Ex-Trainer kehrt zum SC Riessersee zurück

Stand: 16.10.2026, 07:02 Uhr

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Seine Arbeitseinstellung kommt an: Sebastian Buchwieser (l.) lobt Hunor Marton als „absoluten Eishockeyfachmann, der bei den Spielern sehr beliebt ist“.

Seine Arbeitseinstellung kommt an: Sebastian Buchwieser (l.) lobt Hunor Marton als „absoluten Eishockeyfachmann, der bei den Spielern sehr beliebt ist“. © Privat

An diesem Wochenende kommt es zu einem Wiedersehen mit gemischten Gefühlen: Die Ex-Trainer treffen auf ihre ehemaligen Vereine. Einer sagt: „Das wird komisch werden."

Garmisch-Partenkirchen – Was Hunor Marton am Sonntag erwartet, das kann er selbst noch gar nicht wirklich einschätzen: Wie werden die Fans des SC Riessersee ihn empfangen, wenn er erstmals seit seiner Freistellung auf die Trainerbank im Olympia-Eissportzentrum zurückkehrt? Wobei die ungewohnte Situation für den 32-Jährigen schon vor dem ersten Bully beginnt. Schließlich muss er sich seinen Weg an das andere Ende des Flures bahnen. Vorbei an der Spielerkabine seiner ehemaligen Mannschaft, vorbei an dem Büro, in dem er eineinhalb Jahre Tag und Nacht verbracht hat. Und dann muss er sich auch noch gedulden, bis seine Kaufbeurer als zweite Mannschaft aus dem Spielertunnel aufs Eis dürfen. „Ich habe noch nie gegen ein Team gecoacht, das ich selbst trainiert habe“, erzählt Marton. „Das wird komisch werden. Als ich den SCR verlassen habe, habe ich nicht damit gerechnet, jemals gegen ihn spielen zu müssen.“

Marton hat neues Kapitel aufgeschlagen

So schnell ändern sich die Zeiten im Eishockeygeschäft. Seit fünf Monaten arbeitet der Rumäne als Co-Trainer an der Seite von Sebastian Buchwieser beim DEL-2-Absteiger. Mit seiner Freundin zog er ins Allgäu, im kommenden Sommer werden sie heiraten. In Kaufbeuren hat er ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Bislang gefällt es mir sehr.“ Dass er nun nicht mehr als Cheftrainer arbeitet, sondern in der zweiten Reihe steht, stört ihn nicht. Sein Arbeitsalltag hat sich wenig verändert: Noch immer analysiert er Videos, stellt die Special Teams ein und kümmert sich um die Verteidigung. Buchwieser lobt ihn für seine Akribie. „Er ist ein super Typ und ein absoluter Eishockeyfachmann, der bei den Spielern sehr beliebt ist.“

Als ich den SCR verlassen habe, habe ich nicht damit gerechnet, jemals gegen ihn spielen zu müssen.

Die Trainer sind mit der Entwicklung ihres Teams in der Oberliga durchaus zufrieden. Nach einem schwächeren Saisonauftakt und einer Niederlage gegen Höchstadt fing man sich zuletzt. „Seitdem haben wir gegen Stuttgart und Selb eine gute Reaktion gezeigt“, sagt der Mittenwalder über die Auftritte des großen Meisterschaftsfavoriten. Wobei sie diesen Titel im Allgäu nicht in den Mund nehmen. „Das hat man von mir nie gehört“, betont Buchwieser. Der von außen auferlegte Druck lässt ihn deshalb kalt. „Ich muss das Beste aus meiner Mannschaft herausholen, das ist mein Druck.“

Personelle Misere des SCR spitzt sich zu

Seine Rückkehr in die Heimat rückt erst am Samstag in den Fokus. Bis dahin zählt nur das Aufeinandertreffen mit den HC Tigers. Aber danach freuen sich beide Trainer auf das Wiedersehen. Buchwiesers Mutter und Brüder werden ihm von der Tribüne aus die Daumen drücken. Auch Marton nutzt die Zeit in Garmisch-Partenkirchen, um Freunde zu treffen. „Ich freue mich, ein paar bekannte Gesichter zu sehen. Mit Uli Maurer werde ich bestimmt ein Bier trinken.“ Tags darauf ist trainingsfrei. Perfekt, um den künftigen Schwiegereltern in der Marktgemeinde einen Besuch abzustatten. Der Ort hat Marton nie losgelassen. Zwei- bis dreimal im Monat ist er hier, auch die Ergebnisse seines Ex-Clubs verfolgt er weiterhin genau. Er sagt: „Ich habe gedacht, es würde beim SCR besser laufen.“

Nach sieben Niederlagen in Folge sind die Weiß-Blauen am Tabellenende angekommen. Selbst in Martons Abschiedssaison konnte der SCR zum selben Zeitpunkt elf Punkte vorweisen. Die Aussichten auf Besserung sind überschaubar. Denn die personelle Lage nimmt groteske Züge an: Tag für Tag fallen weitere Profis krankheits- oder verletzungsbedingt aus. Neuester Patient ist Tobias Echtler. Der 26-Jährige hatte sich schon angeschlagen in das Spiel gegen Stuttgart gequält. Die letzten 15 Minuten der Partie musste er bereits von der Bank verfolgen, nun fällt er komplett aus. Weitere Hiobsbotschaften gefällig? Max Bolle wurde am Donnerstag in München gebraucht. Hinter seinem Einsatz steht ein Fragezeichen. Klarheit herrscht bei Luis Becker. Der Stürmer hat sich beim EHC Red Bull München bewiesen und wird auf Sicht nicht mehr im Olympia-Eissportzentrum aufschlagen. Angeschlagen gehen zudem Johan Porsberger und Maximilian Spöttel in das heutige Spiel gegen Lindau, auch ein Einsatz von Robin Soudek steht weiterhin auf der Kippe. Leif Carlsson sagt mit Blick auf seinen Kader: „Die Situation ist schwierig.“ Deshalb werden die Verantwortlichen den Vertrag mit Moritz Serikow bis zur Länderspielpause in zwei Wochen verlängern. Die Verhandlungen befinden sich in den letzten Zügen.

Bis Anfang November geht es für den Coach primär darum, „irgendwie zu überleben“. Auch sein Vorgänger Marton hofft, dass der SCR die aktuelle Krise überwindet. „Ich wünsche dem Verein nur das Beste. Die Jungs brauchen dringend Siege.“ Nur wäre es für ihn und seine Kaufbeurer schön, wenn sie damit bis nächste Woche warten würden. Dann würde Marton das Bier mit Maurer deutlich besser schmecken.