Zahl der Toten bei Waldbränden in Spanien steigt auf 13

Bei den Waldbränden in der südostspanischen Provinz Almeria ist die Zahl der Todesopfer auf 13 gestiegen. Eine 93-jährige Britin sei ihren Verletzungen erlegen, teilte die Regionalregierung am Sonntagabend ⁠mit. Die Frau war eine von acht Personen, die nach dem Ausbruch des Feuers am Donnerstag ins Krankenhaus eingeliefert wurden, vier davon mit schweren Verletzungen. Sie hatte demnach Verbrennungen an 20 Prozent ihrer Körperoberfläche erlitten.

Der ‌Präsident der Regionalregierung von Andalusien, Juanma Moreno, hatte am Sonntagmittag mitgeteilt, das Feuer sei eingedämmt und seine Ausbreitung unter Kontrolle. Mehr als 7000 Hektar Land in der Gemeinde Los Gallardos wurden ein ‌Raub der Flammen. Die Zahl der ‌Vermissten stieg unterdessen auf zehn, nachdem die spanische Kriminalpolizei ihre Zusammenarbeit mit den Behörden in Frankreich, Großbritannien und Belgien aufgenommen hatte. Die Behörden haben die Toten noch nicht formell identifiziert; es könnte sich bei einigen von ihnen um die bislang als vermisst Geltenden handeln.

Offenbar drei Belgier unter den Opfern

Die belgische Regierung teilte ⁠am Sonntag mit, sie gehe davon aus, dass sich unter den Opfern drei belgische Staatsangehörige befinden. Einer von ihnen ist der 63-jährige belgische Geschäftsmann Stanislas Verdonckt. Dessen Sohn sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sein Vater und dessen Nachbarn hätten von den Behörden keine Warnung oder Anweisung ⁠erhalten. Sie hätten ‌sich entschieden, zu Fuß zu fliehen, als die Flammen sie beinahe erreicht hätten. Die andalusische Regionalregierung erklärte demgegenüber, der örtliche Bürgermeister habe der Gruppe geraten, an Ort und Stelle Schutz zu suchen.

Mehr als 1000 Einwohner konnten am ⁠Sonntagnachmittag in ⁠ihre Häuser in den evakuierten Dörfern nördlich von Los Gallardos zurückkehren. Regionalpräsident Moreno rief die Bürger auf, den ganzen Sommer ⁠über wachsam zu bleiben. ⁠Der 72-jährige britische Staatsbürger Cameron Karoonian sagte, er hoffe, dass er noch ein Zuhause habe, in das er zurückkehren ‌könne. „Und dann müssen wir einfach da anknüpfen, wo wir aufgehört haben“, sagte er. „Unser Leben wieder aufnehmen, die Katzen finden, nachsehen, ob es ihnen gut geht, und die Sache hinter uns lassen.“

In Frankreich brach am Sonntag im Wald von Fontainebleau rund 50 Kilometer südlich von Paris ein Feuer aus. Es breitete sich schnell aus. Nach Angaben der Feuerwehr wurden erstmals zwei Löschflugzeuge aus Südfrankreich in die Hauptstadtregion entsandt. Verkehrsminister Philippe Tabarot teilte mit, wegen des Feuers habe die Autobahn 6 – eine wichtige Verkehrsader in Richtung Süden – teilweise gesperrt werden müssen.

Am ersten Ferienwochenende war auch der Bahnverkehr auf der Schnellzugstrecke in den Südosten Frankreichs „gestört“, wie Tabarot sagte. Die französische Bahngesellschaft SNCF teilte am Sonntagabend auf ihrer Website mit, Züge vom oder zum Pariser Bahnhof Gare de Lyon hätten bis zu sechs Stunden Verspätung.

400 Feuerwehrleute im Einsatz

Das Feuer im Wald von Fontainebleau war am späten Sonntagnachmittag neben der A6 ausgebrochen und breitete sich dann im Wald aus. Die Feuerwehr sprach von einem „sehr heftigen“ Feuer. Das Ausmaß des Brandes sei „außerordentlich“, sagte der stellvertretende Präfekt der Region, Yannis Bouzar.

Rund 400 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, die bis kurz vor 23.00 Uhr bereits mehr als 300 Hektar Vegetation zerstört hatten und sich weiterhin ausbreiteten, wie Bouzar vor Journalisten in Arbonne-la-Forêt im Département Seine-et-Marne sagte. Aus Bordeaux und Nîmes wurden zwei Löschflugzeuge geschickt, um die Löscharbeiten zu unterstützen.