Fechterin Larissa Eifler und der süße Geschmack des WM-Titels

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"Ich habe es mir eingeredet" Fechterin Larissa Eifler und der süße Geschmack des WM-Titels

Mit 16 Jahren verlässt Larissa Eifler ihre hessische Heimat, elf Jahre später erntet sie die Früchte: Die Säbelfechterin holt WM-Gold. Und das völlig überraschend - zumindest für Außenstehende.

Larissa Eifler.

Larissa Eifler jubelt über den WM-Titel. Bild © picture alliance/dpa/Deutscher Fechter-Bund | Luca Pagliaricci/Bizzi Team

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02:32 Min.|Bastian Gerling

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

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Larissa Eifler ahnte etwas, ahnte etwas entgegen den Prognosen nahezu aller Experten. Vielleicht glaubte sie nicht ganz an den Titel, das nicht, sehr wohl aber an ein sehr gutes Abschneiden bei der WM in Hongkong. Und siehe da: Seit Sonntag darf sich die 27-Jährige aus Alsfeld (Vogelsberg) nun Weltmeisterin im Säbelfechten nennen. Chapeau.

"Das ist der größte Erfolg meiner Karriere", unterstrich Eifler tags darauf im Gespräch mit dem hr-sport das, was offensichtlich ist. Denn: Eifler gehörte zuvor nicht zur absoluten Weltspitze, war nicht unter den Top 30 in der Rangliste und lieferte noch vor vier Wochen eine enttäuschende Europameisterschaft ab. Das Aus kam bereits in der ersten K.o.-Runde. Diesmal aber war etwas Entscheidendes anders, wie sie berichtete: "Ich habe nicht so die krasse Anspannung wie sonst gespürt, sondern hatte eine positive Stimmung. Das hat geholfen, meine Leistung abzurufen."

Eifler redet sich den Sieg ein

Die war beachtlich. Auf dem Weg zum Triumph bezwang sie unter anderem Olympiasiegerin Manon Apithy aus Frankreich, im Finale schließlich deren Landsfrau Sara Balzer (15:10). Und das nach 0:5- und 1:6-Rückstand. So wirklich habe sie in dieser frühen Phase des Gefechts nicht mehr an den ganz großen Wurf geglaubt, gab Eifler offen zu, aber "ich habe es mir eingeredet". Das Wichtigste sei gewesen, "dass ich mir immer selbst vertraut habe und dass ich ruhig geblieben bin".

Für das deutsche Fechten war Eiflers Erfolg ein echter Brustlöser. Das letzte Einzel-Gold bei einer WM lag schon 16 Jahre zurück, im Säbelfechten der Frauen gab es gar noch nie WM-Gold. "Historisch" nannte auch Eifler selbst ihren Sieg, "das schmeckt süß".

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Bild © picture-alliance/dpa / Imago

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Mit 16 Jahren aufs Sportinternat

Eifler wurde einst in Lauterbach im Vogelsbergkreis geboren, wuchs dann in Romrod und Alsfeld auf. Dort begann sie auch mit dem Fechten, später war sie in Wetzlar aktiv, ehe es mit 16 Jahren aufs Sportinternat nach Dormagen ging. Man muss wissen: Im nordrhein-westfälischen Dormagen trainieren viele deutschen Topathletinnen und -athleten im Fechten. Der Sieg sei daher nicht nur ein singulärer Erfolg, sondern eine Bestätigung für "den ganzen Weg in meiner Karriere", sagte die Sportsoldatin, die nebenbei noch Psychologie in Köln studiert.

Auf den großen Triumph folgt gleich der nächste Höhepunkt. Am Mittwoch steht der Teamwettbewerb in Hongkong auf dem Programm. Eiflers Prognose diesmal: "Wir stehen in der Weltrangliste nicht so gut da, aber unsere Ziele sind hoch." Eine Ausgangslage, die Larissa Eifler bestens kennt.