Infantinos Plan stürzte ein, als Kritik vom Trump-Fonds kam
Bangt Fifa-Boss um Job?
Ausstieg von Trump-Fonds brachte Infantinos WM-Plan zum Einsturz
Gianni Infantinos Idee, die WM-Rechte an einen Trump-nahen Fonds zu verkaufen, sorgt für Empörung. Nach internationalem Protest stoppt der Fifa-Boss das Vorhaben – und kämpft jetzt um sein Amt.
Publiziert: vor 34 Minuten
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Aktualisiert: vor 10 Minuten
Darum gehts
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- Fifa plante WM-Rechte zu privatisieren, Kritik zwang Infantino zum Rückzieher
- Trump-naher Fonds wollte 20 Prozent der neuen Firma übernehmen
- Uefa droht Boykott, Infantino kämpft vor Wahlen 2027 um seinen Posten
Andri BäggliRedaktor Sport
Vor gerade einmal zwei Wochen endete die WM in Kanada, Mexiko und den USA. Diese hatte einige Skandale zu bieten: Seien es Funktionäre, Spieler und Schiedsrichter, die nicht in die USA einreisen durften oder auch ein Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Boss Infantino, der daraufhin die Aufhebung einer Roten Karte gegen Stürmer Folarin Balogun (25) bewirkte.
In der Zwischenzeit ist ein noch viel grösserer Skandal aufgetaucht. Gianni Infantino hat die Fussballwelt in seinen Grundfesten erschüttert. Durch Medienberichte sind Pläne der Fifa aufgetaucht, dass man die Rechte der WM privatisieren will. Dafür sollte die Fifa Forward Enterprise (FFE) gegründet werden. Einer der Hauptinvestoren wäre der Trump-nahe Fonds von Joshua Kushner gewesen – 20 Prozent der Anteile wollte die Risikokapitalfirma Thrive erwerben. Joshua ist der Bruder von Jared Kushner, der mit der Tochter des US-Präsidenten Ivanka Trump verheiratet ist. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump und Infantino ihre Freundschaft beweisen, sei es mit dem Fifa-Friedenspreis für den US-Präsidenten oder eben die Lex Balogun.
Hochrangige Funktionäre sind entsetzt
Die Presse und die Verbände reagierten mit Entsetzen auf die Pläne der Fifa. Die Uefa drohte mit einer historischen Geschlossenheit einen Boykott an. Etwas später stellten sich auch Asien und Nord- und Zentralamerika gegen die Pläne des Weltverbandes. Nur wenige Tage kommts zur Kehrtwende und Infantino macht einen Rückzieher und begräbt die Pläne.
Doch dahinter steckt nicht nur die Einsicht des Fifa-Bosses, dass sein Plan, den Fussball zu verkaufen, nach hinten losgegangen ist. Auch hat er seinen Berater Carlos Cordeiro verloren. Dieser kritisierte die Pläne seines Chefs scharf. «Ein schlechtes Geschäft für die Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fussball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft des Sports», schreibt er in einer Stellungnahme. Als dann Infantino auch noch von Geschäftsführer Kevin Lamour öffentlich angezählt wird, der sagt, dass die Mitarbeiter «getäuscht» worden seien, blieb Infantino nichts anderes übrig als sich zurückzuziehen.
Kushner springt ab
Auch von Kushners Risikokapitalfirma sind immer mehr kritische Stimmen und Zweifel an der Partnerschaft aufgekommen, wie die «New York Post» schreibt. Kushner und Thrive seien laut der Zeitung vom Deal abgesprungen. «Sie fühlen es nicht. Auf keinen Fall wollen sie weiterhin in dieses Chaos verwickelt sein. Das entwickelt sich zu einem Albtraum für die Marke», berichtet eine anonyme Quelle über die Stimmung beim Milliardär und dessen Team. Laut der Quelle wolle sich Kushner aber nicht komplett aus dem Fussball-Business herausziehen, nur wolle Kushner «einen anderen Weg finden, sich in diesem Bereich zu engagieren».
Bleibt also die Frage, wie es jetzt weitergeht. Angesichts der Revolte gegen den Fifa-Boss kämpft Infantino nun um seinen Job. Angezählt ist der Walliser auf jeden Fall, gestürzt aber noch nicht. Daran arbeitet derzeit die Uefa, die Infantino bei den Wahlen im kommenden Frühjahr abwählen möchte. Der europäische Verband will nämlich einen Gegenkandidaten aufstellen, wer das sein soll, ist derzeit aber noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass Infantino nicht ohne Gegenwehr im Sattel bleiben wird – und die Uefa hat derzeit Oberwasser.
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«Angebot, keine Verpflichtung»:Hier pries Infantino den Verkauf der WM noch an