Explosion in Umspannwerk: Berliner Polizei geht von Kurzschluss aus
Berlin Feuer in Umspannwerk - Polizei vermutet Kurzschluss
Stand: 07.09.2026 • 13:58 Uhr
Nach mehreren Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz könnte das Feuer in einem Berliner Umspannwerk wiederum durch einen Kurzschluss ausgelöst worden sein. Nach dem Brand waren zahlreiche Ampeln in der Hauptstadt ausgefallen.
- Feuer soll gegen 2:45 Uhr ausgebrochen sein
- Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen
- Polizeipräsidentin spricht von Kurzschluss
Der Brand in einem Umspannwerk in Berlin-Tiergarten ist nach ersten Erkenntnissen durch einen technischen Fehler entstanden. Es sehe aktuell so aus, dass ein technischer Defekt einen Kurzschluss ausgelöst habe, der zu einer Explosion führte, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel am Montagvormittag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Untersuchung durch die Experten der Kriminaltechnik im Landeskriminalamt (LKA) laufe aber noch.
Umspannwerk
Tunnel mit den Stromleitungen nicht betroffen
Bei der Feuerwehr war in der Nacht zu Montag um 2.41 Uhr ein Alarm eingegangen. 25 Feuerwehrleute rückten an. Sie brauchten mehr als fünf Stunden zum Löschen des Brandes in dem Gebäude und an dem Transporter. Der Tunnel mit den Stromleitungen sei nicht betroffen gewesen, sagte Per Kleist, Vizechef der Feuerwehr. Verletzt wurde niemand.
Betreiber des Umspannwerks ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Ein Sprecher sagte, es sei ein "erheblicher Schaden" entstanden, in der Nacht habe es eine Explosion gegeben. Derzeit deute einiges darauf hin, dass es sich um einen technischen Fehler handelte.
Mehrere Sabotageaktionen auf das Stromnetz
Ermittelt werde aber in alle Richtungen, so Polizeisprecher Florian Nath. Auch letzte Sabotageakte würden "mitgedacht", es gebe aber noch keine belastbaren Beweise in irgendeine Richtung. Größere Stromausfälle gab es nach dem Feuer nicht. Die Stromversorgung in der Stadt sei nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher von Stromnetz Berlin. Allerdings fielen etwa 90 Ampeln aus und mussten wieder eingeschaltet werden. Nach dpa-Informationen könnten die Ampel-Ausfälle mit dem Brand zusammenhängen. Ampel-Anlagen reagieren teils sensibel auf Spannungsschwankungen im Stromnetz.
Zuletzt hatte es mehrere Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen gegeben. Es läuft eine intensive Fahndung nach einem tatverdächtigen Mann. Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und NRW hatten am Samstag einen gemeinsamen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos eines 48-Jährigen veröffentlicht und bitten die Bevölkerung um Hinweise.
Sendung: rbb24 Inforadio, 07.09.2026, 10:40 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 07.09.2026, Jens Lehmann