EU-Haushalt: Merz besteht auf drastischer Kürzung der EU-Finanzplanungen

EU-Haushalt: Merz besteht auf drastischer Kürzung der EU-Finanzplanungen

Bundeskanzler Merz hält die Pläne für den EU-Haushalt ab 2028 für zu teuer. Die Kommission müsse ihre Vorschläge um mehrere 100 Milliarden Euro kürzen.

EU-Ratspräsident Antonio Costa (l) und Bundeskanzler Friedrich Merz: Sie beraten über den künftigen EU-Finanzrahmen. Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach einem Treffen mit EU-Ratspräsident Antonio Costa erneut gefordert, die Planungen für den nächsten EU-Finanzrahmen ab 2028 auf ein „realistisches“ Maß zurückzuschrauben. „Wir brauchen Realismus bei der Finanzierbarkeit“, sagte Merz am Mittwochabend in Berlin.

Die aktuellen Vorschläge der Kommission sähen einen Aufwuchs der EU-Haushalte um 60 Prozent vor. „Gegenüber der letzten Periode des mehrjährigen Finanzrahmens in Zeiten der Haushaltseinsparungen in allen Mitgliedstaaten ist das schlicht nicht bezahlbar“, sagte Merz.

Die Vorschläge der EU-Kommission müssten „um mehrere 100 Milliarden Euro“ gekürzt werden. Merz erinnerte daran, dass er ein Treffen mit den EU-Nettozahlerstaaten organisiert habe, die rund 40 Prozent des EU-Haushalts und sogar 70 Prozent der bilateralen Ukrainehilfe aus der EU bezahlten. Diese müssen einer Einigung über den EU-Finanzrahmen von 2028 bis 2034 zustimmen.

„Wir haben daher die schmerzhafte Aufgabe, Prioritäten zu setzen, und dem können wir uns nicht durch neue europäische Schulden entziehen.“ Es müsse in allen Bereichen gespart werden, sagte er und forderte auch eine neue Schwerpunktsetzung in dem billionenschweren Finanzrahmen. „Mit einem Haushalt des 20. Jahrhunderts werden wir die Probleme des 21. Jahrhunderts nicht lösen können.“ Er nannte als Zukunftsfelder die Wettbewerbs- und Verteidigungsfähigkeit.

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