FCK: Lieberknechts Lebenstraum

Stand: 06.08.2026, 13:40 Uhr

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torsten Lieberknecht

Pfälzer duch und durch: Torsten Lieberknecht. © Robert Michael

Der 1. FC Kaiserslautern geht mit eingespieltem Kader in die neue Zweitliga-Saison – und freut sich über einen neuen Rekord an verkauften Dauerkarten.

Torsten Lieberknecht bezeichnet es als „Lebenstraum“, den 1. FC Kaiserslautern wieder in die erste Liga zu bringen. Ganz so, wie es ihm mit Braunschweig und Darmstadt gelungen ist. Das könnte diesmal wieder sogar klappen. Seit dem Wiederaufstieg aus Liga drei in die Zweite Fußball-Bundesliga geht’s gemächlich aufwärts: Neunter, Siebter, Dreizehnter, Sechster. In die neue Saison, die gleich mit dem Topspiel am Samstagabend beim VfL Wolfsburg beginnt, geht der FCK mit eingespieltem Kader, hat aber nahezu das gesamte Trainerteam hinter Chefcoach Lieberknecht ausgetauscht. Das geschah vornehmlich auf Wunsch von Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos.

Es ist die Dynamik, auf die sie in der fußballverrückten Pfalz setzen. Mehr als 34.000 Dauerkarten wurden verkauft. Vereinsrekord! Der Druck ist entsprechend. „Wir wissen, wie schnell der FCK eine Last werden kann für junge Spieler“, sagt Lieberknecht. „Unser Umfeld ist super emotional. Die Spieler merken an diesem Standort brutal den Druck“, bestätigt Hengen. „Darmstadt hat vergangene Saison die letzten neun Spiele nicht gewonnen“, erinnert sich Klos, „und die verlängern mit dem Trainer und haben komplett Ruhe. Das wäre hier gar nicht möglich.“

Hengen wählt im SWR-Podcast noch einen anderen Vergleich: „In Elversberg kannst du zwei-, dreimal in Folge verlieren, da können die dennoch in Ruhe weiterarbeiten. Wenn das hier passiert, fackeln die, übertrieben gesagt, schon das Stadion ab.“ Damit müsse man klarkommen: „Ich bin hier gern unter Feuer.“

Auch Sportdirektor Klos bleibt cool, leistet gute Arbeit, junge Spieler werden vermehrt eingebaut. Klos sagt klipp und klar: „Der Anspruch des FCK ist es, wieder Bundesliga zu spielen. Wir haben ein Fundament geschaffen mit dem vierten Jahr zweite Liga, um eine bessere Saison zu spielen.“ Lieberknecht soll liefern. Hengen erwartet „mehr Lösungen mit Ball, das müssen wir verfeinern, gerade auf dem Betzenberg, wo die Gegner auch mal mauern“. Das sieht der Trainer genauso und warnt: „Es darf keine Spiele geben, in denen wir vermitteln, dass es nach Aufgabe aussieht.“

Solche Rückschläge will man tunlichst vermeiden. Und die Anzahl der Gegentore (zuletzt 48, 64, 55, 47) minimieren. Diese Größenordnung sei, schreibt der „Kicker“ richtig, „kein Zugangscode für einen Aufstiegsplatz“.

Schwimmen mit Haien

Die U21 schaffte den Aufstieg in die Regionalliga. Hengen spricht von einer „Signalwirkung an das NLZ, dass wir Jungs nach oben bringen wollen. Das ist elementar wichtig. So kannst du den nächsten Schritt viel eher gehen.“ Und er verweist auf die stetige Verjüngung des Profikaders: „Die Mannschaft war anfangs im Schnitt über 27 Jahre alt, jetzt sind wir unter 25.“

Routiniers sind dennoch da: Mergim Berisha (28), vor drei Jahren deutscher A-Nationalspieler, soll Tore machen, solange Toptorjäger Ivan Prtajin nach auskuriertem Achillessehnenriss noch fehlt. Marlon Ritter (31) bleibt Kapitän, Jacob Rasmussen (29) hält die Abwehr zusammen. Die erst 19-jährigen Zugänge Ibrahim Kanaté (zuvor RSC Anderlecht) und Thierry Tazemeta (Borussia Dortmund U 19) bringen Tempo und Raffinesse ins Spiel.

Wirbelwind Naatan Skyttä (24) konnte gehalten werden, Topmann Luca Sirch zog es jedoch ablösefrei weg ins nahe Elversberg in die erste Liga. Ein Verlust, der wehtut. Zu groß will Hengen die Erwartungen ohnehin nicht wachsen lassen: „Die drei Klubs, die runtergekommen sind, haben viel mehr Fernsehgeld als wir. Es wird schwer für uns in diesem Haifischbecken.“