„Fassungslos und tief traurig“: Tödliche Krankheit in Tierheim – Mehrere Jungkatzen tot

Stand: 11.09.2026, 08:19 Uhr

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Ein grau-getigertes Kätzchen sitzt in einer schwarzen Katzentoilette mit hellem Streu.

Sechs Jungkatzen überlebten die Krankheit nicht. (Symbolbild) © Sabine Brose / Frank Sorge / IMAGO

Im Katzenhaus Butzbach starben sechs Jungkatzen an Parvoviren. Zuvor wirkten die Tiere oft noch unauffällig und fraßen. Selbst mehrere Tests blieben zunächst negativ.

Butzbach – Im Katzenhaus des Tierschutzvereins Butzbach sind mehrere Jungkatzen an einer Infektion mit dem Parvovirus gestorben. Nach Angaben des Vereins waren drei Zimmer betroffen. Insgesamt sechs Katzenbabys konnten nicht gerettet werden. Das Katzenhaus war vorsorglich vollständig geschlossen worden.

Besonders tückisch: Der Krankheitsverlauf sei schwer zu erkennen gewesen, teilte der Tierschutzverein in einem Facebook-Video mit. Die Tiere hätten bis kurz vor dem Zusammenbruch häufig unauffällig gewirkt und noch gefressen. „​Doch dann überschlugen sich die Ereignisse auf eine Art, die uns fassungslos und tief traurig zurücklässt“, heißt es beim Tierschutzverein. Innerhalb weniger Stunden seien einige Katzen dann jedoch stark geschwächt und dehydriert gewesen und hätten eine schwere Untertemperatur entwickelt. Trotz sofortiger tiermedizinischer Behandlung mit Infusionen, Wärmeversorgung und weiteren Maßnahmen seien mehrere Tiere gestorben.

Für Gewissheit sorgte schließlich die Untersuchung eines verstorbenen Kittens in der Pathologie. Dabei seien Parvoviren nachgewiesen worden. Zusätzlich hätten sich E.-coli-Bakterien als Sekundärinfektion gezeigt, berichtet der Verein.

Zunächst waren die Tests negativ

Die Diagnose habe sich zunächst schwierig gestaltet. Drei PCR-Tests auf Parvoviren seien nach Angaben des Tierschutzvereins negativ ausgefallen. Auch Schnelltests in den einzelnen Zimmern hätten keinen Hinweis auf das Virus ergeben. Der Verein geht deshalb davon aus, dass ein besonders schwer nachweisbarer Parvovirus-Stamm für die Erkrankungen verantwortlich ist.

Bei Blutuntersuchungen betroffener Katzen sei zudem ein auffällig hoher AGP-Wert festgestellt worden. Teilweise habe es Anzeichen für eine beginnende Sepsis gegeben.

Nach Angaben des Vereins waren in einem der betroffenen Zimmer die Katzen bereits geimpft. Dennoch erkrankten Tiere. Der Tierschutzverein erklärt dies mit dem noch nicht vollständig entwickelten Immunsystem der Jungkatzen.

Tierschutzverein Butzbach verschärft Hygienemaßnahmen

Wie das Virus in das Katzenhaus gelangte, ist nach Angaben des Vereins nicht abschließend geklärt. Da sich die eigenen Katzen bereits länger im Tierheim befänden, geht der Tierschutzverein davon aus, dass der Erreger möglicherweise durch Menschen oder Besucher eingeschleppt worden sein könnte. Übliche Händedesinfektionsmittel seien gegen Parvoviren nicht ausreichend wirksam.

Der Verein will deshalb seine Hygieneregeln weiter verschärfen. Besuche in den Katzenzimmern sollen künftig nur noch in Ausnahmefällen möglich sein. Jenseits der drei betroffenen Zimmer sei bislang kein Tier erkrankt und gesund. Auch in den anderen Bereichen gebe es keine erkrankten Tiere.