Fassade droht Passanten auf den Kopf zu fallen: Altes Rathaus kostet Millionen

Stand: 15.10.2026, 19:54 Uhr

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Das Alte Rathaus ist mittlerweile eingerüstet, die Fassade wird saniert. Eine volle Sanierung kostet jedoch zwischen 2 bis 3 Millionen Euro. Zu viel, um alles in einem Rutsch zu erneuern.

Das Alte Rathaus ist mittlerweile eingerüstet, die Fassade wird saniert. Eine volle Sanierung kostet jedoch zwischen 2 bis 3 Millionen Euro. © Schmah-Albert

Das Alte Rathaus in Wehrheim ist eingerüstet, weil Teile der Fassade abzustürzen drohen. Eine Komplettsanierung würde die Gemeinde bis zu drei Millionen Euro kosten.

Wehrheim – Ortsbeiräte haben generell für größere Dörfer oder Städte mit dörflichen Stadtteilen eine beratende und keine Entscheider-Funktion. Das kann gut oder auch schlecht sein, denn egal was das Gremium diskutiert, entschieden wird schließlich doch woanders. Trotzdem aber hat es die Mitglieder des Ortsbeirats Wehrheim ein wenig irritiert, dass die wichtigen Punkte „Umbau Bahnhofstraße“, „Nutzungskonzept Altes Rathaus“ sowie „Sanierung Bürgerhaus/Neubau Feuerwehr“ nicht auch auf der Tagesordnungspunktliste des Ortsbeirats standen. „Wir sind zwar nur ein beratendes Gremium, aber gerade diese Projekte, die allesamt mit Wehrheim zu tun haben, finden sich nicht auf der Tagesordnungspunktliste des Ortsbeirats, der dafür zuständig ist“, kritisierte Ortsvorsteher Stefan Velte (CDU) und erntete damit von seinen Kollegen eifriges Kopfnicken. Als Anregung nimmt Velte nun mit, dass er bei solch wichtigen Themen mit der Verwaltung im Vorfeld absprechen möchte, ob es nicht doch möglich ist, dass diese auf die Tagesordnung gesetzt werden – oder sie sich der Ortsbeirat selbst darauf setzt.

Trotz Ermangelung eines vorliegenden Nutzungskonzepts wurde auch die Sanierung des Alten Rathauses besprochen. Das Gebäude ist mittlerweile vollständig eingerüstet. Ein Teil der Fassade soll saniert werden, denn die droht, Passanten auf den Kopf zu fallen. Eine großangelegte Erneuerung des historischen Gebäudes jedoch könne nur schrittweise erfolgen, erklärte Ulla Gräfe vom Gemeindevorstand. Eine Komplettsanierung des Gebäudes (außen wie innen) würde die Gemeinde zwischen 2 und 3 Millionen Euro kosten – zu viel für die finanziell schwächelnde Gemeinde. Somit sei nur eine etappenweise Sanierung möglich.

Darüber hinaus will der Gemeindevorstand sich noch einmal die Kurve in der Pfaffenwiesbacher Straße ansehen. Hier driften Fahrzeuge aufgrund der scharfen Kurve oft auf die andere Fahrbahnseite, die Fahrbahn schlägt leichte Wellen. Ob hier eine Ausbesserung erfolgen muss, will der Gemeindevorstand dann entscheiden. Ein weiteres Thema waren Camper am Bizzenbach, die dort länger als zwei Nächte stehen. Diese würden von Gemeindeseite aus durchaus kontrolliert, betonte Gräfe. Einige Paare hätten jedoch gegenüber der Ordnungsbehörde angegeben, dass sie sich gerne zwei Nächte dort aufhalten, dann kurz nach Hause fahren und am kommenden Tag wiederkämen. „Ein Paar muss der Ordnungsbehörde gegenüber wohl angegeben haben, dass es wie Urlaub sei, dort zu stehen und den Ausblick zu genießen.“

Die neue Bürgerhausgastronomie werde gut angenommen, die Leute, die dort aßen waren sehr zufrieden. Der Ortsbeirat bittet darum, das neue Gastroteam auch weiter zu unterstützen. Ebenfalls neu ist die Friedhofstür, die vor allem für ältere Mitbürger leicht aufzuschieben ist. Die alte Holztür, die immer wieder zugeschwungen ist und dem einen oder anderen einen Klaps auf die rückwärtige Seite gegeben hat, gehört endlich der Geschichte an.

Kreisel sieht „zerrupft“ aus

Keine Zier sei momentan der Kreisel im Norden Wehrheims, denn der heiße Sommer hat viele Blumen, die dort im Frühjahr eingepflanzt worden sind, zerstört. Resultat ist ein arg zerrupft aussehender Kreisel. „Wir sollten uns überlegen, ob es nicht möglich ist, dass eine Gartenbaufirma die Pflege übernimmt, dafür dort aber ein großes Schild aufstellen darf, um für sich selbst Werbung zu machen“, sagte Velte. Man wolle diesbezüglich die Wehrheimer Gartenbaubetriebe noch einmal ansprechen. Alternativ könnte sich der Ortsbeirat auch einen großen hölzernen Apfel vorstellen, der dort montiert werde.

Ein weiteres, großes Problem seien die immer häufiger auf dem Panoramaweg langfahrenden Autofahrer. „Und die fahren dort definitiv kein Schritttempo“, so Velte. Er will den Hinweis an das Ordnungsamt geben, dass dort häufiger kontrolliert werden soll.