Dieser Cybersicherheitsexperte will Überwachungskameras austricksen – das steckt dahinter

t3n als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen

Verpasse keine News mehr!

Viele US-Amerikaner:innen fühlen sich unwohl, weil Überwachungskameras dazu genutzt werden können, Menschen zu identifizieren. Bunte Muster sollen dabei helfen, die Technologie auszutricksen.

Von Noëlle Bölling

Anzeige

Fast unsichtbar: Wie dieser Cybersicherheitsexperte Kameras mit Gesichtserkennung überlistet

In den USA sind Kameras mit Gesichtserkennung weit verbreitet.(Foto: Khanthachai C / Shutterstock)

Ob in Geschäften, auf Straßen oder an Wohnhäusern: In den USA sind Überwachungskameras weit verbreitet. Sie zeichnen nicht nur das Geschehen auf, sondern können inzwischen oft auch Kennzeichen, Gesichter oder Gegenstände erkennen. Entsprechend vielfältig sind ihre Einsatzzwecke: Sie erfassen Paketlieferungen an der Haustür, schützen Grundstücke und helfen bei der Aufklärung von Straftaten. Der Cybersicherheitsexperte Bill Swearingen steht dem kritisch gegenüber. Er sieht die Privatsphäre als Grundrecht an und hat jetzt eine Methode entwickelt, mit der Menschen der Überwachung entgehen können.

Anzeige

So will der Experte Kameras überlisten

Seit es kamerabasierte Objekterkennung gibt, wird daran gearbeitet, diese Technologie zu umgehen. Mehrere Kunstprojekte haben schon Kleidung entwickelt, um diese zu manipulieren. Swearingen erklärte gegenüber Techcrunch, seine Forschung baue auf solchen früheren Arbeiten auf. Auslöser für seine Idee sei eine Demonstration gewesen, die er im vergangenen Jahr besuchen wollte. Angesichts der Vielzahl an Kameras in seiner Stadt fühlte er sich dabei allerdings unwohl – und machte sich stattdessen an die Arbeit. In einem Testlabor versuchte er schrittweise, die gängigen Open-Source-Algorhitmen zur Gesichtserkennung zu überlisten. Nach rund 31 Millionen Tests sei es ihm jetzt möglich, auf Abruf Muster zu erzeugen, mit denen genau das möglich ist.

Sein Projekt entwickelte sich zu einem Modell des verstärkenden Lernens, das sich selbstständig beibrachte, welche Muster funktionieren. „Ich habe meinem Modell sozusagen das Malen beigebracht“, erklärte Swearingen gegenüber Techcrunch. Die computergenerierten Muster werden auf T-Shirts oder andere Kleidung gedruckt und sind online erhältlich. Sie verhindern zwar nicht die Aufzeichnung durch Kameras, stören aber deren Fähigkeit, Objekte, Personen oder Gesichter zu identifizieren. Am Freitag testete Swearingen sein Verfahren erstmals unter realen Bedingungen auf der Cybersicherheitskonferenz Def Con in Las Vegas, indem er ein Auto mit einem seiner Muster beklebte. Die Räder hätten zwar eine Herausforderung dargestellt, dennoch sei es ihm möglich gewesen, die Funktionalität zu beweisen.

Anzeige

Top-Artikel

${content}

${custom_anzeige-badge} ${custom_tr-badge} ${section}

${title}

${custom_anzeige-badge}

${custom_tr-badge} ${section}

${title}

Gesichtserkennung steht in der Kritik

Eine Umfrage des Sicherheits- und Überwachungstechnikunternehmens LVT zeigt, dass US-Bürger:innen Kameras mit Kennzeichen- und Gesichtserkennung zwiegespalten gegenüberstehen. So gehen 94 Prozent davon aus, dass Sicherheitskameras zur Aufklärung von Straftaten beitragen, und 84 Prozent fühlen sich durch sichtbare Kameras an Orten sicherer, die sie im Dunkeln sonst meiden würden. Gleichzeitig befürchten 63 Prozent, dass die Technologie missbraucht werden könnte, um unbescholtene Bürger:innen zu verfolgen – beispielsweise bei der Teilnahme an einer Demonstration.

Anders als in Deutschland gibt es in den USA kein einheitliches Gesetz, das den Einsatz von Videokameras umfassend regelt. Hierzulande ist eine flächendeckende oder anlasslose Echtzeit-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum grundsätzlich verboten. Trotzdem kommt die Technologie auch in deutschen Städten zum Einsatz – wenn auch in eng begrenzten Fällen. Einer davon ist das Frankfurter Bahnhofsviertel, wo Drogenkriminalität, Raub und Körperverletzung oft an der Tagesordnung sind. Hier sollen Kameras mit Gesichtserkennung dabei helfen, Menschenleben zu schützen und terroristische Anschläge zu verhindern.

Empfohlene redaktionelle Inhalte

Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH, die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen. Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärst du dich einverstanden, dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen dürfen. Dabei können personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern übermittelt werden.

Hinweis zum Datenschutz

Startseite