Favorit Magdeburg demütig: „Können nicht übers Wasser gehen“

Stand: 19.08.2026, 08:13 Uhr

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Bennet Wiegert

Meistertrainer Bennet Wiegert (m) möchte mit dem SC Magdeburg endlich auch den Supercup gewinnen. (Archivbild) © Andreas Gora/dpa

Der SC Magdeburg ist nach dem souveränen Titelgewinn erneut der große Favorit in der Handball-Bundesliga. Zum Saisonstart will der Meister im Supercup gegen die Füchse Berlin einen Makel tilgen.

München - Beim ersten Titel-Showdown der neuen Handball-Saison möchte Bennet Wiegert endlich seinen Frieden mit dem Supercup machen. Schließlich ist es die einzige Vereinstrophäe, die der 44 Jahre alte Erfolgstrainer mit dem SC Magdeburg noch nicht gewonnen hat. Entsprechend motiviert geht Wiegert nach drei vergeblichen Anläufen mit seinem Team in das Duell gegen Pokalsieger Füchse Berlin um Superstar Mathias Gidsel am Samstag (18.00 Uhr/Dyn) in München.

„Für mich ist dieser Titel sehr erstrebenswert, auch wenn er nicht die Wertigkeit hat wie die Meisterschaft, der Pokal oder die Champions League. Wir wollen das Ding gewinnen - gerade gegen Berlin“, schickte Wiegert eine Kampfansage in die Hauptstadt.

Füchse Berlin

Die Füchse Berlin wollen zum dritten Mal nacheinander den Supercup gewinnen. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Kein Wunder, haben die Magdeburger doch noch eine offene Rechnung zu begleichen. 2024 gab es im Finale eine knappe 30:32-Niederlage gegen die Füchse, die auch im Vorjahr gegen den THW Kiel triumphierten und damit den Supercup-Hattrick perfekt machen können.

Experten sehen Magdeburg als Meisterfavoriten

Das will der SCM verhindern - und im brisanten Duell mit dem Erzrivalen und Vizemeister gleich ein Zeichen für den bevorstehenden Bundesliga-Titelkampf setzen. Da sehen viele Experten wie Handball-Ikone Stefan Kretzschmar den Titelverteidiger wieder als heißesten Meisteranwärter. „Der SC Magdeburg. Darüber muss ich noch nicht einmal nachdenken“, nannte Kretzschmar dem Fachportal „Handball World“ jüngst seinen Meistertipp.

Stefan Kretzschmar

Für Stefan Kretzschmar ist der SC Magdeburg der große Titelfavorit in der Handball-Bundesliga. (Archivbild) © Frank Molter/dpa

Wiegert empfindet die Rolle des Gejagten eher als Lust denn als Last. „Die Erwartungen steigen und steigen und steigen. Das hat sich die Mannschaft in der Vergangenheit erarbeitet. Ich sehe das als Kompliment und nicht als Rucksack, den wir mit uns herumtragen“, sagte er.

Trainer bleibt demütig

Trotz der zahlreichen Erfolge in den vergangenen elf Jahren - unter Wiegert gewann der SCM dreimal die Meisterschaft, zweimal den Pokal, zweimal die Champions League, dreimal die Club-WM und einmal die European League - geht Wiegert die neue Saison aber wie immer demütig an.

„Wir wissen, dass wir nicht übers Wasser gehen können und hart arbeiten müssen. Aber wenn wir unsere Leistung auf die Platte bringen, haben wir die Möglichkeit, viele Spiele zu gewinnen. Tun wir das nicht, werden wir geerdet. Dann wird man sehen, dass es auch nur menschliche Handballer sind“, sagte Wiegert.

Bennet Wiegert

Bennet Wiegert prophezeit ein spannendes Meisterrennen. (Archivbild) © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Als Selbstläufer sieht er das Titelrennen ohnehin nicht an. „Am Ende wird es darum gehen, wer seine Qualitäten über die längste Strecke hinbekommt. Ich rechne mit vielen Vereinen - Flensburg, Kiel, Melsungen, Gummersbach und auch Berlin. Die haben trotz des Verlustes von Lasse Andersson und Dejan Milosavljev immer noch viel Qualität“, prophezeite Wiegert einen spannenden Meisterkampf.

Berlin-Boss Hanning: Kein Übergangsjahr

Auch Kretzschmar hat den Hauptstadt-Club, bei dem er im Vorjahr als Sportdirektor gehen musste, auf der Meisterrechnung. „Die Füchse darfst du nie unterschätzen, solange Mathias Gidsel in diesem Verein spielt“, sagte der 53-Jährige.

Der dänische Welthandballer selbst will beim Neuaufbau „noch mehr Verantwortung übernehmen“, nachdem, wie Gidsel kürzlich sagte, „das gesamte Fundament des Angriffs zerstört wurde und damit auch das, was die Füchse Berlin vier Jahre lang getragen hat“. Erst im Sommer 2027 bekommt Gidsel mit seinem Landsmann Simon Pytlick (SG Flensburg-Handewitt) und dem Franzosen Dika Mem (FC Barcelona) zwei weitere Rückraumstars an die Seite gestellt.

Mathias Gidsel

Superstar Mathias Gidsel steht mit den Füchsen Berlin vor einer schwierigen Saison. (Archivbild) © Marco Wolf/dpa

Bob Hanning will dennoch nichts von einem Übergangsjahr wissen. „Dieses Wort macht mich aggressiv. Das will ich nicht hören, und es ist es sicher nicht“, sagte der Füchse-Geschäftsführer. Der Verein stehe zwar „vor großen Herausforderungen, aber diese Saison ist sicher keine Zwischenlösung. Jeder, der mich seit 20 Jahren kennt, weiß, dass wir uns immer hohe Ziele setzen“, schob Hanning nach. Den Beweis wollen die Berliner schon am Samstag antreten. dpa