Ex-Bundesligastar Ailton liefert in Visselhövede ab

Stand: 11.10.2026, 22:04 Uhr

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Ailton muss sich seinen Weg „freikämpfen“, um durch die große Anzahl an Kids auf den Platz zu gelangen.

Ailton muss sich seinen Weg „freikämpfen“, um durch die große Anzahl an Kids auf den Platz zu gelangen. © Blömer

Vor hunderten Zuschauern gewinnen die Legenden des SV Werder Bremen mit 4:1 gegen die Heidestädter, für die Joel Sokolski den Ehrentreffer erzielt.

Visselhövede – Ailton musste sich zunächst einmal den Weg freikämpfen. Während seine Mannschaft, die Traditionself von Werder Bremen, bereits eingelaufen war und sich am Mittelkreis versammelt hatte, bahnte sich der 53-jährige Ex-Bundesligastar noch seinen Weg durch rund 20 Kinder, die sich kurzerhand als Einlaufbegleiter angeschlossen hatten. Der ehemalige Werder-Stürmer und Publikumsliebling hatte bereits vor der Partie und in der Halbzeitpause derart viele Autogramm- und Fotowünsche erfüllt, dass der große Platzsturm nach dem Abpfiff ausblieb. Sportlich hatte Ailton da allerdings längst geliefert: Beim 4:1 (2:0)-Sieg im Freundschaftsspiel gegen den VfL Visselhövede erzielte der Brasilianer gleich drei Treffer.

Stattgefunden hatte die Partie im Rahmen des Familientages der Heidestädter. Rund 700 Zuschauer waren zum Höhepunkt des Tages, dem Duell mit den Werder-Legenden, gekommen. „Ich hätte mir 1.000 gewünscht“, sagte Fußball-Boss Merwan Sabouneh, zeigte sich angesichts des wechselhaften Wetters allerdings keineswegs enttäuscht. Vor allem das Aufgebot, das die Gäste von der Weser mitgebracht hatten, hatte es ihm angetan. Neben Ailton waren zahlreiche ehemalige Werder-Profis angereist, darunter Torhüter Felix Wiedwald und Christoph Dabrowski. Die krankheitsbedingten Ausfälle von Aaron Hunt und Ivan Klasnic kompensierten die Bremer ebenfalls prominent mit Felix Kroos. Und auch, dass Philipp Bargfrede aufdribbelte, freute Sabouneh besonders: „Wir hatten am Mittwoch noch ein Pokalspiel gegen ihn, da war er angeschlagen.“

Kurzfristig springt Felix Kroos für Werders Traditionsmannschaft ein. Hier klärt er vor Visselhövedes Philipp Wingering.

Kurzfristig springt Felix Kroos (r.) für Werders Traditionsmannschaft ein. Hier klärt er gegen Visselhövedes Philipp Wingerning. © Blömer

Das Ergebnis war für ihn ebenso zweitrangig wie für Jelle Wegener. Visselhövedes Kapitän der ersten Herren war bereits vor drei Jahren dabei gewesen, als die Werder-Traditionsmannschaft mit 4:0 gewonnen hatte. Eine Revanche blieb allerdings aus. „Das war geil. Man hat gemerkt, dass die noch richtig gut kicken können“, stellte er nach dem Abpfiff fest. Dafür war „Vissel“ gleich mit drei verschiedenen Mannschaften an den Start gegangen. Es begannen die Spieler der ersten Herren aus der 1. Kreisklasse. Wegeners Elf gelang aber nicht ganz so viel. „Ich glaube, einige hätten sich auch ein Tor von uns gewünscht“, mutmaßte der Mannschaftsführer. Werder zeigte sich hingegen bereits früh in Person von Ailton treffsicher, der per Doppelschlag in der ersten Viertelstunde traf (4./12.).

Fair blieb es dabei über weite Strecken der Partie auch. Einzig nachdem Jermain Peacock Werders Martin Kobylanski etwas härter zu Fall gebracht hatte, lieferten sich Werder-Trainer Frank Neubarth und Visselhövedes Coach Tom Pretzel kurzzeitig ein Wortgefecht (40.). „Das war zu hart. Aber ich habe den Jungs auch gesagt: Respekt ist schön und gut. Wenn wir Fußball spielen wollen, gehören aber auch Zweikämpfe dazu“, erklärte Pretzel.

Man hat gemerkt, dass die noch richtig gut kicken können.

Nach rund 25 Minuten hatte er seine erste Mannschaft vom Feld genommen und durch einen Mix aus Spielern der ersten und zweiten Herren ersetzt. Es war die beste Phase der Hausherren. Die erste gute Möglichkeit nutzte Joel Sokolski prompt, als er aus rund 18 Metern sehenswert ins linke obere Eck traf (37.). Kurz darauf bot sich Wael Aldikan sogar die große Chance auf den Ausgleich. Nach einem Querpass von Lukas Stahn hatte er aus kurzer Distanz das leere Tor vor sich, setzte den Ball jedoch an die Latte (47.).

Stattdessen bauten die Werder-Legenden ihre Führung aus, als bei Visselhövede für die letzten 25 Minuten die Allstars, ein Mix aus Alte-Herren-Spielern, aufdribbelten. Zunächst köpfte Clemens Schoppenhauer eine Ecke von Kroos zum 3:1 ein (55.), ehe Ailton nach Vorarbeit von Max Wegner den Schlusspunkt setzte (59.). „Da kann man nicht mehr so viel erwarten“, erklärte Sabouneh, der in der Schlussphase ebenfalls noch aufgelaufen war.