Feuerwehren kämpfen im Burgenland um den WM-Titel

Woran Berlin gescheitert ist, wurde im Burgenland in relativ kurzer Zeit auf die Beine gestellt: Von Mittwoch bis Sonntag kommender Woche finden in Eisenstadt die 18. Weltmeisterschaften für Feuerwehren statt. Erwartet werden rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 17 Nationen sowie mehr als 3.000 Gäste.

Nachdem die deutsche Hauptstadt mitten in den Vorbereitungen das Handtuch geworfen hatte, stand die alle vier Jahre stattfindende WM schon vor dem Aus – wäre nicht das Burgenland für die Millionenmetropole eingesprungen. In einem Jahr wurde die Organisation aus dem Boden gestampft, erzählt Günter Prünner, Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes. Wie das geht? Berlin hat Berufsfeuerwehren, das Burgenland Freiwillige Feuerwehren, die auch die Mehrarbeit unentgeltlich erledigt haben.

Feuerwehr-WM Eisenstadt

Harald Nakovich, Bürgermeister Thomas Steiner, Bezirkskommandant Reinhold Hübner, Vize Istvan Deli.

Und davon gab es jede Menge. Mehr als 300 freiwillige Helferinnen und Helfer aus allen Bezirken des Landes sollen gemeinsam mit Behörden, Einsatzorganisationen und Partnern für einen reibungslosen Ablauf der fünftägigen Veranstaltung in der Leichtathletik-Arena der Landeshauptstadt sorgen. Erst vor drei Wochen war die Arena Schauplatz eines internationalen LA-Meetings – auch da misst sich Eisenstadt als Veranstaltungsort mit Berlin.

Logistischer Kraftakt

127 Wettkampfgruppen aus 17 Nationen ergeben etwa 1.500 Feuerwehrmitglieder, die untergebracht und verköstigt werden müssen. Die Unterbringung erfolgt in verschiedenen Schulen und Internaten in Eisenstadt. Auch die Verpflegung der Wettkämpfer sowie der Bewerterinnen und Bewerter ist eine logistische Herausforderung.

Rotes Kreuz und Bezirksfeuerwehrkommando Mattersburg werden täglich rund 1.700 Personen mit Essen versorgt. „Dabei wird besonderer Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität gelegt“, versichert der stellvertretende Landesfeuerwehrkommandant und WM-Organisationsleiter Harald Nakovich.

Österreich war zuletzt 2017 Schauplatz einer Feuerwehr-WM, damals war Villach Gastgeber. Fürs Burgenland ist die Austragung eine Premiere, sagt Sprecher Prünner. 14 der 127 Wettkampfgruppen kommen aus Österreich, darunter sind zwei burgenländische Wehren – Zillingtal und Markt St. Martin treten mit Männerteams an.

Um Titel gekämpft wird in vier Kategorien: Allgemeine Klasse, ältere Florianis, Frauen und Berufsfeuerwehren. Zu bewältigen gilt es Löschangriffe, aber auch einen Staffellauf über Hürden – in voller Montur, versteht sich.

Feuerschale aus der HTL

Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) freut besonders, dass die Ausrichtung der WM „zu einem Gemeinschaftsprojekt“ geworden ist. Vom Landesfeuerwehrverband über die Einsatzorganisationen und die Wehren in den drei Stadtteilen bis zu Schulen „ziehen alle an einem Strang und leisten ihren Beitrag, damit sich unsere Gäste aus aller Welt in Eisenstadt willkommen fühlen“.

Die Schulen sind nicht nur Herberge für die Teilnehmer, sondern Schülerinnen und Schüler der HTL-Eisenstadt haben in der Werkstätte eigens eine Feuerschale für die Wettkämpfe hergestellt.

Offiziell eröffnet wird die Weltmeisterschaft am Donnerstag. Ab dann ist das Gelände auch für Interessierte frei zugänglich, so Organisationsleiter Nakovich. Am Freitag steht das Training im Vordergrund, ehe am Samstag die Bewerbe mit Löschangriff und Hindernis-Staffellauf ausgetragen werden. Die Siegerehrung erfolgt dann am Sonntag.

kurier.at  |  19.07.2026, 18:00  |  Aktualisiert vor 1 Minute