„Etwas mehr Begeisterung bitte!“ Die Fernzüge von Italo kommen:
Stand: 25.07.2026, 12:00 Uhr
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Verkehrspolitiker warnen vor den Fernzügen, die das italienische Unternehmen Italo ab München fahren will. Etwas mehr Optimismus wäre angebracht, kommentiert Dirk Walter.
München – Geht nicht gibt‘s nicht! Verkehrspolitikern verschiedener Couleur – von CSU bis SPD – wäre aktuell etwa mehr Mut und Begeisterung zu wünschen. Da kündigt ein italienischer Konzern eine 3,6-Milliarden-Investition an, 2500 Arbeitsplätze, 26 neue Züge, bestellt beim deutschen Siemens-Konzern, und das alles schon ab 2028.
Alles, was man in Sachen Italo hört, sind Bedenken: „bedauerlich“
Aber alles, was man hört, sind Bedenken: Rosinenpickerei, Schädigung des Nahverkehrs, kein ICE-Halt mehr in Ingolstadt … – der Klagen ist kein Ende. Das ist bedauerlich.
Völlig aus der Luft gegriffen sind die Bedenken von Bayerns Minister Bernreiter und der Eisenbahnergewerkschaft EVG natürlich nicht. Doch es sind lösbare Probleme. Natürlich entsteht bei dem Platzhirsch Deutsche Bahn Unruhe, dass da ein anderer ins Revier vordringt. Das ist ganz normal. Es kommt aber auf den Grundtenor an, und der sollte positiv sein.
Der ICE hingegen ist schon länger nicht mehr das Aushängeschild einer funktionierenden Bahn. Unterm Strich ist die Bilanz, nicht nur wegen der fehlenden Pünktlichkeit, eine mittlere Katastrophe. Neben mangelndem Service ist vor allem die undurchschaubare Preispolitik des Konzerns ein Ärgernis. Der Fernverkehr schreibt rote Zahlen, ist ein Sorgenkind für die Bahnchefin Palla. Sie müht sich redlich, doch bisher ist kein Umkehrschwung in dem Konzern erkennbar.
Da bleibt nur eine Hoffnung, dass es die Konkurrenz vielleicht besser macht. Italo wird zwar auch mit maroden deutschen Schienen zu kämpfen haben. Aber vielleicht gibt es wenigstens günstigere Tickets und italienische Raffinesse beim Warten im Italo-Bordrestaurant. Für die Fahrgäste kann es nur besser werden.