Lüthi-Nachfolger Fuhrer: Der neue Boss verordnet SCB Demut

«Es wurde in den letzten Jahren genug geredet»

Der neue Boss verordnet dem SCB Demut

Beim SCB ist fast alles neu. Wieder einmal. Und auch an guten Vorsätzen mangelt es den neuen Bossen nicht.

Publiziert: vor 30 Minuten

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Aktualisiert: vor 7 Minuten

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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Bei der Jahresmedienkonferenz des SCB sitzen neben VR-Präsident Carlo Bommes gleich drei Neulinge: CEO Jürg Fuhrer, der zum Chief Hockey Officer mutierte, der vormalige COO Pascal Signer sowie Kommunikationschef Matthias Röthlisberger (Ex-Mysports).

Wohl auch, weil man in den Vorjahren den Erwartungen nicht gerecht wurde, spuckt keiner laute Töne. Fuhrer, der Nachfolger des langjährigen SCB-Zampanos Marc Lüthi, spricht von Demut. «Geredet wurde in den letzten Jahren eigentlich genug. Ich glaube, jetzt müssen wir einfach Taten folgen lassen.»

Der SCB weist einen Verlust von rund 175'000 Franken aus. «Ich bin überrascht, dass es nicht schlimmer war», sagt Fuhrer. «Letzte Saison war nicht gut für den SCB, kommerziell und sportlich.» Nachdem der SCB im Vorjahr noch Dritter gewesen war und man näher an die Spitze heranrücken wollte, rutschte man auf Rang 9 ab und verpasste die Playoffs.

Den Klub «in die Moderne führen»

Die vielen Enttäuschungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Marke von 12'000 Saisonabos, bei der man früher den Verkauf stoppte, wird man bis zum Start in drei Wochen kaum mehr erreichen.

Mehr Demut soll aber nicht heissen, dass man ohne Ambitionen in die Zukunft geht. «Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt wieder eine Vorzeige-Organisation zu werden», sagt Fuhrer, der den Klub «in die Moderne» und «an die Spitze führen» will. Für die kommende Saison ist das Erreichen der Playoffs das Mindestziel.

Deshalb kam nicht nur in der Teppichetage, sondern auch beim Team die Abrissbirne zum Einsatz. Die Routiniers Ramon Untersander und Joel Vermin wurden trotz laufenden Verträgen vor die Tür gestellt und Romain Loeffel für den bisherigen Lausanne-Goalie Connor Hughes eingetauscht, womit man im Tor nicht mehr auf einen Ausländer angewiesen ist. Zudem holte man mit Rodwin Dionicio einen äusserst talentierten Verteidiger von Biel.

«Wir müssen vom Zickzackkurs abkommen»

«Ich bin überzeugt, dass uns die Lösung mit Hughes eine andere Stabilität verleihen wird als in den letzten zwei, drei Jahren», sagt Signer.

Wie sieht die Rollenverteilung zwischen ihm und Sportdirektor Martin Plüss aus, den die Fans nach dem Play-In-Debakel in Rapperswil hart kritisiert hatten («Als Spieler top, als Sportchef Flop»)? «Martin trägt die Verantwortung für die Kaderplanung und Transfers in der National League. Wir stehen in engem Austausch, diskutieren Themen offen und fordern uns gegenseitig heraus. Am Ende soll er seinen Weg konsequent umsetzen können. Meine Aufgabe ist es, den übergeordneten Rahmen vorzugeben und die verschiedenen Bereiche aufeinander abzustimmen.»

Wie viel versteht Signer, der vier Jahre als CEO bei Kloten und vier Jahre als COO beim SCB tätig war, vom Hockey? «Ich bin seit einigen Jahren im Profihockey tätig und verstehe die sportlichen Zusammenhänge sehr gut. Gleichzeitig geht es in meiner Funktion vor allem darum, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Organisation so aufzustellen, dass gute Entscheidungen getroffen werden können.»

Nach Jahren der ständigen Wechsel will man es mit Kontinuität versuchen. «Es ist wichtig, dass wir als Sportorganisation auch lernen, Widerstände zu überstehen. Und da gemeinsam durchzugehen und stärker rauszukommen. Wir müssen vom Zickzackkurs abkommen, nicht die Nerven verlieren, wenn es stürmt» , sagt der 37-Jährige.

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