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkreis Genthin. Nur in drei Wahlkreisen konnte eine andere Partei gewinnen: Die Linke gewann in Magdeburg und Halle. Mustafa Groener siegte im Wahlkreis Magdeburg II, Gitta Hartenstein-Wiermann in Halle II, und Jannik-Loris Balint holt ein Direktmandat in Halle III.

Bei den Zweitstimmen dominierte die AfD in 40 Wahlkreisen. Einzig die Grünen konnten im Wahlkreis Halle III mit 33,7 Prozent in einem Stimmbezirk die stärkste Kraft bei den Zweitstimmen stellen. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die CDU noch in allen 41 Wahlkreisen die meisten Zweitstimmen geholt.

Und auch bei den Direktmandaten sah es für die CDU 2021 noch deutlich besser aus. Von 41 Wahlkreisen ging das Direktmandat in 40 Wahlkreisen an die Christdemokraten, ein Direktmandat ging damals an die AfD.

Entscheidend für die Wahl des Direktkandidaten ist die Erststimme, aus dem Zweitstimmenergebnis ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag.

Tillschneider überflügelt Siegmund

Deutlich dahinter folgte Thomas Staudt (CDU) mit 24,0 Prozent. Bei der Wahl 2021 hatte Staudt noch mit 31,3 Prozent das Direktmandat in dem Wahlkreis geholt. Siegmund verpasst aber das stärkste Erststimmenergebnis seiner Partei im Land. Das holte AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider im Wahlkreis Querfurt mit 54,9 Prozent.

Die Linke punktete vor allem im urbanen Milieu der Universitätsstädte Magdeburg und Halle. Dort zieht Gitta Hartenstein-Wiermann von den Linken in den Landtag ein. Sie holte im Wahlkreis Halle II 29,6 Prozent der Stimmen und siegte vor AfD-Mann Benedikt Weiß (24,9 Prozent). Hartenstein-Wiermann ist 1976 geboren, machte zunächst eine Ausbildung als Kauffrau und holte dann das Abitur nach. Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitete zuletzt als Referentin in der Magdeburger Linken-Fraktion im Landtag.