Nach 30 Jahren: Polizei ruft Mitwisser im Fall Cornelia Heinenberg auf ihr Schweigen zu brechen
Cornelia Heinenberg stammte aus Bochum, lebte später in Essen. Sie hatte es schwer im Leben. Nach Angaben der Polizei bewegte sie sich überwiegend im Umfeld der Trinker-, Drogen und Obdachlosenszene rund um den Essener Hauptbahnhof und im Essener Norden. Sie war stark alkohol- und drogenabhängig, sagt der Essener Polizeisprecher Hendrik Heyer und ergänzt: "Um ihren Konsum zu finanzieren, ging sie auch anschaffen, aber es war jetzt nicht so, dass sie das in regelmäßigen Abständen gemacht hat."
Der Abend vor Cornelia Heinenbergs Tod
Der letzte Tag in Cornelia Heinenbergs Leben war der 18. April 1996. Er verläuft wie viele andere Tage auch. Zunächst besucht sie einen Bekannten in dessen Wohnung. Später fährt sie mit zwei Freunden zum Essener Hauptbahnhof. Über Stunden trinken sie Alkohol, nehmen Drogen.
Gegen Mitternacht machen sich Heinenberg und die zwei Freunde auf den Weg zur Wohnung eines der Männer. Zu diesem Zeitpunkt steht die 26-Jährige bereits so stark unter Alkohol- und Drogeneinfluss, dass sie kaum noch laufen kann. Ihre Begleiter stützen sie, mehrfach stürzt sie zu Boden und zieht sich kleinere Verletzungen zu. "Die ebenfalls alkoholisierten Männer sagten hinterher bei der Polizei aus, sie haben Cornelia Heinenberg im Bereich Stehler Straße / Holle Straße liegen gelassen, weil sie es nicht mehr schafften, sie zu tragen und nach Hause zu bringen", berichtet Heyer.
Kurze Zeit später wird die hilflose Frau von einem Taxifahrer entdeckt. Er setzt sie in sein Auto und bringt sie zurück zum Essener Hauptbahnhof. Ob Cornelia Heinenberg erneut auf Freunde oder auf Unbekannte trifft, ist bis heute unklar. Fest steht lediglich: Gegen 2:30 Uhr sieht ein Taxifahrer Heinenberg in Begleitung eines bislang unbekannten Mannes vom Hauptbahnhof weggehen. Es ist das letzte Mal, dass sie lebend gesehen wird. Was in den nachfolgenden Stunden passiert, weiß die Polizei nicht.